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Eine Attraktion für die Fußgängerzone auch im Winter wünscht sich Stadträtin Kornelia Funke.

Ergebnisse der Online-Bürgerbefragung im Stadtrat Schongau vorgestellt

„Wir brauchen positive Stimmen“

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Mit Spannung sind die Ergebnisse der Schongauer Bürgerbefragung erwartet worden. „Die Schongauer sollen aufhören zu meckern und bereit sein für Veränderungen“, wird etwa gefordert. Die Fußgängerzone polarisiert nach wie vor, die Bürger sehen alles jedoch positiver als die Geschäftsleute.

Schongau – Drei Monate lang – bis Ende des Jahres – war Zeit, den Fragenkatalog auszufüllen. Die Beteiligung war gut, auch wenn sich Wirtschaftsförderin Meike Petro mehr erwartet hatte: Immerhin, es gingen fast 900 Antworten ein, wobei der jüngste Teilnehmer 13 Jahre alt war, der älteste 85. 585 Antworten kamen von Schongauern, 227 aus dem Kreis.

Im Vergleich zur Befragung der Schongauer Geschäftsleute sehen die Bürger ihre Altstadt deutlich positiver. Etwa die Hälfte der Befragten kommen täglich oder mehrmals pro Woche in die Altstadt, um einzukaufen oder einen Kaffee zu trinken.

Eine zentrale Forderung der Bürger: einheitliche Öffnungszeiten. Dies wünschen knapp zwei Drittel der Teilnehmer, bei den Gewerbetreibenden waren es nur ein Drittel. Durchgehend geöffnet haben aber in der Altstadt bereits die Hälfte der Geschäfte.

Bei der Bewertung der Altstadt gefällt den Bürgern vor allem die gute Erreichbarkeit mit dem Bus, zu Fuß oder mit dem Rad. Auch die Altstadtgestaltung finden die Bürger im Gegensatz zu den Geschäftsleuten schöner. Dafür sind die Verkaufsangebote zu einseitig – da waren sich beide Gruppen einig. Das gastronomische Angebot ist nicht ansprechend, das stufen die Gewerbetreibenden sogar noch schlechter ein. „Da gibt es große Unterschiede bei der gleichen Frage“, so Petro, auch das allgemeine Parkplatzangebot sehen die Bürger positiver, die Geschäftsleute bewerten es als schlecht. Dass sich das Parkplatzangebot direkt am Marienplatz verschlechtert hat, diese Bewertung der Bürger überrascht wohl kaum.

„Schongau ist eine wunderschöne Altstadt mit herrlichen alten Häusern und einer schönen alten Stadtmauer“ – dieses Zitat eines Befragungsteilnehmers stellte die Wirtschaftsförderin dem Punkt „Stärken und Potenziale der Altstadt“ voran. Die kurzen, überschaubaren Wege werden geschätzt. Seit Einführung der Verkehrsberuhigung am Marienplatz ist dies in den Augen von rund 380 Bürgern gleichgeblieben, immerhin 80 sagen, die Erreichbarkeit ist sogar besser geworden, für etwa 170 ist sie deutlich schlechter.

„Die Aufenthaltsqualität am Marienplatz ist deutlich besser geworden“, fasst Petro zusammen. Ob die kleine Fußgängerzone nun aber gut oder schlecht ist, bei dieser Frage sind sich die Bürger nicht einig. Ein bis zehn Sterne (sehr schlecht bis sehr gut) konnten vergeben werden. Sieben bis acht Sterne gab es häufig, aber ebenso oft auch nur einen, der Mittelwert lag bei 5,2 Sternen. „Das Thema polarisiert“, so Petro.

Bei den Gewerbetreibenden hingegen gab es 2018 insgesamt 16 Befürworter der kleinen Fußgängerzone am Marienplatz, aber 30 Ablehnungen. Mehr Geld geben die Befragten wegen der kleinen Fußgängerzone im Übrigen nicht aus: Die meisten Teilnehmer geben zwar an, dass sie nun entspannter über den Platz laufen und öfter in die Schaufenster schauen, jedoch nicht häufiger etwas kaufen.

Damit der Marienplatz attraktiver wird, sollten „bessere Geschäfte, mehr Action, vielfältigere Gastronomie und Erlebnisse geschaffen werden“, fasst Petro die Ideen der Bürger zusammen. Konkret möchte die Stadt Spielgeräte am Marienplatz aufstellen – was möglich ist, möchte die Wirtschaftsförderin nun gemeinsam mit Stadtbaumeister Sebastian Dietrich ausloten. Auch dem Wunsch der Bürger nach mehr Begrünung in der Stadt will man nachkommen, es gebe Ideen, aber noch nichts Konkretes. Gut vorstellen kann sie sich auch einen Stadtstrand im Sommer.

„Die Stadt Schongau hat noch Verbesserungsbedarf, aber es passiert auch städtebaulich etwas“, so Petro. Die Stadt mache ihre Hausaufgaben, nun müssten auch der Handel und die Bürger mitarbeiten. Petro: „Das Schlechtreden muss aufhören, wir brauchen positive Stimmen, eine positive Presse.“

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