Autorin Christine Wölfle gibt Tipps

Neue Folge der Kolumne

Fridays for Future Dahoam: Schnelles und einfaches Waschmittel

Fridays for Future: Für die einen ein Reizwort, für die anderen das neue Evangelium. Ich möchte Ihnen immer freitags Tipps geben, wie man im ganz Kleinen zu Hause anfangen kann, seinen eigenen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das spart nicht nur Müll, sondern tatsächlich auch Geld. Und es macht furchtbar Spaß!

„Ich kann dich gut riechen.“ Hinter diesem Sprichwort steckt ja bekanntlich mehr, als eine hohle Phrase. Doch wer riecht denn noch nach sich? Und damit meine ich nicht den Geruch nach einem zweistündigen Dauerlauf. Deshalb möchte ich Ihnen heute das Rezept für ein selbstgemachtes Waschmittel vorstellen, das garantiert frei von Mikroplastik, Reizstoffen und künstlichen Duftstoffen ist. Und schnell geht’s auch noch. Das Grundrezept ist denkbar einfach. Man nimmt leere Glasflaschen, am besten mit einem etwas weiteren Hals (beispielsweise von passierten Tomaten). Dort gibt man ein so großes Stück Kernseife hinein, dass es gerade noch durch den Flaschenhals passt, füllt die Flasche komplett mit heißem Wasser auf und lässt das Ganze mindestens zwei Stunden stehen. (Die Seife löst sich, je nach Größe, eventuell nicht ganz auf, und kann daher öfter aufgegossen werden.)

Das Flüssigwaschmittel ist ganz einfach zubereitet  

 Danach nimmt man ein größeres Behältnis, etwa einen Kanister destillierten Wassers, und füllt die Lösung durch ein Sieb ein. Fertig ist das Flüssigwaschmittel. Vor Gebrauch ordentlich geschüttelt wird es in die Waschmittelkammer gegeben (ca. 200ml). Als Weichspüler benutzt man einfach klaren Haushaltsessig (Tafelessig), der in das dafür vorgesehene Fach gegeben wird. Und auch diesmal gilt: Nein, die Wäsche riecht nicht nach Essig!

Seife und Essig: Das perfekte Waschmittel, nicht nur für Menschen mit empfindlicher Haut.

 Dieser löst lediglich die Seifenreste aus den Fasern und macht sie damit weich. Mit dieser Kombination kann man alles waschen. Zusätzliche Optionen: Wer möchte, kann beispielsweise ätherische Öle ins Waschmittel oder Spülfach geben, einen Esslöffel Soda als Waschverstärker mit in die Trommel füllen (nicht geeignet für Wolle und Seide!), oder zweierlei Waschmittel ansetzen. Ich löse für die Weißwäsche Gallseife statt Kernseife auf. Auch beim Weichspüler gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann man statt Tafelessig auch verdünnte Essigessenz benutzen, oder einen Esslöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser auflösen (hat einen leicht bleichenden Effekt, spart aber enorm an Schlepperei).

Die Oberbekleidung vorbehandeln

 Zur Vorbehandlung der Oberbekleidung habe ich mir eine Mischung aus Wasser und einem Schuss Orangenölreiniger in einer Sprühflasche gemacht, mit der ich den Achselbereich einsprühe. Dann gibt’s garantiert keine aufgewärmten Pheromone, die kann ich nämlich auch nicht besonders gut riechen. Sollten Sie einen Grauschleier auf Ihrer weißen Wäsche feststellen, können Sie die betreffenden Kleidungsstücke auch mal über Nacht in einer Lauge mit zwei Esslöffeln Natron einweichen. Dann strahlt sie wieder.

Gut für Menschen mit sensibler Haut

 Wer sich jetzt Sorgen um seine Waschmaschine macht, den kann ich beruhigen: Ich wasche seit vier Jahren nach dieser Methode, und meine Maschine funktioniert einwandfrei. Alle ein bis zwei Monate sollte man allerdings zwei Esslöffel Zitronensäure in die Trommel geben, und einmal das Kochprogramm durchlaufen lassen. Dann strahlt auch die Maschine wieder. Dieses selbstgemachte Waschmittel ist nicht nur super für alle Menschen mit empfindlicher Haut, da es wirklich keinerlei Reizmittel enthält. Es könnte, wollte man den anfänglichen Gedanken weiterspinnen, vielleicht auch die Partnerwahl optimieren, wenn die Geruchsnerven nicht mehr La Paloma pfeifen.

Christine Wölfle


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