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Nach zwei Jahren Pause kommt der Schienenbus wieder zurück auf die knapp 30 Kilometer lange Strecke der Fuchstalbahn. Es könnten allerdings die letzten Fahrten werden. Die Zukunft ist ungewiss.

Nach über 20 Jahren 

Fuchstalbahn: Verein löst sich auf

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Die Fuchstalbahn-Initiative steht vor dem Aus. Bei ihrer Jahresversammlung in Schongau haben die Mitglieder jüngst beschlossen, den Verein aufzulösen. Sie wollen sich jetzt dem Fahrgastverband Pro Bahn anschließen und dort für ihr großes Ziel weiterkämpfen. Die gewünschte Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke Schongau-Landsberg wird allerdings immer unwahrscheinlicher.

Schongau/Landsberg– „Die Fuchstalbahn ist tot, es lebe die Fuchstalbahn“, sagt der Vorsitzende des sich auflösenden Vereins, Tyll-Patrick Albrecht. Er legt Wert auf die Feststellung, dass die Auflösung nur eine formelle Angelegenheit ist. Der Kampf für die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Schongau-Landsberg soll unter dem Dach des Regionalverbands Pro Bahn weitergehen.

Als Zeichen dafür können da durchaus die diesjährigen Fahrten mit dem historischen Schienenbus auf der Fuchstalbahn gewertet werden. Die Termine an den Sonntagen 7., 14. und 21. Oktober sind wohl gewählt: Mitte Oktober finden in Bayern die Landtagswahlen statt. Und die sind so etwas wie der letzte Strohhalm, an den sich die Initiative geklammert hatte. Tyll-Patrick Albrecht machte vor einigen Wochen im Gespräch mit den SN keinen Hehl daraus, dass er sich wieder eine Regierungsbeteiligung der FDP wünscht. Denn als die Liberalen nach der vorletzten Landtagswahl das Bayerische Wirtschaftsministerium führten, war der Verein seinem Ziel schon recht nah gekommen. Bekanntlich ließ vor allem der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete und -Kreisvorsitzende Klaus Breil keine Gelegenheit aus, für die Reaktivierung der Fuchstalbahn zu werben. Und er macht das auch heute noch. „Er ist jemand, der es ernst meint“, lobt Albrecht.

Und jetzt? „Ich schwanke zwischen kompletter Trostlosigkeit und fantasievollen Visionen“, gab Albrecht vor dem Beschluss der Vereinsauflösung einen Einblick in seine Gefühlswelt. Die Fuchstalbahn-Initiative blickte im vergangenen Jahr auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück. Zum Feiern war aber niemandem zu Mute, denn die Hoffnungen schwanden immer mehr. Johann Niggl, Chef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), machte im Oktober 2017 den Deckel drauf, als er im Interview mit den SN klarmachte: „Die Reaktivierung der Fuchstalbahn ist für uns durch, das ist kein Thema mehr.“

Nach zwei Jahren ohne Aktionen auf der Bahnstrecke herrschte bei der Initiative zuletzt Tristesse. Die Modelleisenbahn im Schongauer Bahnhof staubt vor sich hin, die Mitgliederzahl ist von 70 auf 50 geschwunden. „Momentan ist die Luft ziemlich raus“, gab der Vorsitzende im Februar unumwunden zu. Das liegt seinen Angaben auch daran, dass sich andere Vereinsziele nicht umsetzen lassen. So war zum Beispiel angedacht, einen eigenen Schienenbus für Tourismusfahrten anzuschaffen, statt ihn wie früher zu mieten. Mangels Abstellmöglichkeit am Schongauer Bahnhof wurde de Plan wieder verworfen. Dabei gäbe es dort durchaus ein geeignetes Gleis und sogar eine Lok-Garage, in der der Schienenbus gewartet werden könnte, weiß Albrecht. „Aber die Bahn will es nicht hergeben“, bedauert er. Die Flächen werden demnach für das mögliche neue Stellwerk benötigt, das die Bahn zu bauen gedenkt. Bekanntlich wird eine Verlängerung der Pfaffenwinkelbahn bis zum Schongauer Krankenhaus geprüft, in deren Zuge würde das rund 18 Millionen Euro teure elektrische Stellwerk entstehen. Für historische Schienenbusse oder Dampfloks dürfte spätestens dann kein Platz mehr sein.

Wie berichtet, halten sich obendrein hartnäckige Gerüchte, dass die Strecke der Fuchstalbahn komplett stillgelegt und zurückgebaut werden könnte. Eine Bahnsprecherin wollte sich jüngst auf SN-Anfrage dazu nicht äußern.

Schienenbusfahren

Die Freunde der Fuchstalbahn dürfen sich heuer noch einmal auf die Schienenbusfahrten freuen, die die Initiative Fuchstalbahn am 7., 14. und 21. Oktober zusammen mit dem Bahnpark Augsburg organisiert. Die Fahrten können voraussichtlich abschnittsweise Augsburg-Landsberg, Landsberg-Schongau und Schongau-Landsberg gebucht werden. Abfahrt in Schongau ist jeweils um 12 und 14.45 Uhr.

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