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Strahlendes Prinzenpaar: Lisa Marie Heuberger als „Prinzessin Lisa I. vom Reich der Weltenbummler“ und Stefan Kassebaum als „Prinz Stefan I. von der Burg der Flammentöter“ (r.) mit Schongaus Faschingsgesellschafts-Präsident Andreas Mock. 

Faschingsgesellschaft Schongau

Letzte Chance für das Prinzenpaar

Mit einem Pfiff um Aufmerksamkeit und dem Ruf „Elf Uhr Elf!“ läutete der Präsident der Schongauer Faschingsgesellschaft, Andreas Mock, am Samstag die närrische Zeit ein, und präsentierte das Prinzenpaar für 2018: „Prinzessin Lisa I. vom Reich der Weltenbummler“ alias Lisa Marie Heuberger und „Prinz Stefan I. von der Burg der Flammentöter“ alias Stefan Kassebaum.

Schongau Mit einem dreifachen „Lechau!“ feierten die rund 60 Anwesenden in der Blauen Traube ihr neues Prinzenpaar. Spannend genug hatte es Präsident Andreas Mock ja gemacht. Angeblich kurzfristig habe das eigentliche Prinzenpaar abgesagt. Jetzt müsse zunächst ein neuer Prinz gefunden werden. Reihum hatten die jungen Burschen aber angeblich keine Zeit, bis sich dann – welch Überraschung – „Prinz Stefan von der Burg der Flammentöter“ zu erkennen gab.

„Aber was soll ich ohne Prinzessin machen?“, fragte dieser bierernst. Erneut wurde in die Runde gefragt, zunächst ohne scheinbaren Erfolg. „Dann fragen wir doch einfach die Bedienung!“, feixte Mock. Diese, scheinbar überrascht, nahm ihre Schürze ab und sagte „spontan“ zu – zur Überraschung mancher Anwesenden. Denn die neue Schongauer Faschingsprinzessin kommt aus Bernbeuren.

Stefan Kassebaum (24) ist seit sechs Jahren bei der Schongauer Faschingsgesellschaft und – daher auch sein Faschingstitel – von Beruf Feuerwehrmann. Zur Zeit befindet er sich in der Ausbildung zum Brandmeister. Seine Hobbys sind Skifahren, Mountainbiken und „alles, was mit den Bergen zu tun hat“, so Kassebaum. Als Hirte für 108 Stück Jungvieh war er heuer für drei Monate „mit viel Idealismus und Freude“ auf der Jägerhütte in der Bleckenau, zwischen Neuschwanstein und Plansee gelegen, zu finden. Es war für in bereits das zweite Mal. Die Ruhe dort und das umtriebige Faschingsgeschehen ergänzten sich problemlos, so Kassebaum: „Es ist jetzt die letzte Möglichkeit, Faschingsprinz zu sein, vor dem Einstieg ins Berufsleben, und die wollte ich nutzen“, begründet er seine Motivation für dieses Amt.

Das sieht seine Faschingspartnerin Lisa Marie Heuberger (24) genauso. Ihren Prinzessinnen-Namen hat sich die Studentin für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule in Geislingen an der Steige nicht nur deshalb ausgesucht, weil sie für ihr Faschingsamt von Bernbeuren oder Baden-Württemberg nach Schongau pendelt. Sie verbrachte mehrere Monate in Australien und Neuseeland, arbeitete als Praktikantin für Bosch in Singapur. Derzeit schreibt sie an ihrer Bachelor-Arbeit über die Unterschiede von Männern und Frauen beim Autokauf. „Deshalb habe ich jetzt auch Zeit für den Fasching“, sagt sie, denn die Jahre zuvor fielen die närrischen Tage immer in die Klausurzeit. „Mir liegt die Heimat sehr am Herzen, hier sind meine Familie und meine Freunde“, sagt die Weltenbummlerin, deren Hofdame ihre Schwester Elena ist. Und Fasching habe sie schon immer sehr gemocht. Auch sie sieht es heuer als „letzte Gelegenheit“, Faschingsprinzessin zu sein, bevor sie ihren Masterstudiengang beginnt und dann ins Berufsleben eintreten wird.

Eigentlich hätte nach der Vorstellung traditionsgemäß Bürgermeister Falk Sluyterman gratulieren und Blumen überreichen sollen oder dessen Stellvertreter Tobias Kalbitzer. Doch beide Stadtoberhäupter weilten außerhalb der Ortsgrenzen, und der anwesende Stadtrat Paul Huber war zur Belustigung aller gerade „anderweitig beschäftigt“ – mit einem Teller Käsespätzle. Also übernahm Ehrenpräsident Sigi Müller diese Aufgabe gerne. Zum Böhmerlandwalzer, gespielt von Alleinunterhalter Jackl Stückl aus Oberammergau, legte das Prinzenpaar den ersten Tanz aufs Parkett, als Vorgeschmack auf den Inthronisationsball am 13. Januar.

Myrjam C. Trunk

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