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Groß thematisiert wurde von den Faschingsnarren der Doping-Skandal in Russland.

Faschingsumzug Schongau

Von Putin bis zur Hühnergrippe

Die einen flüchten vor Putin, Trump und Erdogan auf den Mars, die anderen wünschen sich in ihr eigenes Traumland. Große Weltpolitik war ebenso Thema beim Schongauer Faschingsumzug wie die grassierende Hühnergrippe, Cobi Reisers Mosaike und die Idee von der Schongauer Schrägbahn.

Schongau – „Auf der Erde wird es uns zu viel, neues Leben auf dem Mars ist unser Ziel!“ Schongaus Junge Union machte sich beim Schongauer Faschingsumzug auf Weltraummission. Warum? Ganz klar: „Auf zum Mond, schmeiß die Rakete an, kein Bock auf Putin, Trump und Erdogan.“ Das Ziel war ihnen offensichtlich nicht so wichtig, nur weit weg musste es sein.

Einen Haken hat die ganze Sache aber auch, denn ein Ticket kann nicht jeder lösen: „Willst du mitfliegen? Werde Mitglied der JU SOG!“

Auf zum Mond, oder zum Mars. Auf jeden Fall weit weg soll die Mission der Jungen Union Schongau führen.

Ob das tatsächlich eine Möglichkeit für Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman darstellt? Während des Faschingstreibens nahm er zumindest schon einmal probehalber Platz in der kleinen Rakete der Jungen Union – das geschah aber nicht ganz freiwillig, wie verschiedene gesicherte Quellen besagen.

„Donald Trump macht die Grenzen dicht, so was gibt’s im Traumland nicht.“ Auf zwei Stockwerken hat sich die Sachsenrieder Landjugend ihren Zufluchtsort gebaut. Einhörner, Prinzessinen und Ritter finden hier einen Platz im sicheren Schloss.

„Wahnsinn, was die sich alle für eine Mühe gemacht haben“, staunt Ina Berndt aus Schwabbruck. Sie verfolgte den gesamten Gaudiwurm mit ihrem Ehemann Gerhard. Traumwetter, super Stimmung und ganz viele Zuschauer, so das einmütige Fazit der beiden. Ein echter Hingucker sind auch „die gigantischen Bulldogs“, hebt Gerhard Berndt hervor.

Aufs Korn nahmen die Landjugenden aus Burggen und Hohenfurch das Gebaren der russischen Sportler. „Während andere trainieren lassen wir uns unser Doping dosieren“, prangte auf dem Persiflagewagen der Hohenfurcher. „Dopingvorwürfe sind die absolute Härte, bei uns haben Frauen von Natur aus Bärte“, wiegeln die Burggener sarkastisch ab.

Neben der großen Weltpolitik setzten sich die 29 teilnehmenden Gruppen aber auch mit regionaleren Themen auseinander. Etwa die Vogelgrippe, die auch die Geflügelzüchter hier im Schongauer Land über Wochen in Atem hält. Die Schwabbrucker und die Rotter Landjugenden nahmen sich des Umstandes an und bauten sich fahrende Freilaufställe.

Zu einer Fahrt in Schongaus neuer Schrägbahn lud die Landjugend Altenstadt. Öffnen sich, nach kurzer Fahrt oben angekommen, die Türen der voll besetzten Kabine, grüßt das freundliche Liftpersonal mit schelmischen grinsen: „Willkommen im Herzen der Altstadt.“ Geht’s wieder nach unten, lautet die Verabschiedung in Anlehnung an Edmund Stoibers legendäre Transrapid-Rede: „Vom Lagerhaus direkt ins Moritz“. Ob der Altenstadter Prototyp auch schon sofort einsatzfähig wäre, testete Schongaus Stadtoberhaupt Falk Slyuterman gleich höchstselbst.

Doping, Politik und Co.: Die Bilder vom Schongauer Umzug

Von Musik und der überbordenden Faschingsstimmung hellauf begeistert zeigte sich der Schongauer Marco Helmer. Mit größter Aufmerksamkeit verfolgte er den Faschingszug und goutierte Themen und Wagen. „Politisch wäre dieses Jahr sicher aber noch viel mehr drin gewesen“, so die Meinung des als Comicfigur Bizarro verkleideten Faschingfans.

Ganz nach Helmers Geschmack dürfte daher die Inszenierung der Faschingsfreunde Altenstadt gewesen sein. Als Mosaikservice Robi Ceiser (Slogan: schneiden, sägen, lagern) legten sie noch einmal den Finger in die Wunde und brachten die Reiser-Mosaike der Schongauer Grundschule beim Narrenumzug auf die Tagesordnung.

Franziskus Reich

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