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Für einen Kurzfilm wurden die E-Jugendlichen des TSV Schongau beim Training gefilmt.

Fußballer vor der Kamera: Emotionale Drehtage beim TSV Schongau

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Mit einer Kamera wurde Fußballer des TSV Schongau begleitet. Denn der Verein hat etwas Besonderes - und das ist sehenswert.

Schongau – In zwei Gruppen aufgeteilt, passen sich die E-Jugend-Fußballer des TSV Schongau den Ball zu. Am Ende einer Passkombination darf ein Spieler aufs Tor schießen. Die Nachwuchskicker sind gut drauf. Ein Ball nach dem anderen landet platziert in den Torecken. Alles sieht nach einem gewöhnlichen Fußballtraining aus, doch zwei Dinge sind anders als sonst. Die Kinder müssen nämlich aufgrund der Corona-bedingten Auflagen einen Mindestabstand von 1,50 Meter halten. Außerdem werden die Schongauer bei ihrer Trainingseinheit von einem Filmteam aufgenommen. Am Ende sollen aus den Aufnahmen der Agentur „Filmbaar“ aus Schongau zwei Videos entstehen – ein etwa 30 bis 40 Sekunden langer Clip und ein drei- bis vierminütiger Film. Sie bilden den krönenden Abschluss des Projektes „Mensch. Macht. Heimat.“ der Herzogsägmühle. „Der kurze Film soll die Botschaft transportieren, dass Integration sich lohnt und Sinn macht“, erklärt Projektleiter Ingo Massel.

Film soll in Kinos laufen

Gut ausgeleuchtet sprachen die Fußballer über ihre Definition von Heimat.

Wenn er fertig ist, möchten die Verantwortlichen auf Kinos zugehen, damit der Film dort kostenlos gezeigt wird. „Die längere Version soll den Akteuren einen Rahmen geben, die den Film ermöglicht haben.“ Dieser wird auch auf den Websites des Projektes und des TSV Schongau zu sehen sein.

Die E-Jugendlichen sind beim TSV nämlich nicht die einzigen, die gefilmt wurden. Auch sieben Spieler der Männermannschaft sowie Trainer Peter Mahl, Platzwart Karl-Heinz Schwarz und Abteilungsleiter Hannes Waldmann durften ihr Talent vor der Kamera beweisen. Neben Trainingssequenzen wurden auch Interviews aufgezeichnet.

Die Akteure sind nicht grundlos die Fußballer des TSV Schongau. „Beim TSV – und insbesondere in der Fußballabteilung – wird seit langem sehr gute Integrationsarbeit betrieben“, sagt Massel. „Die Verantwortlichen kümmern sich.“ Das gehe bis ins Private.

Schongauer sagten gleich zu

„Für uns ist es eine Ehre, dass die Projektleiter auf uns zugekommen sind“, sagt Abteilungsleiter Hannes Waldmann. Daher haben die Schongauer für den Videodreh auch direkt zugesagt. Dass das Thema Integration für den TSV ein alltägliches ist, zeigt ein Blick auf die E-Jugend. Die zehn Spieler kommen aus sieben verschiedenen Nationen. Auch im Männerteam sind mit einem Afghanen, zwei Griechen und einem Syrer mehrere Migranten vertreten.

Emotional wurde es bei den Einzelinterviews zur Frage: Was ist Heimat?“ „Ein Interview mussten wir abbrechen, weil der Spieler Tränen in den Augen hatte“, erzählt Florian Raab, Inhaber von Filmbaar. Der Fußballer hatte davon erzählt, dass er nie wieder in sein Heimatland zurück kann, auch wenn es für immer seine Heimat bleiben wird. Für Raab und seinen Kollegen Thomas Ziegler waren die Dreharbeiten „ein Blick hinter die Kulissen“, der einmal mehr bewusst gemacht habe, welche gesellschaftliche Einbindung Vereine ermöglichen. Gezeigt werden sollen die Filme Ende Juni/Anfang Juli. Denn dann endet das Projekt, das aus Mitteln des Asyl-, Migrations-, und Integrationsfonds kofinanziert wird, nach rund zwei Jahren. 

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