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Verschiedene Fahrpläne gibt es für die Verbindungen im Mittelzentrum – das soll sich bald ändern.

Projekt wird am Dienstag diskutiert

Einfacher Bus fahren im Mittelzentrum

Abgesehen von Schülerbeförderung und Dauerkarteninhabern wird der öffentliche Nahverkehr zwischen Schongau, Peiting und Altenstadt extrem wenig genutzt. Die drei Orte beraten deshalb jetzt - am morgigen Dienstag - bei ihren Ratssitzungen über dieses Thema – sie wollen sich zusammenschließen, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Das Ticket soll dann einheitlich vier Euro kosten.

Schongau RVO, Enzian-Reisen und Stadtbus präsentieren sich derzeit mit jeweils eigenen Fahrplänen in eigenen grünen und gelben Kästen an den Bushaltestellen. Dort herauszufinden, wann welcher Bus wohin fährt, ist mitunter nicht einfach. Derzeit kostet ein Ticket von einem zum anderen Ort mit Rückfahrt meist 5,60 Euro. Laut Statistik der RVO gibt es pro Monat zwischen Schongau und Peiting 42 Fahrten, von Schongau nach Altenstadt 27 und nach Hohenfurch 21 an Schultagen. Bei Enzian-Reisen zählt man auf den Strecken gerade mal 14. An Samstagen und feiertags sind es noch weniger.

Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Hohenfurch wurden für 2015 im ganzen Jahr gerade mal 228 Fahrten gezählt. „Das ist erschreckend, wie wenig der öffentliche Nahverkehr genutzt wird“ so Bürgermeister Guntram Vogelsgesang. Und das, obwohl genügend Busse fahren. Das nun angestrebte gemeinsame Bus-Projekt des interkommunalen Zusammenschlusses sei eine „hervorragende Sache“. Die Hohenfurcher, obwohl sie nicht zum „Ammer-Lech-Land“ der 6drei Kommunen gehören, wollen bei dem gemeinsamen Busprojekt unbedingt dabei sein und haben im Gemeinderat bereits zugestimmt.

Laut Ralf Kreutzer von der RVO könne man mit einer Verdreifachung der Fahrten rechnen. Das habe sich bereits zwischen Wielenbach und Weilheim gezeigt, wo dieses System bereits eingeführt wurde. Die Gemeinden übernehmen dabei das Defizit von 1,60 Euro, um den Einheitspreis von vier Euro anbieten zu können. Zudem gibt es nur noch einen Fahrplan in einem blauen Kasten, auf dem lediglich die Abfahrtszeiten stehen – die Fahrgäste können dann in jeden Bus, egal ob RVO, Enzian-Reisen oder Stadtbus, einsteigen. Für die Gemeinde Hohenfurch würde das beispielsweise einen zusätzlichen Aufwand von hochgerechneten rund 1000 Euro im Jahr. „Das ist für uns ein überschaubarer Betrag“, sagte Bürgermeister Vogelsgesang.

Zudem sollen laut RVO rund 80 neue Schilder im betroffenen Verkehrsnetzgebiet aufgestellt werden, dazu gibt es Flyer mit den entsprechenden Verbindungsstrecken.

Ralf Kreutzer von der RVO, der verantwortlich für die Umgestaltung ist, gibt sich zuversichtlich, „ohne der Entscheidung der Räte vorweg greifen zu wollen“. Die Bürgermeister, allen voran Altenstadts Rathhauschef Albert Hadersbeck, seien jedenfalls sehr angetan von den neuen Plänen. Wird dem Tagesornungspunkt bei den morgigen Sitzungen der Gremien zugestimmt, soll das neue Konzept bis Dezember oder spätestens Januar eingeführt werden.

Myrjam C. Trunk

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