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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot
Zuletzt hat man Personenzüge nur bei Überführungsfahrten auf der Strecke der Fuchstalbahn gesehen.
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Wird die Vision Wirklichkeit? Zuletzt hat man Personenzüge nur bei Überführungsfahrten auf der Strecke der Fuchstalbahn gesehen. Ein regelmäßiger ÖPNV ist das erklärte Ziel.

Reaktivierungspläne

Fuchstalbahn: Jetzt geht’s ums Geld

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    Barbara Schlotterer-Fuchs
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In Schongau sind sich alle Fraktionen einig: Die Fuchstalbahn soll aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Wenn es allerdings um die Kosten für die Wiederbelebung des Koma-Patienten geht, da sind sich Stadt Schongau und der Landkreis noch nicht einig. Auch Hohenfurch soll eine Kostenübernahme zusagen. Doch der Bürgermeister denkt gar nicht daran.

  • In Schongau sind sich alle einig: Fuchstalbahn soll aus dem Dornröschenschlaf geholt werden
  • Die Kosten für eine teures Stellwerk will der Stadtrat aber nicht übernehmen
  • Wegen Krankenhaus-Halt soll auch der Landkreis in die Pflicht genommen werden

Schongau/Hohenfurch – Die Fuchstalbahn soll zum Leben erweckt werden – da sind sich in Schongau ausnahmsweise mal alle einig. Tatsächlich erweist sich das Ringen um den Bahnanschluss von Schongau über Hohenfurch und den Lechrain nach Landsberg als Jahrhundert-Herausforderung. Nicht nur die geforderten 1000 Fahrgäste pro Tag dürften Kommunen und Landkreis vor ein Problem stellen. Auch die enormen Kosten. Unter anderem gilt es als Voraussetzung, das Projekt förderungsfähig zu machen, dass die betreffenden Kommunen erklären: Ja, wir tragen die entstehenden Mehrkosten.

Bürgermeister sieht sich außerstande Stadtratsbeschluss zu fassen

Dafür müssten Kommunen selbst schon für eine Bahnschranke ordentlich in die Tasche greifen. Im Falle der Stadt Schongau stellt sich das Ganze noch weitaus kostspieliger dar: Soll der geplante Haltepunkt am Schongauer Krankenhaus Realität werden, „dann müsste das bestehende Stellwerk durch ein elektronisches ersetzt werden“, berichtete Bürgermeister Falk Sluyterman bei der jüngsten Stadtratssitzung. Kostenpunkt: 18 Millionen Euro, die die Stadt bezahlen müsste. Sluyterman: „Ich sehe mich außerstande, derzeit einen solchen Stadtratsbeschluss zu fassen.“

Krankenhaus-Halt: Sluyterman spielt Ball zurück zum Landkreis

Vielmehr spielt er den Ball wieder zurück zum Landkreis: Weil der und die kreiseigene Tochtergesellschaft Krankenhaus GmbH den Haltepunkt am Krankenhaus forcieren, um die Attraktivität der Klinik zu steigern, „sehe ich den Landkreis oder die Krankenhaus GmbH auch im Boot, das zu finanzieren“. Zumal der Kreistag nahezu einstimmig einen entsprechenden Beschluss zur Reaktivierung der Bahnstrecke gefasst hat. Dies hat der Schongauer Rathauschef der Landrätin inzwischen in einem Schreiben mitgeteilt.

Eberle: Ball muss irgendwann ins Tor

„Jeder will die Fuchstalbahn, aber keiner will bezahlen“, brachte es CSU-Stadtrat Michael Eberle auf den Punkt. Jeder spiele den Ball zum anderen. „Aber wir müssen mal aufhören, Ball zu spielen, damit er irgendwann ins Tor kommt.“

Thema wird weitergegeben wie „heiße Kartoffel“: Zeller sieht den Freistaat in der Pflicht

Auch SPD-Stadtrat Friedrich Zeller befindet: „Das Thema wird weitergegeben wie eine heiße Kartoffel. So wird das schwerlich was.“ Er wiederum sieht hier den Freistaat in der Pflicht, seine Strategie zu ändern, um etwas voranzubringen. Wirtschafts- und Verkehrsminister müssten sich zusammensetzen, um das Projekt Fuchstalbahn gemeinsam „aufs Gleis zu bringen“.

Hohenfurchs Bürgermeister stellt Betroffenheit in Frage

Hohenfurchs Bürgermeister Guntram Vogelsgesang bleibt derweil bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke, die seine Gemeinde kreuzt. Auch er hat ein Schreiben der Landrätin bezüglich der Kostenübernahme erhalten und Andrea Jochner-Weiß schon geantwortet. Schon rein haushaltsrechtlich könne er keine unbegrenzte Kostenübernahme zusagen, macht Vogelsgesang klar. Er stelle zudem „die Betroffenheit in Frage“, sagt der Rathauschef. „Wir haben weder einen Bahnhof noch einen Bahnsteig.“ Dafür hat Hohenfurch nach Angaben des Bürgermeisters acht Bahnübergänge. Bei jedem Einzelnen, den man schließen würde, bliebe Bürgerprotest nicht aus, ist sich Vogelsgesang sicher. Dass sich das Interesse an der Fuchstalbahn im Ort in sehr engen Grenzen bewegt, liest der Rathauschef auch aus einer Bürgerbefragung heraus, die er durchgeführt habe: „Es kamen nur 30 Rückläufe, 15 davon waren negativ.“

Bringt Eckpunktepapier neuen Schwung?

Ob die vier Reaktivierungskriterien, die das Bayerische Verkehrsministerium vorgibt, erfüllt werden können, steht also weiter in den Sternen. Wie mehrfach berichtet, gibt es Unterstützung von Andreas Holzhey. Er ist Ingenieur für Verkehrswesen und Eigentümer der Bahnhöfe in Landsberg, Schongau und Murnau. Holzhey erstellt ein Eckpunkte-Papier in Sachen Fuchstalbahn. Es soll noch im Herbst vorgestellt werden. Unter anderem soll es darin auch um eine grobe Abschätzung der Kosten gehen, die auf die an der Strecke der Fuchstalbahn liegenden Kommunen im Falle einer Reaktivierung zukommen würden. Geklärt werden soll laut Schongaus Rathauschef Falk Sluyterman auch, „was an staatlicher Förderung möglich“ ist, damit es zwischen Schongau und Landsberg wieder ÖPNV auf der Schiene gibt.

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