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An dieser Stelle könnte sich Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman gut einen Fernbus-Halt vorstellen.

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FlixBus macht Schongau Hoffnung

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Der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Klaus Breil unternimmt einen neuen Anlauf, Fernbusse nach Schongau zu lotsen. Sie sollen den Tourismus ankurbeln und die Stadt besser mit den Metropolen verbinden. Marktführer FlixBus ist nicht abgeneigt.

Schongau– Wenn Breil über FlixBus spricht, das auf dem lange Zeit hart umkämpften Fernbusmarkt die Konkurrenz abgehängt hat, gerät er regelrecht ins Schwärmen: Strukturiert und konsequent gehe man bei dem Münchner Unternehmen vor und würde sich nicht verzetteln. „Ich sehe durchaus Parallelen zu Ryanair“, vergleicht der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete den deutschen Fernbus-Krösus mit der irischen Billigfluggesellschaft. Beide Unternehmen haben sich zu unangefochtenen Marktführern entwickelt.

Jüngst in Berlin hatte sich Breil mit dem FlixBus-Geschäftsführer Fabian Stenger unterhalten. Nach seiner Rückkehr in den Landkreis fiel dem Bernrieder dann die Schlagzeile der Heimatzeitung ins Auge: „Flixbus hält bald im Landkreis.“ Wie berichtet, hatte das Unternehmen im April die Linie München-Füssen eingerichtet, fährt seitdem aber weit südlich an Schongau vorbei: Die Reise geht von München über die Autobahn 95 nach Füssen. Zusteigemöglichkeiten gibt es in Ettal, beim Schloss Linderhof, in Oberammergau, Steingaden, Trauchgau, Halblech, Buching und Hohenschwangau.

Breil machte das stutzig, schließlich gibt es eine deutlich schnellere Route zwischen der Groß- und der Kleinstadt: von München über die A 96 nach Landsberg, dann auf der B 17 über Schongau, Steingaden und Halblech nach Füssen. Der FDP-Mann schrieb sogleich eine E-Mail an FlixBus-Manager Stenger und schlug die Routenänderung vor. „Haltepunkte in Schongau und Landsberg sind aus touristischer Sicht vermutlich sehr attraktiv und entwicklungsfähig“, argumentierte Breil. Schon heute sei in beiden Städten ein erhebliches Touristenaufkommen gegeben.

Die bestehende Route dürfte FlixBus dennoch nicht aufgeben, schließlich würden dann bedeutende Stopps wie am Schloss Linderhof oder Kloster Ettal auf der Strecke bleiben. „Diese Orte sind bei den FlixBus-Reisenden auch aufgrund ihrer touristischen Attraktionen besonders beliebt“, sagt FlixBus-Sprecherin Susanne Hintermayr. Und die bestehende Fernbusroute, die freitags bis sonntags im Angebot ist, wird ihren Angaben nach sehr gut von den Passagieren angenommen. „Aus diesem Grund wird es die Verbindung nach einer kurzen Winterpause auch im nächsten Jahr geben“, blickt die Sprecherin voraus.

Schongau spielt bei der Anbindung Füssens an die Landeshauptstadt also auch weiterhin keine Rolle. Dennoch darf man in der Lechstadt mehr denn je auf eine Fernbus-Haltestelle hoffen: FlixBus erweitere derzeit das innerdeutsche Streckennetz, erläutert Hintermayr. Und das „insbesondere in der Region“. Derzeit würden Prüfungen stattfinden, welche Städte in der nächsten Zeit in das Streckennetz aufgenommen werden. „Ein Anschluss von Schongau ist daher keinesfalls ausgeschlossen“, meint die Sprecherin.

Über einen Zuschlag würde sich auch Bürgermeister Falk Sluyterman freuen. Er ist bekanntlich ein ausgesprochener Freund öffentlicher Verkehrsmittel. Weil Schongau für die Bahn seit Langem Endstation ist, hat er sich bereits vor drei Jahren für eine Fernbusverbindung stark gemacht. Als Strecken hatte der Rathauschef Verbindungen von Innsbruck über Garmisch-Partenkirchen, Schongau, Augsburg und Würzburg nach Frankfurt im Blick. Die ideale Haltestelle für einen Fernbus sieht Sluyterman im Südwesten Schongaus, beim McDonald’s und der OMV-Tankstelle. Schließlich kreuzen sich fast direkt daneben die Bundesstraßen 17 und 472. „Ein Zwischenstopp würde nur zwei oder drei Minuten dauern“, meinte Sluyterman schon damals, als er die Idee – vergebens – in den ÖPNV-Beirat des Landkreises eingebracht hatte.

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