Das Ferstlhaus am Marienplatz in Schongau.
+
Das Schongauer Ferstlhaus steht derzeit leer. Bald soll hier ein „Pop-Up-Store“ entstehen.

Auf dem Marienplatz in Schongau

Das Ferstlhaus soll ein „Pop-Up-Store“ werden

  • Elke Robert
    vonElke Robert
    schließen

Schongau soll mitten in der Stadt einen Pop-Up-Store bekommen. Was da im Ferstlhaus bald up-poppen könnte? Lesen Sie selbst!

Wir wollen diesen Leerstand mit Leben füllen.

Daniela Puzzovio

„Wir wollen diesen Leerstand mit Leben füllen und unterschiedlichen Leuten die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren“, erklärt Daniela Puzzovio. Die Vizebürgermeisterin ist bei der Stadt Ansprechpartnerin für die Wirtschaft und organisiert mit einem Team verschiedene Angebote für Gewerbetreibende. Auch bei „Schongau belebt“ ist sie aktiv, dieser Verein ist bei der Organisation des Pop-up-Stores ebenfalls mit an Bord.

Schon diverse Anmeldungen auf der Liste

Diverse Anmeldungen gibt es auf der Liste, das komplette Programm steht schon fast. So möchte etwa „Küche und Keller“ sein Sortiment präsentieren, die Kaffeerösterei „Gastrokind“ könnte sich ebenfalls einen Laden in der Altstadt vorstellen. Beide Anbieter haben für die Zeit bis zum 23. Dezember einen größeren Bereich mit Schaufenstern angemietet und können die Lage in der Altstadt einmal ein paar Wochen ausprobieren.

Der Eine-Welt-Laden, aber auch Kunsthandwerker und Künstler, sind ebenfalls mit an Bord. Sie haben sich jeweils ein paar Quadratmeter Platz gesichert. Franziska Zimmermann aus Hohenfurch etwa bietet feine Keramik an, Alois Steidele handgedrechselte Schreibgeräte. Bettina Buresch verkauft Bücher, Karten und Bilder, Anna Gast aus Hohenfurch selbst geflochtene Weidenkörbe, Eduard Wagner seine Hirschhornschnitzereien, um nur einige zu nennen.

Das Angebot dürfe viele ansprechen, es gibt Kaffee und Essen zum Mitnehmen sowie Wollsachen und Kräuter zum Wohlfühlen.

Aussteller haben sich schon getroffen

Die Aussteller seien bereits ein erstes Mal zusammengekommen und hätten sich auch schon ausgesucht, in welchem Bereich sie ihre Waren und Gegenstände präsentieren wollen, erzählt Puzzovio. „Für seine Möblierung und Ausstattung sorgt jeder selbst.“ Wände und Säulen können ebenfalls als Fläche genutzt werden.

Das Prinzip ist einfach, nicht umsonst, aber kostengünstig: Pro Quadratmeter wird eine kleine Miete fällig, die sich danach berechnet, wer an wie vielen Tagen die Verkaufsfläche nutzt und welchen Platz man beansprucht. So soll die Monatsmiete für den Vermieter zusammenkommen, für den das Projekt Pop-up-Store ebenfalls eine Win-win-Situation ist, wie Puzzovio findet.

Win-win-Situation für Gewerbetreibende und Kunden

Zum einen ist die Miete bezahlt, was aber gar nicht im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um Werbung: „So kommen nicht nur Leute in die Stadt, sondern auch die sonst leer stehenden Räume werden wieder in Erinnerung gerufen und können besichtigt werden.“

Dies gilt aber nur für den rechten Bereich des Hauses. 200 Quadratmeter groß ist das ehemalige Geschäft von Franz Köpf, der der Schongauer Altstadt im Oktober 2018 den Rücken kehrte – auch aus Ärger über mangelnde Unterstützung seitens der Stadt. Seit der Zeit steht das Geschäft mitten am Marienplatz leer – zum Bedauern vieler Schongauer.

Bis zur Eröffnung im Januar wird renoviert

Für die 60 Quadratmeter große Ladenfläche im linken Teil des Hauses, das einem Schongauer gehört, ist gerade eben ein Mietvertrag unterschrieben worden. Deshalb stehen diese Räume auch nur am ersten Wochenende zur Verfügung, denn es muss bis zur Eröffnung im Januar noch renoviert werden. Der ehemalige SB-Bereich der Sparkasse steht seit Ende 2018 leer.

Wir haben so etwas schon lange vorgehabt.

Beatrice Amberg

Auch Beatrice Amberg von „Schongau belebt“ hat sich ein Plätzchen gesichert und findet die Aktion der Pop-up-Stores ganz wunderbar: „Wir haben so etwas schon lange vorgehabt“, berichtet sie. Die Aktion am Marienplatz soll aber nicht von Dauer sein – im Gegensatz zum „Weibsdeifi-Markt“. Dieses Leerstandsprojekt läuft seit Jahren erfolgreich: Immer samstags verkaufen in der Münzstraße Frauen für Frauen ehrenamtlich Secondhandkleidung und allerlei Flohmarktware. „Das ist wie eine Schatzsuche nach den Lieblingsteilen und immer noch mit ganz viel Freude verbunden“, so Amberg. Angedacht sei für Schongau noch viel, aber das meiste scheitere an der Manpower oder einem Investor, habe man mittlerweile festgestellt. Umso mehr freut sich Amberg über die Initiative von Daniela Puzzovio.

Auch interessant

Kommentare