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Anwohner möchten gerne die Robinie an der Beethovenstr aße/Ecke Friedrich-Schubert-Straße erhalten. Die Asphaltfläche muss aber in jedem Fall neu gemacht werden.

Es geht um Investitionen in Höhe von rund 183 000 Euro für die Lechstadt

Wegen Frost: Viele Straßen in Schongau sind sanierungsbedürftig

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die ganz großen Sprünge wird die Stadt Schongau in nächster Zeit wohl nicht machen können, aber gerade im Straßenunterhalt gibt es dringende Maßnahmen, die nicht weiter geschoben werden dürfen. Darüber entschied jüngst der Bauausschuss. Insgesamt geht es um Investitionen in Höhe von rund 183 000 Euro.

Schongau – Der städtische Bauhof war nach der Frostperiode auch heuer wieder unterwegs und hat Straßenschäden im Stadtgebiet begutachtet. Gemeinsam mit dem Bauamt wurde nun ein Paket der unbedingt notwendigen Sanierungsmaßnahmen geschnürt und dem Bauausschuss vorgestellt.

Der Parkplatz gegenüber der ehemaligen Metzgerei in der Feichtmairstraße weise starke Asphaltaufbrüche auf, erläuterte Martin Blockhaus vom Bauamt dem Gremium. Saniert werden soll die ganze Fläche, dazu muss erst einmal der ganze Asphalt weg. Die Parkplätze sollen dann mit Pflastersteinen neu gemacht werden. 

Litfaßsäule als Schandfleck

Auch ist eine Auflockerung durch eine Begrünung angedacht: Nach jedem vierten oder fünften Parkplatz ist ein Baum vorgesehen – ähnlich wie bei der Fläche gegenüber. Kostenpunkt: rund 68 000 Euro.

„Sehr gut“ fand diese Pläne Bettina Buresch (Grüne), die an dieser Stelle jedoch einen ganz anderen Schmerz hat: „Die Litfaßsäule dort ist ein Schandfleck, das gibt dem Viertel etwas Slum-artiges, die würde ich entfernen.“ Und dies erst recht, wenn der Platz dort neu gestaltet werde, „dann ist ja alles für die Katz“. 

Kornelia Funke (CSU) sah das genauso: „Es gab da ganz andere Zeiten, ich weiß nicht, was da passiert ist.“ Blockhaus versprach, das zu prüfen. Wenn es einen Vertrag mit einer Werbegesellschaft gebe, könne dieser auch gekündigt werden.“ Ilona Böse (SPD) hingegen meinte, dass so eine Litfaßsäule schon fast einen historischen Wert habe.

Robinie „Baum des Jahres 2020“

Durchaus einen Wert hat auch eine Robinie, der Baum des Jahres 2020. Auf dem Prüfstand stand jener Baum, der an der Beethovenstraße/Ecke Friedrich-Schubert-Straße steht. „Eigentlich müsste man das sofort sperren“, so die Ausführung von Blockhaus, nicht wegen des Baumes, sondern wegen der massiven Risse und Wölbungen im Asphalt durch die Wurzeln. 

Weil auch der Baum selbst seitens der Stadtgärtnerei als beschädigt bewertet worden war, schlug Blockhaus eine Ersatzpflanzung vor (Kosten neue Fläche plus Baum rund 9500 Euro). Dem widersprach Buresch, die auch Umweltreferentin der Stadt ist. „Die Robinie hat eine Schrägstellung, ist aber meiner Meinung nach nicht schadhaft, sondern prächtig und voll belaubt.“ Anwohner würden den Baum gerne erhalten, wusste Buresch.

Alles rausreißen und neu pflastern

 „Es wäre eine Verschwendung von Steuergeldern, diesen Baum dort zu fällen und einen neuen zu pflanzen.“ Bürgermeister Falk Sluyterman gab zwar an, dass es keinen Grund gebe, die Bewertung eines Fachmanns infrage zu stellen, es soll aber einen neuen Ortstermin geben.

Nicht ganz einfach fiel den Mitgliedern des Bauausschusses die Entscheidung über die Kreuzung Zugspitzstraße/ Karwendelring. Der Pflasterbereich hat sich im nördlichen Bereich stark gesetzt. Auch die Entwässerung ist bei Starkregen überlastet. „Der Untergrund ist wie Beton, wir müssten alles rausreißen und neu pflastern“, so die Empfehlung von Blockhaus. 

Er stellte zwei Varianten vor: Reine Asphaltierung (knapp 42 000 Euro) oder gepflastert, was zusätzlich rund 26 000 Euro kostet. Ilona Böse plädierte für eine Pflasterung: „Die unterschiedlichen Beläge sind wie eine Bremse, in dem ganzen Wohnviertel wird viel zu schnell gefahren.“ Dass das Tempo 30 dort „ein reines Wunschdenken“ sei, bestätigte auch Stephan Hild (UWV). Auch sei die Kreuzung stark belastet, werde von den Anwohnern von Forchet 3, 4 und 5 benutzt. 

„Wenn wir das genauso wieder ausführen, hält das kein halbes Jahr“, so Hild. „Das ist nicht nachhaltig und schade ums Geld“, plädierte er dafür, eine andere Lösung zu finden. Man blieb bei der Asphaltierung. Deutlich gemacht werden soll nochmals das Tempo 30 im Gebiet.

Entwässerungsrinne in der Lechuferstraße kommt neu

Eine zweite gepflasterte Kreuzung stand im Fokus, nämlich die am Karwendelring/Kreuzeckstraße. Die Pflasterung hatte sich als ungeeignet herausgestellt, verwendet worden waren zu große Steine, die eher für eine Garagenzufahrt geeignet seien, so die Info von Blockhaus. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich schlug einen Kompromiss mit Asphalt vor, da der Platz ohnehin irgendwann neu gestaltet werden solle. Kosten: rund 11 500 Euro.

Neu gemacht wird auch die Entwässerungsrinne in der Lechuferstraße. Der vorhandene Naturstein ist schadhaft und wird durch Rasengittersteine ersetzt. Dies kostet auf einer Länge von rund 500 Metern rund 49 000 Euro. „Günstiger geht nichts, was auch dauerhaft ist“, so Blockhaus. 

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