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Der Streit um die Erneuerung der Stromtrasse schwelt seit Jahren. Eine Erdverkabelung südlich von Schwabbruck wird geprüft, was für die Gemeinde teuer werden kann.

Erdkabelpläne für Stromtrasse zwischen Ingenried und Altenstadt

VG kündigt „knallharte Verhandlungen“ an

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Um die Realisierung einer unterirdischen Stromtrasse zwischen Ingenried und Altenstadt zeichnet sich ein hartes Ringen ab. Der Grund ist vor allem die von der Lechwerke AG (LEW) geforderte Kostenbeteiligung der Gemeinden, die wohl in die Millionen gehen wird. Der Bauernverband fordert zudem eine angemessene Entschädigung für die Landwirte und biete ihnen seine Hilfe an.

Augsburg/Schongau – Es war nicht anderes zu erwarten: Die Gemeinden Schwabsoien, Schwabbruck und Altenstadt sind nicht ohne Weiteres bereit, ihre Haushaltkassen zu plündern, damit in Zukunft die Stromtrasse der Lechwerke AG (LEW) im Erdboden verschwindet. Rainer Seidl, Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt, der die Gemeinden angehören, kündigt „knallharte Verhandlungen“ mit der LEW an.

Wie mehrfach berichtet, schwelt der Streit um die Erneuerung der Stromtrasse zwischen Ingenried und Altenstadt seit Jahren. Derzeit verlaufen die Leitungen der 110 kV-Hochspannungsleitung noch zwischen Schwabsoien und Schwabbruck zum Teil sogar über die Köpfe der Bürger hinweg. Verschiedene Varianten für eine neuen Verlauf waren geprüft und nach Protesten wieder verworfen worden. Zuletzt hatte die LEW einen Kompromiss vorgeschlagen: Eine Erdverkabelung im sogenannten Pflugverfahren südlich von Schwabbruck wird zunächst geprüft. Kommt sie zur Ausführung, müssen die Gemeinden die Differenz zu einer oberirdischen Stromtrasse bezahlen. Klappt das nicht, wird die bestehende Trasse erneuert – mit noch höheren Strommasten als den bestehenden. Schwabsoien hätte die Masten dann vor der Nase, Schwabbruck würden sie bei möglichen Baulandausweisungen weiterhin im Weg stehen.

Guter Rat ist jetzt teuer: Wie VG-Bauamtschef Seidl berichtet, hat der Altenstadter Bürgermeister Albert Hadersbeck bereits Kontakt mit einem Juristen aufgenommen. Es werde geprüft, ob es rechtlich überhaupt zulässig sei, dass die Lechwerke die Mehrkosten für Erdverkabelung auf die Gemeinden umlegen, erläutert Seidl. Ähnlich hatte sich bereits Mitte September Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich geäußert. Er betonte, dass über Geld noch überhaupt nicht gesprochen worden sei.

Zwischen den drei Rathäusern dürften in den kommenden Wochen also die Drähte weiter heiß laufen. Sollte sich herausstellen, dass die LEW von den Kommunen eine Kostenbeteiligung fordern darf, werden sich die drei Bürgermeister demnächst wieder zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, heißt es von der VG. Anschließend tagen dann die Gemeinderäte in zunächst nichtöffentlichen Sitzungen zu dem Thema.

Den Beratungen will auch der Schwabsoier Rathauschef Siegfried Neumann nicht vorgreifen. „Es ist alles in der Schwebe, wir haben noch keinen neuen Gesprächstermin“, erklärte er am vergangenen Freitag auf Anfrage. Zurzeit gilt seinen Angaben noch das, was in der gemeinsamen Erklärung steht, die die LEW Mitte September herausgegeben hat. In dieser wies der Versorger unter anderem nochmal darauf hin, dass die Hochspannungsleitung zwischen Bidingen und Schongau vor mehr als 60 Jahren errichtet worden ist und erneuert werden muss, um die Betriebssicherheit des Netzes in der Region weiterhin zu gewährleisten. Insbesondere im Hinblick auf die wachsende Einspeisung von Sonnen- und Windenergie spiele die Leitung eine wichtige Rolle für die Region. „Im Zuge der Erneuerung muss deshalb die Übertragungskapazität erhöht werden“, heißt es von der LEW. Aus planerischen Gründen wurde die Erneuerung der Leitung in zwei Abschnitte unterteilt. Für den ersten Leitunsabschnitt, der östlich von Bidingen bis westlich von Schwabbruck führt, liegt das Planfeststellungsverfahren schon in den letzten Zügen, vermutlich 2018 kann mit den Arbeiten begonnen werden. Über den weiteren Verlauf der Trasse nach Altenstadt wird jetzt gerungen.

Bei der nun möglichen Erdverkabelung südlich von Schwabbruck gilt es für die die Rathäuser und die LEW jetzt vor allem auch, die betroffenen Landwirte mit ins Boot zu holen. Ein Wörtchen mitreden will bei den Verhandlungen auch der Bauernverband. Kreisobmann Wolfgang Scholz, der auch Mitglied des Gemeinderats in Schwabsoien ist, ruft die Landwirte dazu auf, mit dem Stormversorger keine einzelnen Vereinbarungen zu treffen, sondern sich zusammen zu tun. „In der Masse sind wir stärker“, sagt der Kreisobmann mit Blick auf die Entschädigungsverhandlungen.

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