Justitia
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Ein Schongauer stand nun vor Gericht. (Symbolbild)

31-Jähriger schlug trotz offener Bewährung wieder zu

Erst verschlafen, dann ins Gefängnis: Schongauer wegen Körperverletzung vor Gericht

Einem Ex-Kumpel schlug ein Schongauer mit der Faust ins Gesicht. Nun musste er sich deswegen vor Gericht verantworten.

Schongau – Eine Körperverletzung stand zur Verhandlung am Amtsgericht Weilheim an. Ein 31-jähriger Hilfsarbeiter aus Schongau wurde dazu von der Polizei vorgeführt – er war zur ersten Verhandlung nicht erschienen, angeblich hatte er verschlafen.

„Hallo, guten Tag“, grüßte der Angeklagte fröhlich in die Runde. Er schien den Ernst seiner Lage nicht so ganz zu begreifen, denn er wirkte entspannt und gut gelaunt. Im Februar hatte er jedoch erheblich Stress mit einem ehemaligen Freund. Es ging um eine Frau, die man sich ausgespannt hatte.

Als der erheblich alkoholisierte Angeklagte spätabends in der Bahnhofstraße in Schongau auf seinen Gegner traf und dieser ihn verbal provozierte, eskalierte der schwelende Streit. Der Angeklagte schlug seinem Ex-Kumpel mit der Faust ins Gesicht. Dieser erlitt eine offene Wunde an der Nase, die Brille ging zu Bruch. Der Schaden betrug 250 Euro.

Schongauer sei sehr gereizt worden

„Warum trinken Sie wieder?“, fragte die Vorsitzende Richterin Karin Beuting. Der Mann hatte zum Tatzeitpunkt 2,3 Promille im Blut und stand unter offener Bewährung, die kurz nach der Tat abgelaufen wäre. Dreifach vorbestraft, darunter einschlägig, das sah nicht gut aus für den Angeklagten. Er hatte schon eine langjährige Therapie auf Grund seiner Alkoholprobleme hinter sich. „Man sollte eigentlich daraus gelernt haben“, so Beuting.

Der Mann gab alles zu. Sein Verteidiger stellte die Provokation des Geschädigten in den Vordergrund. Sein Mandant sei sehr gereizt worden. „Aber seit fast drei Jahren war er nicht mehr straffällig“, sagte er und plädierte auf eine Bewährungsstrafe. „Ich würde alles machen, damit ich nicht in Haft gehen muss“, sagte der Angeklagte bei seinem letzten Wort. Aber die Richterin schickte ihn dennoch für drei Monate ins Gefängnis. Eine Bewährung würde sie sich anders vorstellen, so Beuting, die ihr Urteil mit den Vorstrafen und der offenen Bewährung begründete. „Sie müssen endlich erwachsen werden“, sagte sie.

REGINA WAHL-GEIGER

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