Sucht eine neue Jeans: Patrick Seelos im Jeanscafé von Susanne Dreher. 
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Sucht eine neue Jeans: Patrick Seelos im Jeanscafé von Susanne Dreher. 

Die Freude bei vielen Geschäftsleuten und Kunden in Schongau ist groß

Einkaufen mit Termin läuft in Schongau gut an

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Die Freude bei vielen Geschäftsleuten und Kunden ist groß: Zumindest mit Termin ist das Einkaufen in Läden wieder möglich. Doch es gibt auch kritische Stimmen zu diesem Öffnungskonzept. Wir haben uns in Schongau zur aktuellen Situation umgehört.

Schongau – „Das Telefon klingelt seit 8 Uhr ständig“, erzählt Markus Strommer von der MöbelCentrale in Schongau. Alle Anrufer haben dasselbe Anliegen: Sie wollen einen Termin zum Einkaufen ausmachen. Denn mit vorheriger Anmeldung dürfen Kunden bekanntlich wieder selbst in den Geschäften stöbern. „Wir freuen uns sehr“, so Strommer.

Über das Wochenende habe noch viel Verunsicherung geherrscht, wie sich die Inzidenz entwickelt – ob Kunden auch ohne Termin empfangen werden können oder auch gar nicht geöffnet werden kann. Mit der aktuellen Regelung ist Strommer zufrieden. „Das klappt gut, und wir haben genug Platz, um rund 300 Kunden gleichzeitig in die MöbelCentrale zu lassen“, so Strommer. So viel sei eh nie los.

Terminvergabe am Telefon, per Mail oder persönlich

Auch eine spontane Anmeldung im Geschäft ist daher möglich. Gleich am Eingang sitzt eine Mitarbeiterin, die Termine am Telefon und persönlich vergibt. „Unser Hygienekonzept war ja bereits ausgearbeitet, deswegen hielt sich der Aufwand nun in Grenzen“, so Strommer.

Auch die Kundin von Tina Kraut (l.) von La Vie Mode möchte eine Hose kaufen.

Wichtig ist ihm, dass sich Kunden nicht verpflichtet fühlen, etwas zu kaufen, nur weil sie einen Termin ausgemacht haben. „Man kann sich ganz ungezwungen umschauen“, so Strommer.

Patrick Seelos hat sich als einer der ersten gleich einen Termin im Jeanscafé in der Schongauer Altstadt gesichert. Während des Lockdowns hat er umgebaut, mehrere Jeans wurden zu Arbeitshosen – jetzt musste eine neue für den Alltag her. Und da sei es doch viel besser, wenn man sich die Hose gleich im Geschäft anschauen und anprobieren kann, findet Seelos – statt mehrere im Internet zu bestellen und dann wieder zurückzuschicken.

Kundengespräche haben einfach gefehlt - auf beiden Seiten

„Man muss sich ja drin wohlfühlen.“ Das findet freilich auch Inhaberin Susanne Dreher. Ein paar Anmeldungen habe sie bereits. „Man muss jetzt einfach abwarten, wie sich alles entwickelt.“

Auch bei Hans-Otto Schmid von der gleichnamigen Goldschmiede hat am Montagvormittag schon ein Kunde vorbeigeschaut, weitere haben sich angemeldet. „Wir freuen uns total“, sagt Schmid, auch wenn es ohne Anmeldung natürlich noch einfacher wäre.

„Aber es ist schon eine große Verbesserung. Die Stimmung ist bei allen deutlich besser“, so Schmid. Wer einen Termin ausmachen möchte, meldet sich am besten per E-Mail oder telefonisch in Geschäft. An der Ladentüre kann notfalls auch geklingelt werden, um spontan einen Termin zu bekommen.

Darf seine Ladentüre wieder öffnen – zumindest für Kunden mit Termin: Hans-Otto Schmid.

Schon zahlreiche Termine hat Tina Kraut von La Vie Mode am Montag vergeben. „Ich hoffe, dass es so weitergeht“, sagt sie. „Wir scharren schon lange mit den Hufen und freuen uns natürlich riesig, dass wir wieder Menschen ins Geschäft lassen dürfen. Die Kundengespräche haben einfach gefehlt“, sagt Kraut.

An sich laufe das „Termineinkaufen“ gut an, meint auch Maria Mader vom Frauenzimmer. Allerdings würden sich viele Leute nicht auskennen und würden fragen, warum jetzt einige Läden geöffnet sind und andere nicht. „Richtig geöffnet hat natürlich niemand – überall kann nur mit Termin eingekauft werden“, so Mader.

Aber dass manche Ladentüren offen stehen, andere nicht, sei wohl verwirrend. Den Öffnungsansturm, dass die Leute genau wissen, dass sie wieder normal überall einkaufen können, habe man den Geschäftsleuten mit der Öffnungsstrategie genommen, kritisiert Mader.

Überall herrscht Hoffnung

Julia Wohlhaupter von der Unikateria hofft, dass die Inzidenzzahlen nach unten gehen und die Geschäfte bald wieder ganz normal öffnen dürfen. Durch die Anmeldungen hätten wohl einige das Gefühl eines „Kaufzwangs“, glaubt Wohlhaupter. Deshalb würden sich momentan vor allem Menschen anmelden, die etwas Bestimmtes brauchen, weniger, weil sie einfach mal durchschauen wollen.

Es sei schon etwas ärgerlich, dass die Zahlen ausgerechnet jetzt wieder hoch gingen, trotzdem ist sie optimistisch und freut sich, dass sie zumindest teilweise wieder öffnen kann – das macht sie aber tatsächlich nur, wenn sie einen Termin vergeben hat.

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