Susann Tabatabai-Schweizer (rechts) hat sich in den vergangenen Wochen vor allem als Organisatorin der Pop-Up Galerie „Fensterschau“ in Peiting einen Namen gemacht. Jetzt stellt sie selbst aus – im Weltladen Schongau, worüber sich Inhaberin Elke Schaur besonders freut.
+
Susann Tabatabai-Schweizer (rechts) hat sich in den vergangenen Wochen vor allem als Organisatorin der Pop-Up Galerie „Fensterschau“ in Peiting einen Namen gemacht. Jetzt stellt sie selbst aus – im Weltladen Schongau, worüber sich Inhaberin Elke Schaur besonders freut.

In der Schongauer Altstadt: Susann Tabatabai-Schweizer stellt im Weltladen aus

Schongauer Fensterschau: Fata Morgana eines sinnlichen Augenblicks

  • vonRafael Sala
    schließen

Nicht nur, weil sie als Kunsttherapeutin arbeitet, beschäftigt sie sich intensiv mit Malerei, von Berufs wegen also – vor allem auch privat bedeutet ihr diese Tätigkeit viel: „Ich komme dadurch wunderbar zur Ruhe. Es stellt für mich eine Art seelischen Ausgleich dar, ich finde dadurch wie von selbst zu mir“, schildert Susann Tabatabai-Schweizer, deren „Atelier der Phantasie“ in Peiting Kunstkreisen bestens bekannt ist und vor Corona Ort für zahlreiche Kurse war.

Schongau - Die liegen derzeit auf Eis, weswegen die 59-Jährige nicht lange gezögert hat, selbst bei der Aktion „Fensterschau“ mitzumachen, die jetzt in Schongau läuft: Bis zum 28. März haben Kunstbegeisterte, Interessierte oder einfach nur bummelnde Passanten die Möglichkeit, Werke von insgesamt 15 Künstlern in Augenschein zu nehmen, die in den Schaufenstern der verschiedensten Geschäfte in der Schongauer Altstadt ausgestellt sind.

Perspektivwechsel sozusagen: Die kunstbegeisterte gebürtige Iranerin Susann Tabatabai-Schweizer, die mit 17 Jahren nach Deutschland kam, hat selbst unermüdliche Arbeit geleistet, um die gleichnamige Aktion zusammen mit „Peiting hilft“ und „Kultur Peiting“ in Schongaus Nachbargemeinde auf den Weg zu bringen (wir berichteten). Jetzt also steht nicht die Organisatorin, sondern die Malerin Susann Tabatabai-Schweizer im Rampenlicht – und zwar im „Weltladen Schongau“, einem Geschäft, das sich auf den Verkauf von Produkten aus fairem Handel spezialisiert hat.

Nicht so sehr Leinwand und Papier, sondern vor allem Stoffe haben es der studierten Modedesignerin Tabatabai-Schweizer angetan. Das sei wahrscheinlich ihrer Herkunft geschuldet, wie sie erzählt: „Vielleicht liegt es an meinem Heimatland Persien, dass mich diese Materialien faszinieren, dass ich schon als Kind mit Farben und Stoffen gespielt habe.“ Die Kür sei es, Naturseide zu bemalen: „Dieses Material bringt Farben auf eine fast magische Art zum Leuchten. Diese fließende Mal-Technik wirkt auf mich tief entspannend, fast meditativ.“

Der Schwerpunkt ihrer Bilder liege nicht auf der „detailgenauen Darstellung“, wie sie resümiert, sondern mehr auf Stimmungen, Farben und Formen. Von diesem irrationalen Anstrich ist in ihren aktuellen Gemälden viel zu spüren. Muschel, Pflanzenblätter, Sand, Meer, eine Hügellandschaft am Horizont: Alles ist miteinander verwoben, alles scheint zu fließen, ineinander überzugehen. Alles ist da und irgendwie wieder auch nicht, hat Konturen und wieder auch nicht. Die Natur – wie herangeweht, stofflich und doch gegenstandslos.

Die Fatamorgana eines sinnlichen Augenblicks: Man denkt an Wüsten, Berge, die in der Hitze flirren. Man hört Musik: Die Weichheit iranischer Silben und Klänge scheint sich aus dieser Traumwelt herauszuschälen. Salam. Kheili mamnoon. Hamtschenin. Wie eine einzige filigrane Folie für die Verzauberung durch Phantasie sind diese Farben und Formen. Das Bild handelt zwar von Lanzarote – gedanklich könnte sich die Szene aber auch in Persien abspielen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare