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Am Nordkap angekommen: Nur eine kurze Rast gönnt sich der Schongauer Ralf Schnabel. 

In 28 Tagen

Entschleunigt zum Nordkap: Schongauer radelt 4079 Kilometer weit

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Am Mittwoch um 16.40 Uhr kommt die Nachricht: Ralf Schnabel ist am Nordkap angekommen. Mit dem E-Bike war er 28 Tage lang unterwegs - fürs Gemeinwohl.

Schongau Zur Feier des Tages gönnt sich Ralf Schnabel kurz nach der Ankunft ein Bier und hat sich ein Rentierfilet bestellt. „Es ist richtig genial mit einem super Ausblick“, beschreibt der Schongauer. Nach 4079 selbst gefahrenen Kilometern war die letzte Etappe über 162 Kilometer bei starkem Wind und nur zehn Grad „noch a bisserl anstrengend“. Eine zu lange Pause zum Anhalten und Ausruhen gönnt er sich aber nicht, denn zum Nachtquartier sind es 25 Kilometer.

Rechnet man die zwangsweise mit 22 Fähren zurückgelegten Kilometer dazu, hat der 55-Jährige 5000 Kilometer hinter sich gebracht. Von Schongau aus über München, Hamburg nach Dänemark, dann an der norwegischen Küste entlang auf die Lofoten, die es Schnabel besonders angetan haben. Die Online-Alben (gwoe-Biker auf Facebook und gwoe_biker auf Instagram) füllten sich rasch mit farbenprächtigen Bildern. Auch die letzten Etappen sind interessant. Sie gehen durch eine karge, aber beeindruckende Hochebene. „Es waren ganz tolle Eindrücke, fast wie in der Tundra.“

Schongauer radelt zum Nordkap: Zwischendurch ist er verzweifelt

Abgesehen von dem Wind am Ende der Reise, der die zehn Grad zu gefühlt arktischen Temperaturen verwandelte, berichtet der Schongauer über recht gutes Reisewetter. Nur drei Tage von 28 musste er im Regen fahren. Ein neues Outfit, eine Jacke, die auch die Fischer tragen, und Neoprenhandschuhe vervollständigen nun sein Equipment. „Damit kann man ewig fahren, nur die schönen Ausblicke bleiben bei Regen verborgen.“

Zwischendurch ist Schnabel verzweifelt. „Meine Reise ans Nordkap findet ihr Ende in Trondheim“, postete er. Der Motor des E-Bikes hatte sich verabschiedet, Reparatur war nicht möglich, ein Austausch sollte bis zu zehn Tage dauern. Nach der 16. Etappe und 2617 Kilometern macht er sich gedanklich an die Heimreise. Der direkte Kontakt mit dem Hersteller brachte dann ein paar Rädchen in Bewegung – nach nur vier Tagen konnte es weitergehen. Schnabels Fazit zu diesem Zeitpunkt: „Lass Dich nie hängen, werde kreativ und vertraue darauf, dass da draußen eine Lösung für Dich wartet.“

Am Wochenende will Schnabel wieder in Schongau sein

Am Wochenende will Schnabel zurück sein. Noch dieses Jahr möchte er einen Vortrag halten. Bis dahin kennt er auch den Kontostand der Spenden für die Schongauer Bürgerstiftung, die er erradelt hat. Wie schon während der Fahrt ans Nordkap und durch die Aktion an sich hofft er, Bürger für das Thema Gemeinwohl-Ökonomie zu begeistern. Spenden für die Bürgerstiftung Sparkasse Oberland (IBAN: DE5470 3510 3000 3251 3186, Stichwort GWOe-Biker).

Insgesamt ging es Schnabel nicht darum, das Nordkap zu erreichen, sondern um die Reise an sich nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Auch sei das Fahren mit 25 bis 30 Stundenkilometern unglaublich entschleunigend. „Es ist sehr spannend, mit sich selbst unterwegs zu sein. Das werde ich öfter tun.“

Lesen Sie auch: Es ist noch gar nicht lange her, da entfachte ein Lagerfeuer an der Schnalz bei Böbing einen Waldbrand. Trotzdem werden dort nun wieder illegale Feuerstellen angelegt.

Außerdem interessant: Weil die Marktoberdorfer Straße in Schongau asphaltiert wird, ist sie für den Verkehr gesperrt. Doch die Arbeiten gehen gut voran. Die Straße soll schon bald wieder befahrbar sein.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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