In der Schongauer Lechsporthalle wurden hunderte Lehrer und Erzieher geimpft.
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In der Schongauer Lechsporthalle wurden hunderte Lehrer und Erzieher geimpft.

Rund 800 Impf-Willige

Große Aktion: Zahlreiche Erzieher und Grundschullehrer in Weilheim und Schongau geimpft

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Im Landkreis Weilheim-Schongau wurden von Donnerstag bis Sonntag fast 800 Grundschul-, Förderlehrer und Erzieher gegen Corona geimpft. Organisiert haben die Aktion zwei Grundschulleiter.

Landkreis – Zwei große Impfaktionen von Personal der Grund-, Förderschulen und Kitas im Landkreis sind in der vergangenen Woche in der Hardtschule in Weilheim und in der Turnhalle in Schongau über die Bühne gegangen. Laut Christian Achmüller, Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, sei nur Personal dieser Einrichtungen drangekommen. „Die wurden als prioritär eingestuft, Lehrer an weiterführenden Schulen nicht“, sagte Achmüller.

Fast 800 Impf-Willige haben ihre erste Dosis Astrazeneca bereits erhalten. Über 200 weitere sollten diesen Donnerstag folgen – allerdings war das der Plan vor dem Stopp der Astrazeneca-Impfungen auch in Deutschland. Organisiert haben die Massen-Impfungen Tobias Pupeter (Rektor der Hardtschule Weilheim) und Ute Meub, Rektorin der Staufer-Grundschule Schongau – eine Mammut-Aufgabe.

Lehrer an Grundschulen gegen Corona geimpft: Viel Organisationsaufwand für Schulleiter

Eigentlich wollte Ute Meub nur einen Impf-Termin fürs eigene Personal. Weil sie als erste Kontakt zum Impfzentrum herstellen konnte und die Leiter von Schulen und Kitas gut vernetzt sind, bot sie sich gemeinsam mit Pupeter an, auch andere mit ins Boot zu nehmen. Die Schulen und Kitas wurden aufgeteilt. Pupeter organisierte den Altlandkreis Weilheim, Meub Schongau. „Hätte ich geahnt, dass das so Fahrt aufnehmen würde, hätte ich es glaube ich nicht gemacht“, erzählt Meub. Inzwischen kann sie nach all dem Stress wieder lachen.

Mit den Leitungen aller Einrichtungen von Hohenfurch bis Steingaden, von Bernbeuren bis Hohenpeißenberg hatte sie den Bedarf ermittelt. Geeignete Räume gefunden. Und schließlich Zeitfenster für mehr als 400 Impf-Willige über zwei Tage hinweg eingeteilt. „Dabei mussten wir auch beachten, dass die Termine immer so weit auseinander liegen, dass sich die Kollegen vor Ort immer gegenseitig vertreten können.“

Dann wäre da auch noch die Örtlichkeit. Benötigt wurden ein Anmelderaum und drei separate Impf-Räume. Optimal: die Umkleide der Lechsporthalle Schongau. In drei Kabinen wurde geimpft. 16 Personen pro halbe Stunde. Vom Erzieher über die Hausaufgabenbetreuung bis hin zum Lehrer. Wer die Nadel wollte, musste vor Ort eine Bescheinigung der Einrichtungsleitung vorlegen. Alles korrekt also. Positiv: „Es gab kaum jemanden, der keine Impfung wollte“, so Meub.

So lief die Impf-Aktion in Schongau ab

Den Impfstoff gab’s direkt vom Impfzentrum, ebenfalls das Personal, Helfer der Johanniter sowie zwei Impf-Ärzte. Damit die Registierung erfasst werden konnte, wurde in der Turnhalle eigens W-LAN neu installiert.

Über 200 „Impflinge“ kamen dann am vergangenen Donnerstag in die Schongauer Turnhalle. Dank der Super-Logistik lief alles glatt. Auch wenn der Tag darauf vielerorts eine neue Herausforderung war. Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen: An vielen Schulen und in vielen Kindergärten war Personal am Freitag Mangelware. „Weil wir einen Wahnsinns-Zusammenhalt haben an unserer Schule, hat es trotzdem gut geklappt“, spricht Meub für ihr Kollegium an der Staufer-Grundschule.

Auch in Weilheim wurden zahlreiche Grundschullehrer geimpft

Auch an der Hardtschule in Weilheim war das Kollegium, insbesondere Rektor Tobias Pupeter, gefordert. Vom vergangenen Freitag bis einschließlich Sonntag wurden im Schulgebäude 560 Impf-Willige von 61 Grundschulen, Kitas und Förderschulen im Altlandkreis Weilheim bei einer Massen-Impfung versorgt. Kein Wunder, dass Pupeter logistisch ganz schön eingespannt war. 560 Termine in Zusammenarbeit mit der Schulleiterkollegin aus Wielenbach sowie mit dem Impf-Team des Landkreises koordinieren und dann auch noch die Schule umbauen. Eine Herausforderung.

Im Schulhaus wurde ein Einbahnstraßen-System aufgebaut. Das Lehrerzimmer wurde zum „Wartezimmer“ mit der Erfassung der „Impflinge“, von dort aus ging’s über den Hof in die Turnhalle, wo zu Spitzenzeiten drei Ärzte gleichzeitig beim Impfen am Start waren. Danach werden die Geimpften noch 15 Minuten in einem „Ruhebereich“ überwacht.

Die Termine für Erzieher und Lehrer mussten übrigens vor dem Wochenende oder am Wochenende stattfinden. Schließlich war davon auszugehen, dass nach der ersten Dose Astrazeneca einige ausfallen dürften. Das war dann auch im Raum Weilheim so. Kaum eine Lehrkraft oder Erzieherin, die fit war. Auch Pupeter selbst. Nach einem Tag war alles vorbei.

Trotz aller Plagereien im Vorfeld haben sich Pupeters Ansicht nach die Mühen gelohnt. „Es war sinnvoll und logisch es genau so zu machen.“ Hätten sich im Landkreis alle betreffenden Institutionen einzeln ans Impfzentrum gewandt, „wären wir mit dem Impfen längst nicht so weit, wie wir es jetzt sind“.

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