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Durch die ganze Altstadt führte der Prozessionsweg den farbenprächtigen Zug von Altar zu Altar.

Fronleichnams-Prozession

„Seht her, wir gehen hinaus“

Viele Teilnehmer, eine festlich geschmückte Altstadt und bestes Wetter: Die Fronleichnams-Prozession in Schongau stand heuer unter einem besonders guten Stern.

Schongau – „Die Birkenbäumchen sind doch sicher alle schon für das Stadtfest aufgestellt“ – Stadtpfarrer Norbert Marxer machte diese zufällig aufgeschnappte Bemerkung eines Passanten zum Thema seiner kurzen Begrüßungsansprache. Sie zeigt die Rolle auf, die seiner Meinung nach das Fronleichnamsfest im Bewusstsein eines großen Teiles der Öffentlichkeit einnimmt. „Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen. Seht her, wir gehen hinaus, wir zeigen Anderen den Grund unserer Hoffnung: Jesus Christus!“

Zum Fronleichnams-Gottesdienst und zu der Prozession durfte er auch Bürgermeister Falk Sluyterman und etliche Mitglieder des Stadtrates sowie die Vertreter und Fahnenabordnungen der Vereine und Einrichtungen begrüßen: vom Frauenbund und der Kolpingsfamilie, dem Soldaten- und Veteranenverein über den Sportverein, die Kleintierzüchter, den Trachtenverein und die Feuerschützengesellschaft sowie die Feuerwehr und das Rote Kreuz. Einen besonderen Gruß richtete er an die Delegation aus der polnischen Partnerstadt Gogolin, die sich noch bis zum Sonntag in der Lechstadt aufhalten wird.

In der Predigt ging er anschließend auf die Rolle von Wallfahrten ein: Sie seien in letzter Zeit beliebt geworden, sagte er, sei es nach Rom, Santiago de Compostela, nach Altötting oder nach Andechs, wie vor kurzem in der Pfarreiengemeinschaft. Die Fronleichnamsprozession sei zwar keine Wallfahrt im eigentlichen Sinne, aber auch sie trifft das Lebens- und Glaubensgefühl der Menschen von neuem: wer mitgeht, gehört dazu! Daher solle die Prozession auch zeigen, dass Jesus unsere Wege begleitet, wenn wir ihn an die Schauplätze unseres Alltags bringen.

Der Prozessionsweg entsprach dem vom letzten Jahr mit Altären vor dem Landratsamt, auf dem Marienplatz sowie im Innenhof des Heiliggeist-Spitals. Am letzten Altar in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt fand die Prozession ihren Abschluss. Dabei dankte Pfarrer Marxer allen, die zum würdigen Gelingen des Festgottesdienstes und der Prozession beigetragen hatten. Besondere Dankesworte fand er für die Kommunionkinder, die in ihren Festgewändern das Allerheiligste durch die Stadt begleitet hatten.

Von der Feier waren auch die Besucher aus Gogolin beeindruckt, wie die Besucherin Aneta Pollok erzählt: „Viel feierlicher als bei uns! Bei uns gibt es auch eine Fronleichnamsprozession, aber die vielen Fahnen und Vereine, das haben wir nicht so!“

Helmut Bernhardt

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