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Der Lärmschutzwall an der Marktoberdorfer Straße fing gestern Nachmittag Feuer. 

Schongau-West

Feuer an Lärmschutzwall: Brandstiftung vermutet

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Speziell innerorts kommen solche Einsätze äußerst selten vor: Am Donnerstagnachmittag entwickelte sich in Schongau-West ein kleiner Flächenbrand. Feuerwehrkommandant Werner Berchtold geht von Brandstiftung aus.

Schongau – Aufgeregt wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen sind drei junge Burschen im Alter von rund sechs Jahren den Radweg auf- und abgesprungen. Jede Menge Feuerwehrautos, „und jetzt kommt auch noch die Polizei!“, kreischt einer des Trios. Deren Nervosität ist verständlich – so einen Feuerwehreinsatz wie Donnerstagnachmittag gegen 15.40 Uhr im Bereich Marktoberdorfer Straße/Zugspitzstraße (nahe Netto) in Schongau bekommen die Jungs nicht alle Tage zu sehen.

Was ist passiert? Der mit sehr trockenem alten Gras bewachsene Lärmschutzwall zwischen Wohngebiet und Marktoberdorfer Straße fing aus noch ungeklärter Ursache Feuer. Das wiederum breitete sich wegen des stürmigen Windes blitzartig in beide Richtungen aus. Unter anderem nach Südwesten, wo der Erdwall in eine Wiese bzw. ebenso mit Gras bewachsenen Erdhügeln übergeht.

Die von einem Anwohner alarmierte Schongauer Feuerwehr war innerhalb weniger Minuten am Einsatzort und brachte den Brand relativ zügig unter Kontrolle. Das war deshalb so wichtig, weil die Flammen beinahe auf angrenzende Garagen und parkende Autos übergriffen.

Aufgrund Rauchentwicklung wurden die Löscharbeiten von Atemschutzträgern durchgeführt. Vergiftungsgefahr für die vorbeilaufenden Spaziergänger, die Einkäufer am Netto-Markt sowie die Anwohner bestand allerdings keine. Dennoch löschten die Feuerwehrler das Gelände sicherheitshalber mehrfach ab, um etwaiges Nachglühen zu verhindern.

Verletzt wurde niemand. Was nach Ende des rund einstündigen Einsatzes jedoch offen bleibt: Wie kam es zu diesem Flächenbrand? Laut Schongauer Kommandant Werner Berchtold müsse das die Polizei erst ermitteln. Er geht allerdings davon aus, „dass es Brandstiftung war, weil ein Zigarettenstummel für diesen Brand in der Regel nicht ausreicht“.

Generell kommen laut Berchtold solch kleinere Flächenbrände speziell im März und April, „wenn es über längere Zeit sehr trocken ist“, immer wieder Mal vor. Sogar an der selben Stelle mussten seine Männer schon einmal ausrücken. „Das dürfte vergangenes Jahr gewesen sein.“

Ob mit dem Brand die drei jungen Burschen, die inzwischen das Weite gesucht haben, etwas zu tun haben? „Durchaus möglich“, sagt Berchtold, der sich ein Grinsen in diesem Moment nicht verkneifen an. „Junge Burschen halt.“

Da das verbrannte Gras im Frühjahr recht zügig nachwachsen wird, hält sich der Schaden bei diesem Brand in Grenzen.

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