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Fastenpredigt im Brauhaus

Launiges Derbleck-Duell

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Mit einer hervorragenden Fastenpredigt und einem unterhaltsamen Scharmützel mit der Schockerberg-CSU war die fünfte Fastenpredigt von Kabarettist Michi Marchner im Schongauer Brauhaus wieder ein himmlisches Vergnügen.

Schongau – Die Brauhaus-Wirte Marion und Tyll-Patrick Albrecht haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie es affig finden, wenn eine Partei wie die CSU sich selbst derbleckt. Trotzdem waren sie am vergangenen Wochenende am Schockerberg – und promt hat Jürgen Fischer von der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle ein paar Späße auf Brauhaus-Kosten gemacht. Die Chance, erstmals nach dem Schockerberg an der Reihe zu sein und damit reagieren zu können, ließen sich die Verantwortlichen am Mittwochabend nicht entgehen: Wirte-Sohn Stephan Albrecht wies bei der Begrüßung genüsslich darauf hin, man habe ein gescheites Bier mit 18 Prozent Stammwürze und 8,3 Prozent Alkoholgehalt, den „Fastinator“ – „am Schockerberg wurde nur ein Bock ausgeschenkt, der durfte sich nicht -ator nennen“.

Auch Bruder Michael alias Michi Marchner machte sich so manchen Spaß mit den anwesenden CSUlern Markus Wühr und Kornelia Funke, wollte sie gar wegen Bleck-Blocking disqualifizieren lassen. Und die CSU-Knödel am Schockerberg seien so klein gewesen wie Köttbullar – „das kommt davon, wenn man zu oft Veranstaltungen in der MöbelCenrale abhält“.

Zu Beginn hatte Marchner er etwas über die Bundespolitik gelästert, war dann aber schnell zu den anwesenden Gästen gekommen. Zum Beispiel Tobias Kalbitzer, „der ist heute pünktlich da, das ist man gar nicht gewohnt“ – er war einmal mehr als zwei Stunden zu spät zu einem Termin ins Brauhaus gekommen. Oder Krankenhaus-Chef Thomas Lippmann: „Schongaus Krankenhaus war einst bekannt für gutes Essen und schlechte Ärzte. Seitdem Lippmann da ist, ist es umgekehrt“, sagte Marchner. Und was mache eigentlich Landrätin Andrea Jochner-Weiß? „Wie bei einer Hausfrau sieht man das nur, wenn die Arbeit nicht gemacht wird.“

Auch Falk Sluyterman musste sich einige Späße auf seine Kosten anhören, zum Beispiel, dass sich – Thema Seniorenamt – „niemand so sehr über einen Behördenstandort freut wie er“, während Martin Zeil sich alles gemütlich anhören konnte - er wurde als „ehemaliger Minister, halt nur von der FDP“, begrüßt.

Am Schongauer Bahnhof sei wieder nichts passiert, was für Marchner klar ist, „weil es Dobrindt ja zur Chefsaache gemacht hat“. Dafür werde der Verkehr in Peißenberg beschleunigt – „bald rauschen die Züge dort nicht mehr mit zehn km/h durch, sondern mit 15 oder sogar 20 Stundenkilometern“. Nach einer launigen halben Stunde, die wie im Flug verging, verabschiedete sich Marchner von der Bühne – nicht ohne Funke noch ein Versprechen abzunehmen: Sie müsse künftig bei ihren Stadtführungen zur Brauereigeschichte nicht nur geschlossene Brauereien mit ehemaligen Bieren besichtigen, sondern auch die einzige Brauerei, die es in Schongau gibt – eben das Brauhaus. Darauf wurde ein letztes Mal angestoßen.

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