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Schongau: Mit besonderem Konzert an Orgelweihe vor 50 Jahren erinnern

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Von: Elena Siegl

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Vor 50 Jahren erteilte Domkapitular Max Ziegelbauer der Orgel den Segen. Rechts neben ihm ist Stadtpfarrer Cyprian Greuter zu sehen.
Vor 50 Jahren erteilte Domkapitular Max Ziegelbauer der Orgel den Segen. Rechts neben ihm ist Stadtpfarrer Cyprian Greuter zu sehen. © Archiv

Genau 50 Jahre ist es her, dass die Orgel der Pfarrkirche Verklärung Christi in Schongau-West geweiht wurde. Ein besonderes Ereignis, an das nun im Rahmen der „Musik zum Tagesausklang“ gedacht werden soll.

Schongau – Ob denn eine Orgel überhaupt noch zeitgemäß ist? Darüber wurde 1972 im Vorfeld der Weihe besagten Instrumentes in Verklärung Christi diskutiert. 50 Jahre später lautet die klare Antwort: Ja, sie war es damals und sie ist es immer noch, so der Schongauer Kirchenmusiker Andreas Wiesmann. Sonst hätte man wohl nicht 40 Jahre später eine doppelt so große Orgel in Mariae Himmelfahrt gebaut, ein eindeutiger Beweis also, findet Wiesmann. In Sachen Orgel gibt es in Schongau heuer einiges zu feiern: Zehn Jahre wird die Orgel in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt an Pfingsten. Zuvor steht das 50-jährige Weihe-Jubiläum der Orgel in Verklärung Christi auf dem Plan.

Dem besonderen Ereignis wollten damals, am 14. Mai 1972, zahlreiche Pfarreiangehörige beiwohnen. Der Domkapitular Max Ziegelbauer, der später zum Weihbischof aufstieg, übernahm die Weihe. Als Ehrengäste wurden unter anderem Bürgermeister Georg Handl sowie Landrat Manfred Blaschke begrüßt, berichtete die Heimatzeitung damals. Das Highlight freilich: Gert Völkl, Diözesanmusikdirektor und Orgelsachverständige des Bistums Augsburg, haute erstmals in die Tasten der neuen Orgel und brachte den „ganzen Klangbereich der 22 Register“ zu Gehör.

In den Genuss der Lieder, die damals zum Besten gegeben wurden – die große Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach sowie die Choralpartita „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Johann Pachelbel und die virtuose Toccata G-Dur von Théodore Dubois – sollen nun, auf den Tag genau 50 Jahre später, wieder viele Menschen kommen. Ausnahmsweise, so Kirchenmusiker Andreas Wiesmann, wird die beliebte „Musik zum Tagesausklang“ am Samstag, 14. Mai deshalb nicht in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt, sondern in Verklärung Christi stattfinden.

Bei den Liedern handele es sich um Paradestücke, bei denen der Stil der Orgel ideal präsentiert werden könne, so Wiesmann. Das Instrument sei im „typischen Zeitgeist der 70er Jahre gebaut worden“, erklärt er. Heißt: Eine klassische Orgel, wie man sie grundsätzlich auch schon vor 200 Jahren gebaut hätte, aber mit gängigen Materialien der 1970er. Etwa Alu oder Kunststoffe. „Ein Instrument, das sehr zuverlässig ist und viel Freude macht“, so beschreibt Wiesmann die Orgel. Gebaut wurde sie von Maximilian Offner aus Kissing. Seit vielen Generationen hat sich seine Familie diesem Handwerk verschrieben. Sein Sohn Andreas Offner schloss sich der Tradition schließlich ebenfalls an und übernahm 2014 die Generalsanierung der Orgel in Verklärung Christi, erzählt Wiesmann.

Auf der Orgel sollen am Samstag dieselben Lieder erklingen, wie vor 50 Jahren.
Auf der Orgel sollen am Samstag dieselben Lieder erklingen, wie vor 50 Jahren. © Privat

Das Instrument reihe sich gut ein in die „Orgellandschaft“ in Schongau, die eine bunte Mischung ausmache. Während die in Verklärung Christi ein Zeitzeugnis der 70er Jahre sei, stehe etwa in Heilig Geist eine original Barock-Orgel aus dem Jahr 1725. In Mariae Himmelfahrt gibt es sowohl eine kleine Orgel im Altarraum, als auch eine große, die „in den sinfonischen Bereich geht“, beschreibt Wiesmann. An Pfingstsonntag soll das zehnjährige Jubiläum dieses Instrumentes mit einer kleinen Orgelnacht gefeiert werden.

Nicht zu vergessen sei freilich auch die Orgel in der evangelischen Kirche, die generalüberholt werde und an den protestantischen Bedarf angepasst sei. Eine große Bandbreite, deren Bedienung vielfältig für den Kirchenmusiker ist.

Während bei der Weihe 1972 auch der Kirchenchor von Verklärung Christi unter der Leitung von Alfred Gößmann sowie das Orchester der Stadt Schongau unter der Leitung von Joseph Kraus auftraten, beschränke man sich heuer bewusst auf ein reines Orgelkonzert. „Wir planen schon seit Jahresanfang. Da war noch nicht klar, was Corona-bedingt möglich sein wird“, erklärt Wiesmann.

Besonderes Konzert: Anlässlich des Weihe- Jubiläums, findet am Samstag, 14. Mai, die „Musik zum Tagesausklang“ in Verklärung Christi statt. Beginn ist um 19 Uhr. Eintritt ist frei. Spenden kommen der Kirchenmusik in der Pfarrei zugute.

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