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„Zwischen Stilllegung und Reaktivierung“: Die Fuchstalbahn ist auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft.

Sonderfahrten an den nächsten beiden Sonntagen

Fuchstalbahn fährt in ungewisse Zukunft

Fuchstalbahner aufgepasst – am kommenden Sonntag rollt wieder der historische rote Schienenbus von Landsberg nach Schongau. Während manche von den vielleicht letzten Personenfahrten auf der Strecke sprechen, haben andere die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Bahnlinie nicht aufgegeben.

Schongau/ Landsberg – Wenn Bahnnostalgiker ins Schwärmen, Großeltern ins „Vergangenheit-Schwelgen“ und so manche Politiker ins Diskutieren geraten, ist wohl Eines gewiss: Die Fuchstalbahn fährt wieder.

Zum wiederholten Male laden der Bahnpark Augsburg sowie der „Arbeitskreis Fuchstalbahn“ der Umweltinitiative Pfaffenwinkel zur Sonderfahrt mit dem idyllischen Oldtimer-Schienenbus. Dabei stehen am kommenden Sonntag, 29. September, und am Sonntag, 6. Oktober, neben den Fahrten auch so einige andere Aktionen auf dem (Fahr-)Plan.

Schließlich gilt es für die begeisterten Fuchstalbahner, im Rahmen der Sonderfahrten Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Aufmerksamkeit, die dringend von Nöten ist, um dem großen Ziel, der Reaktivierung der Bahnlinie für den Personenverkehr, wieder ein Stück näher zu rücken.

Dass allgemein Bewegung in die Sache gekommen ist, freut Harald Baumann. Er ist Sprecher des Arbeitskreises Fuchstalbahn. Dieser hatte es zuletzt mit einer Petition bezüglich der Reaktivierung in aller Munde, ja sogar in den bayerischen Landtag geschafft (wir berichteten) und dadurch die Thematik „Fuchstalbahn“ wieder neu aufgerollt. „Die Fuchstalbahn ist wieder ein Thema“, berichtet Baumann, „sogar ein brennendes“. Obwohl die Aussichten nicht die allerbesten sind.

Gespräche im Ministerium „nicht erfreulich“

Denn dunkle Wolken trüben die Zuversicht der letzten Monate. Hatte man sich zuletzt noch durchaus euphorisch in Sachen Wiederbelebung der Bahn gezeigt, schlägt man jetzt wieder leisere Töne an. So werden die bevorstehenden Sonderfahrten von offizieller Seite sogar als möglicherweise „letzte Gelegenheit“ zur Mitfahrt mit der Fuchstalbahn betitelt.

Die Gründe: Zahlreich, so Baumann. Zwar seien, auch von Seiten des Arbeitskreises, in jüngerer Vergangenheit einige Gespräche mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmer (VDV) oder auch der bayerischen Eisenbahngesellschaft geführt worden. Baumann beschreibt diese aber als zum Teil „nicht allzu erfreulich“. Es hätte hierbei vor allem an „Substantiellem“ gefehlt. So tappt man weiterhin im Dunkeln – auch was den Bestand der Strecke betrifft. Denn selbst dieser ist laut Baumann „noch nicht zu hundert Prozent“ gesichert. Die ungeklärte Situation mit den Anrainergemeinden sowie der mögliche Rückbau des Bahnsteiges am Schongauer Bahnhof tragen ihr Übriges dazu bei. Und auch die vom Freistaat geforderten „Kriterien zur Bearbeitung einer Reaktivierung“ würden es den Beteiligten des Arbeitskreises nicht gerade leicht machen. Als „dickes Brett“ beschreibt der Arbeitskreis-Sprecher die Herausforderungen, die mit der Erfüllung der Auflagen einhergingen.

Viele Aktionen am Sonntag

Für Baumann ist die Bahn als ein „probates Mittel“. Ein Mittel, um Berufspendler, Studenten oder auch Schülern eine schnellere Verbindung nach Augsburg zu bieten und damit den Verkehr auf der stark befahrenen B17 zu verringern. „Menschen brauchen nun mal Alternativen im Verkehr“, fügt Baumann dem noch hinzu.

Alternativen brauche es seiner Meinung nach aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises. „Knackig“ müssen diese sein, um weiterhin im Gespräch zu bleiben. Die für den Sonntag am Rande der Sonderfahrten geplanten Aktionen sollen genau dafür sorgen. Von bunten T-Shirts mit Slogan, einem „Fuchstalbahnchor“ oder Postkartenaktionen ist die Rede. Und auch Prominenz ist vertreten: So wird nicht nur Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, sondern auch „ein Kind Schongaus“, nämlich der Kabarettist Helmut Schleich, in Landsberg zu Gast sein, um sich über die Zukunft der Bahn zu äußern.

Wer dem Gespräch beiwohnen oder doch einfach nur „Bahnnostalgie pur“ erleben möchte, sollte sich aber beeilen: Nur mehr wenige Fahrtickets sind unter www.bahnpark-augsburg.de zu erwerben. Dort findet man auch die Fahrzeiten – für die vielleicht letzte Fahrt der Fuchstalbahn.

Max Edinger

Lesen Sie auch über den Widerstand der Anliegergemeinden an der Fuchstalbahn, einen schweren Unfall und das Thema Güterverkehr. 

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