Warben in Weilheim für soziale Berufe: Von links Amrei Garbe, Monika Hörbrand, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Verena Grünberger, Birgit Stögbauer und Stefan Helm.
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Warben in Weilheim für soziale Berufe: Von links Amrei Garbe, Monika Hörbrand, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Verena Grünberger, Birgit Stögbauer und Stefan Helm.

Diakonie Oberland und Ökumenische Sozialstation werben für soziale Berufe

„Es geht um Leben und Tod und das, was dazwischen liegt“

Dass es die Corona-Pandemie gebraucht hat, um in der Gesellschaft den Gedanken aufkeimen zu lassen, dass Menschen in sozialen Berufen systemrelevant sind, bedauert Claudia Hörbrand, die Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation Oberland (gemeinnützige GmbH). Die „Take care Woche,“ die von der Diakonie Oberland und der Ökumenischen Sozialstation veranstaltet wird, soll deshalb noch mehr Bewusstsein für die Relevanz sozialer Berufe schaffen.

Schongau/Landkreis - Dafür führten Mitarbeiterinnen der Sozialstation im Vorfeld der Diskussion eine Umfrage unter den Passanten in der Weilheimer Fußgängerzone durch, um die Leute zu ihren Erfahrungen mit sozialen Berufen zu befragen. Um 13 Uhr begann dann eine kurze Diskussion, die von Claudia Hörbrand moderiert wurde.

Teilnehmer waren die Landrätin Andrea Jochner-Weiß, der Geschäftsführer der Diakonie Oberland Stefan Helm und die Gesundheits- und Krankenpflegerin Amrei Garbe.

Die Landrätin Andrea Jochner-Weiß betonte die Wichtigkeit sozialer Berufe: „Wir kommen oft in Berührung mit Menschen aus sozialen Berufen. Wir halten das immer für selbstverständlich, bis wir auf die Hilfe dieser Menschen angewiesen sind. Dann wollen wir alle, jemand freundlichen und kompetenten, der uns hilft.“ Sie wünsche sich für Angehörige der sozialen Berufe mehr finanzielle Sicherheit und soziale Wertschätzung.

Deshalb ist Jochner-Weiß auch für die Aktion der Diakonie und der Sozialstation dankbar, da die Wertschätzung für die sozialen Berufe nach der Hochphase der Pandemie schnell wieder verebbt sei.

Helm betonte ebenfalls, dass die Gesellschaft auf die sozialen Dienstleistungen der Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen angewiesen sei. Der Bedarf nehme dabei nicht ab, wie er im Bezug auf Pflegeberufe feststellte: „Wir werden diese Menschen in Zukunft noch mehr brauchen. Die Menschen werden immer älter und auch immer kränker. Es geht hier wirklich um Leben und Tod und vor allem um das, was dazwischen liegt.“

Er hofft, dass sich mehr Menschen für soziale Berufe begeistern können. Die Arbeit in sozialen Berufen sei vor allem eines: sehr erfüllend.

Das bestätigt auch Amrei Garbe. Die Arbeit als Pflegekraft sei anstrengend, aber sie gebe auch viel zurück. „Am Ende des Tages bin ich zwar immer müde, aber sehr glücklich, weil ich Menschen helfen konnte“, so die junge Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Der Stand der Diakonie und der Sozialstation wird in dieser Woche noch am heutigen Freitag, 11. Juni, von 10 Uhr bis 14 Uhr auf dem Marienplatz in Schongau aufgestellt werden.

MICHAEL STERR

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