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Fairer Verlierer: Friedrich Zeller (r.) stößt nach der Memminger OB-Wahl mit seinem CSU-Kontrahenten Manfred Schilder an.  

Ein Jahr nach der verlorenen OB-Wahl in Memmingen

Zeller: „Ich habe zwei Monate gebraucht, um die Schlappe zu verdauen“

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Genau vor einem Jahr, am 19. März 2017, hat der ehemalige Landrat und Schongauer Bürgermeister Friedrich Zeller (SPD) die OB-Wahl in Memmingen verloren. Wir sprachen mit ihm über verpasste Chancen und die jetzige Beziehung zu seiner Geburtsstadt.

Herr Zeller, wissen Sie noch, was Sie vor einem Jahr gemacht haben?

Friedrich Zeller: Ja, da war ich in Memmingen und habe nachmittags dem Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl entgegengefiebert.

Sie haben äußert knapp mit 48,5 zu 51,5 Prozent gegen ihren CSU-Kontrahent Manfred Schilder verloren und waren ein fairer Verlierer. Aber Hand aufs Herz: Wie sehr hat die Niederlage an Ihnen genagt?

Zeller: Schon sehr, ich war enttäuscht. Damals war ich 50 Jahre alt, sechs oder zwölf Jahre als Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt wären die Krönung meiner politischen Karriere gewesen. Und ich wage zu behaupten, dass auch die Memminger gut mit mir gefahren wären. Aber es hat nicht sollen sein.

Wie lange haben Sie gebraucht, die Schlappe zu verarbeiten?

Zeller: Tatsächlich waren es sechs Wochen bis zwei Monate, ehe ich alles verdaut hatte.

War es schwer, vom OB-Wahlkampf in einer großen Stadt wieder in die ehrenamtliche Schongauer Kleinstadtpolitik zurückzukehren?

Zeller: Nein, das war kein Problem. Ich war ja ehrenamtlicher Stadtrat, daran konnte ich problemlos wieder anknüpfen. Da war der Sprung nach der verlorenen Landratswahl 2014 schon um einiges größer.

Verfolgen Sie die politischen Entwicklungen in Memmingen noch?

Zeller: Kaum. Es gibt noch losen Kontakt zu ein, zwei Stadträten, auch meine Mutter legt mir manchmal einen Zeitungsausriss hin, wenn ich sie besuche. Aber so ist das mit einer Wahl: Ganz oder gar nicht. Ich brauche jetzt nicht anfangen, mich über die Memminger Ikea-Ansiedlung zu informieren, dafür haben wir in Schongau zu vielfältige Themen. Ich kann mich nicht überall einarbeiten.

Ihre Frau war damals froh über die Niederlage, längere private Diskussionen hatten sich danach erübrigt.

Zeller: Das stimmt, meine Frau ist gerne in Schongau geblieben, auch mit einem eventuellen Schulwechsel meiner Tochter wäre es schwer geworden. In privater Hinsicht wäre ein Wechsel nach Memmingen tatsächlich kompliziert geworden.

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