Omar Maaz bei seiner Arbeit in der Schongauer Tafel im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi).

Omar Maaz aus Syrien

Ein Bufdi hilft bei der Tafel aus

In Aleppo ist sein Haus von Bomben zerstört worden, Omar Maaz hat alles aufgeben müssen und ist mit seiner Familie über das Mittelmeer nach Europa geflohen. In Schongau hat er eine neue Heimat gefunden. Jetzt ist er der neue Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst bei der Schongauer Tafel.

Schongau – „Alle sind hier freundlich und nett“, sagt Omar Maaz. Der 38-jährige Syrer hat sich in Deutschland gut eingelebt und fühlt sich in Schongau wohl, seine Frau und seine vier Kindern ebenso. Auch seine Mutter und eine Schwester leben hier.

Bei der Tafel in Schongau geht Omar Maaz einer geregelten Arbeit nach: Lebensmittel sortieren, Gemüse und Obst herrichten, die dann jeden Donnerstag an Bedürftige ausgegeben werden. Auch im Büro der Schuldnerberatung hilft der 38-Jährige bei Bedarf aus. Mit der Arbeit am Computer kennt er sich bestens aus.

Vor dreieinhalb Jahren sah die Welt für Omar Maaz noch ganz anders aus. Der Krieg in Syrien hat seine ganze Existenz zerstört. „Wir hatten in Aleppo ein großes Haus, und ich habe früher gut verdient“, erzählt er. Doch wegen der Bombenangriffe war die Familie ihres Lebens nicht mehr sicher. Zusammen mit seiner schwangeren Frau und drei Kindern entschloss er sich zur Flucht. Seine ganze Habe bzw. was davon noch übrig war, musste er zurücklassen. Die Familie reiste nach Ägypten und begab sich auf ein kleines Schiff. Zehn Tage lang dauerte die Fahrt über das Mittelmeer – in eine ungewisse Zukunft.

Über Italien flohen Omar Maaz und seine Familienangehörigen nach Deutschland. In Schongau fanden sie eine Aufnahme. Dort kam auch Sohn Ibrahim, das vierte Kind, zur Welt. „Ein echter Schongauer also“, schmunzelt Omar Maaz.

Als Asylbewerber hat der Familienvater sofort alles getan, um Deutsch zu lernen. Er besuchte mehrere Sprachkurse und kann sich mittlerweile gut verständlich machen. Seine Arbeit bei der Schongauer Tafel im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes sieht er nur als Zwischenstation. Er will später eine Ausbildung machen oder auch als Dolmetscher im Asylbereich arbeiten.

Eine Rückkehr nach Syrien kann sich Omar Maaz eigentlich nicht vorstellen. „Unsere kleinen Kinder sprechen nur Deutsch und kein Arabisch“, erzählt er. Sein großer Sohn will das Welfen-Gymnasium in Schongau besuchen, eine Tochter macht gerade den M-Zug an der Mittelschule und hat ebenfalls nur gute Noten.

„Verwandte von uns leben in ganz Deutschland verstreut“, erzählt Omar Maaz im Gespräch. Er und seine Familie wollen auf jeden Fall in Schongau bleiben. „Wichtig ist für mich, dass meine Frau und meine Kinder gesund sind“, sagt der 38-jährige Syrer, der sich in Schongau schon ganz heimisch fühlt.

Michael Gretschmann

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