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Ein zurückgebliebener Altpapierberg in der Haldenberger Straße in Schongau – mit Verspätung abgeholt.

Schongauer Vereine engagieren sich zu wenig

Firma hilft beim Papiersammeln aus

Mit Altpapier und Pappe lässt sich gutes Geld verdienen. Pro Sammlung kommen oft über 3000 Euro zusammen – davon profitieren vor allem die Vereine. In Schongau gibt es aber das Problem, dass nicht mehr alle Sammeltermine von den Vereinen besetzt werden können. Deshalb muss im nächsten Jahr eine Entsorgungsfirma beim Papiersammeln aushelfen.

Schongau – „Warum ist das Altpapier nicht abgeholt worden?“ Mit dieser Frage wurde gestern Claudia Knopp, Abfallberaterin bei der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA), mehrmals konfrontiert. Wieder einmal hat in Schongau die Altpapier- und Pappesammlung nicht reibungslos geklappt. Aus dem Bereich Gebat- und Haldenberger Straße gingen Reklamationen ein, ebenso in Schongau-West (Mozart- und Beethovenstraße) sowie dem Dornauer Feld. Dort lagen die Papierbündel und Schachteln noch Montag herum.

Mit der Sammlung beauftragt war am Wochenende der Sportverein Türk Gücü Schongau. Claudia Knopp nimmt die Sportler aber in Schutz: „Es sind diesmal überraschend viel Altpapier und Kartonagen angefallen, weitaus mehr als erwartet“, teilt die EVA-Abfallberaterin mit. Die Bürger könnten aber beruhigt sein: Die Sammler von Türk Gücü Schongau sind zu Wochenanfang noch einmal ausgerückt und haben das restliche Papier am Montag (spätestens am Dienstag) abgeholt.

Für das Altpapiersammeln gibt es in Schongau offenbar zu wenig Vereine, die hier mitmachen. Die Fußballer haben ganz aufgehört, weil es sich angeblich nicht mehr rentiert (u.a. wegen der Anmietung von Transportfahrzeugen). Jetzt machen in der Lechstadt nur noch das THW, die beiden Kirchen, die Handballer und die Eislaufabteilung beim Papiersammeln mit, wobei letztere, also die EAS, nur noch einmal im Jahr (im April, aber nur noch im halben Stadtgebiet) sammelaktiv ist. „Um in Schongau eine Altpapiersammlung durchzuführen, braucht man mindestens 40 Leute und zehn Fahrzeuge. Das ist das Problem“, sagt der TSV-Vorsitzende Ralph Konstantin.

So bleibt für die EVA nichts anderes übrig, als eine Entsorgungsfirma (die Firma Hubert Schmid aus Marktoberdorf) einzusetzen, und zwar in den Monaten Januar, Juni, August und Dezember. „Da finden die Sammlungen vermutlich nicht mehr am Wochenende, sondern voraussichtlich unter der Woche statt“, kündigt Abfallberaterin Claudia Knopp jetzt schon an.

Auch in Weilheim und Penzberg ist das Engagement der Vereine bereits so weit zurückgegangen, dass auch dort Entsorgungsfirmen zum Einsatz kommen. In den anderen Landkreisgemeinden klappt das Papiersammeln zum Glück noch ganz gut.

„Da gibt’s bei uns keine Probleme“, erklärt Günther Neureuther, Präsident des TSV Peiting. Dort wechseln sich die einzelnen Abteilungen ab, hinzu kommen noch die Landjugend und die Feuerwehr, und auch der EC Peiting beteiligt sich, damit die 14 Sammeltermine im Jahr alle besetzt werden können. „Die Judosportler sammeln sogar zweimal im Jahr“, so Neureuther.

Was lässt sich mit den Altpapiersammlungen verdienen? „Pro Tonne gibt es 48 Euro“, sagt Abfallberaterin Knopp. Werden Zeitungspapier und Pappe getrennt gesammelt, gibt’s sogar Zuschläge, bis zu 30 Euro, so dass pro Tonne Altpapier fast 80 Euro erzielt werden können. Bei einer Altpapiersammlung kommen in der Regel monatlich 60 bis 80 Tonnen zusammen. Da kann sich jeder ausrechnen, wieviel Geld in die Vereinskasse fließt. Allerdings ist auch das Engagement ehrenamtlicher Helfer notwendig.

Michael Gretschmann

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