Auch in Reichling hatten die Feuerteufel rund um Weihnachten 2019 zugeschlagen.
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Auch in Reichling hatten die Feuerteufel rund um Weihnachten 2019 zugeschlagen.

Prozess vor dem Landgericht Augsburg

Nach Serie von Stadelbränden: Jetzt ist das Urteil gegen die beiden Täter gefallen

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Vor gut einem Jahr hielt eine ganze Serie an Feuern die Landkreise Landsberg und Weilheim-Schongau in Atem. Am heutigen Montag ist vor dem Augsburger Landgericht das Urteil gegen die beiden Täter gefallen.

Update vom 25. Januar, 14 Uhr: Im Prozess gegen die beiden Brandstifter ist am heutigen Montag das Urteil vor dem Augsburger Landgericht gefallen. Der Haupttäter, ein 25-jähriger Soldat aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, muss für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Der mitangeklagte 26-Jährige aus dem Landkreis Landsberg bekam zwei Jahre auf Bewährung. Ein ausführlicher Bericht folgt.

Erstmeldung vom 14. Januar: Landkreis – In den frühen Morgenstunden des 29. Dezember 2019 gingen das Lager und die Fahrzeughalle am östlichen Weilheimer Ortsrand in Flammen auf. Auch eine PV-Anlage auf dem Dach der Halle wurde zerstört. Insgesamt entstand allein bei diesem Feuer ein Sachschaden von 500 000 Euro.

Serie nahm in Landsberg ihren Anfang und dauerte 17 Tage

Es war der traurige Höhepunkt einer Serie, die 17 Tage zuvor in der Max-Friesenegger-Straße in Landsberg begonnen hatte. In der Nacht des 12. Dezember brannte dort ein Altpapiercontainer, angezündet offenbar von einem heute 25-jährigen Soldaten aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Er räumte vor dem Landgericht Augsburg ein, als Haupttäter für alle zwölf angeklagten Brände verantwortlich zu sein. Der zweite Angeklagte, ein 26-jähriger Arbeitsloser aus dem südlichen Landkreis Landsberg, will bei der ersten Tat zwar anwesend, davon aber völlig überrascht gewesen sein.

Auch PV-Anlage wurde Raub der Flammen

Doch schon beim zweiten Feuer habe er mitgeholfen, gab er über seinen Verteidiger zu. Diesmal loderte eine Mülltonne neben der Sporthalle in Fuchstal-Asch, auch ein Fahrradständer wurde zerstört. Am nächsten Tag brannte in Rott eine Feldscheune völlig aus. Die in dem Gebäude untergestellten Traktoren und eine PV-Anlagen wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Sachschaden: 200 000 Euro.

Angeklagte legen Geständnisse ab

Glaubt man den Geständnissen der beiden Angeklagten, ging der 25-Jährige in den folgenden Tagen und Wochen einige Male allein auf Tour. Am 14. Dezember 2019 zündete er neben der Staatsstraße in Vilgertshofen einen Heuballen an. Da dieser jedoch feucht und schimmlig war, passierte nichts Schlimmeres. Stunden später entstanden 70 000 Euro Sachschaden, als eine Feldscheune in Leeder samt landwirtschaftlicher Geräte teilweise abbrannte. Am Tag vor Weihnachten schlugen die mutmaßlichen Feuerteufel erstmals im Landkreis Weilheim-Schongau zu. Ziel war eine Feldscheune in Wessobrunn. Da das Feuer jedoch rechtzeitig entdeckt und die brennenden Strohballen aus dem Gebäude geholt werden konnte, ging dieser Vorfall glimpflich ab.

Wenige Stunden zuvor war eine Feldscheune in Epfach in Flammen aufgegangen. Am zweiten Weihnachtstag folgten eine Holzscheune und landwirtschaftliche Geräte in Reichling, zuletzt ein Holzstadel in Issing und ein Brennholzlager in Unterdießen. Kurz danach wurden die Männer gefasst.

Angeklagter will nach der Haft im sozialen Bereich arbeiten

Die beiden kennen sich schon aus der Schule. Der Ältere hatte nach dem Hauptschulabschluss verschiedene Jobs, war eine Zeit lang bei der Bundeswehr und begann später eine Maurerlehre, aus der er wegen Unzuverlässigkeit hinausflog. Der Vater eines zweijährigen Kindes, zu dem er kaum Kontakt hat, war wegen seines Cannabiskonsums öfter unpünktlich zur Arbeit erschienen. Er wohnte zuletzt mit seiner Mutter bei den Großeltern. Der jüngere Angeklagte brach eine Lehre zum Berufskraftfahrer ab und wurde Zeitsoldat. Nach der zu erwartenden Haftstrafe will er aber eine Ausbildung im sozialen Bereich machen, wie er aussagte – zum Beispiel als Altenpfleger. Der Prozess wird fortgesetzt.

ULRIKE OSMAN

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