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„Es sind noch viele Sparkasssen-S zu sehen“, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Orbig (l., mit den Vorstandskollegen Markus Lanz und Michael Lautenbacher). Nur werden mehr als bisher nur noch mit Automaten bestückt sein.

Filiale in Schwabsoien schließt Ende des Jahres komplett

Sparkasse Oberland fährt Präsenz auch in anderen Orten massiv zurück

  • Boris Forstner
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Nach der VR Bank Werdenfels hat jetzt auch die Sparkasse Oberland ihre Neuausrichtung bekannt gegeben. Demnach wird der Standort Schwabsoien Ende des Jahres komplett aufgegeben, in elf weiteren meist dörflichen Filialen wird es nur noch Automaten oder Beratung per Anmeldung geben.

Landkreis – Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Orbig spricht von „Anpassungen mit Augenmaß“. Eine Viertelstunde lang redete er über lang vergangene Zeiten, verglich auf der Leinwand einen alten BMW 316 von 1980 mit einem neuen i8 oder ein Telefon mit Wählscheibe von 1970 mit dem neuen iPhone 11 – es sollte auf die folgenden Infos hinleiten, dass sich auch die Bankwelt massiv verändert hat. „60 Prozent aller Sparkassenkunden benutzen Online-Banking“, betonte Orbig, auch das Telefon-Servicecenter habe während Corona starke Zuwächse gehabt. Zahlreiche Filialen hatte die Sparkasse Oberland während der Krise geschlossen – und manche werden nicht mehr im Präsenzbetrieb, also mit Mitarbeitern vor Ort, aufmachen.

„Wir haben uns schon 2018 Gedanken gemacht, wie wir uns auf die Kundenbedürfnisse ausrichten können“, sagte Orbig. Das habe mit Corona nichts zu tun, betonte sein Vorstandskollege Michael Lautenbacher. Denn beispielsweise viel beschäftigte Firmenkunden bekomme man zu den regulären Öffnungszeiten nicht in die Filiale. Deshalb sei die Kundenberatung per Video ein wichtiger Baustein, denn manchmal müsse man den Kunden sehen, „die Mimik und Gestik, dass man mal einen kritischen Blick sieht“, so Orbig. Doch manche Filialen würden so wenig genutzt, dass es betriebswirtschaftlich nicht mehr günstig sei, sie weiter in dem Umfang zu betreiben.

Schwabsoien ist einziger Standort, der komplett aufgegeben wird

Der einzige Standort, der komplett aufgegeben wird, ist Schwabsoien. Bisher waren dort noch an eineinhalb Tagen Mitarbeiter vor Ort, jetzt ist es nur noch ein SB-Automat, der zum Jahresende ebenfalls abgebaut wird. „Der Standort ist wenig nachgefragt, da hat die Beratung in der Regel schon in Schongau stattgefunden“, sagte Orbig.

Einschränkungen in elf weiteren Geschäftsstellen

Weitere Geschäftsstellen, an denen es bisher zumindest an einem Tag noch einen Sparkassen-Mitarbeiter vor Ort gab und künftig nicht mehr, sind: Burggen, Reichling, Peißenberg-Wörth, Uffing, Murnau-Weindorf, Schlehdorf, Bernried, Iffeldorf, Raisting, Pähl und Wielenbach. An manchen Filialen werden auch die Öffnungszeiten weiter eingeschränkt, viele – vor allem in den größeren Kommunen – bleiben völlig unangetastet.

In einigen Filialen wird zumindest ab und zu noch Leben einkehren

Zumindest in einigen der Filialen, die nur noch einen SB-Schalter sowie manchmal nur einen Geldautomaten erhalten, wird wenigstens ab und zu noch Leben einkehren. Denn sie werden zur so genannten „SB-Stelle mit Terminberatung“. Der Kunde kann also nach Absprache in seiner Heimat-Sparkassenfiliale vor Ort mit seinem gewohnten Berater sprechen, der kommt dann extra rausgefahren. „Das hat auch Vorteile. Wenn bisher ein Kundengespräch war und gleichzeitig noch ein Gast in die Bank kam, musste immer einer warten“, sagte Orbig.

Kunden werden Schulungen angeboten

Orbig weiß, dass drei bis fünf Prozent der Kunden sich mit den Änderungen nicht anfreunden können. Denen biete man Hilfe an, etwa durch Schulungen, „damit diese Kunden mit unseren Serviceleistungen besser umgehen können“, so Orbig. das sei natürlich eine Umstellung, aber machbar, wie Kollege Lautenbacher am eigenen Leib erfahren hat: Weil sein Vater, der sich stets um alle Bahngeschäfte kümmert, im Krankenhaus war, seine Mutter aber dringend eine Überweisung tätigen musste, überredete Lautenbacher sie vorsichtig, es doch bei der Telefonzentrale zu versuchen. „Das hat letztlich prima geklappt, zeigt uns aber, dass unsere Serviceleistungen noch immer nicht bei allen Kunden angekommen sind“, so Lautenbacher.

Gespräche mit betroffenen Gemeinden verliefen positiv

Die Gespräche mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden seien sehr positiv verlaufen, sagte Orbig. „Viele haben schon erwartet, dass so etwas kommt, und von sich aus alternative Standortvorschläge für den Geldautomaten gemacht, weil sie für das Sparkassen-Gebäude andere Pläne haben.“

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