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Die Gymnasien im Landkreis Weilheim-Schongau (im Bild Forschercamp am Welfen-Gymnasium) sind fürs G9 gerüstet.

Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

G9: Landkreis sieht Schulen gerüstet

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Rasend schnell geht es plötzlich mit der Entscheidung für das neunjährige Gymnasium (G9), bereits nächste Woche soll bei einem Runden Tisch mit Staatsregierung und Schulverbänden der Weg freigemacht werden. Was bedeutet das für die Gymnasien im Landkreis? „Wenn alle Baumaßnahmen wie geplant ausgeführt werden, ist das bei uns möglich“, sagte Kreiskämmerer Norbert Merk.

Weilheim-Schongau – In höchsten Tönen hat Sarah Erhard vom Elternbeirat des Schongauer Welfen-Gymnasiums vergangene Woche den scheidenden Schulleiter Wolfgang Gebler gelobt. Vor allem ein Satz von ihr in der Rede ließ aufhorchen: Dass Gebler es noch vor seinem Ruhestand geschafft habe, dass das Gymnasium so gebaut werde, wie es geplant sei.

Was selbstverständlich klingt, ist es keineswegs. Wie berichtet, wird im Schongauer Schulzentrum nicht nur die Grundschule großteils neu gebaut, sondern auch Realschule und Gymnasium erhalten Teil-Neubauten. Beim Gymnasium sind, als Ersatz für die Pavillons und den maroden Kollegstufen-Bau, drei würfelförmige Gebäude vorgesehen, wie sie auch an den anderen Schulen geplant sind. Weil die Schülerzahlen zuletzt deutlich zurückgegangen sind, hatte der Landkreis als Bauherr überlegt, entweder einen Würfel oder eine Etage einzusparen.

Doch mit der dynamischen G9-Debatte entstand plötzlich eine neue Situation. „Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat vor einigen Wochen von sich aus die Leiter der drei Gymnasien in Weilheim, Schongau und Penzberg eingeladen, um zu diskutieren, wie es vor dem Hintergrund des G9 mit dem Platzangebot an den Schulen aussieht“, sagte Kreiskämmerer Merk. „Und alle waren sich einig: Wenn so gebaut wird wie geplant, ist ein G9 an den drei Landkreis-Gymnasien möglich.“

Denn nicht nur in Schongau soll gebaut werden, die millionenschwere Sanierung des Weilheimer Zentralbaus ist bereits in vollem Gange. Und auch in Penzberg sollen die Fachräume an zentraler Stelle neu gebaut werden, da stehe die Planung. „Wäre es beim G8 geblieben, hätten wir aufgrund der Schülerzahlen tatsächlich überlegen müssen, ob man so weiterbaut“, sagte Merk. Denn Anfang November wurde bekannt, dass die Schülerzahlen weit unter den Prognosen von vor sechs Jahren lagen: Am Gymnasium Weilheim gab es zu Schuljahresbeginn 1292 Schüler (123 weniger als prognostiziert), in Penzberg 1001 (-52) und in Schongau 886 (-53).

Mit der fast sicheren Rückkehr zum G9 und der zusätzlichen Jahrgangsstufe ist das Thema zu den Akten gelegt. Notfalls müsste man mit den Realschulen, die an allen drei Standorten direkt nebenan liegen, reden. Denn die haben auch weniger Schüler als prognostiziert. „Und es ist denkbar, dass die Übertrittsquoten an ein G9-Gymnasium steigen.“ Denn es gibt vor allem auf dem Land viele Eltern, die ihren Kindern das achtjährige Gymnasium mit viel Nachmittagsunterricht nicht zumuten wollen. Erst vergangene Woche kam eine Studie heraus, dass die Quote im Landkreis Weilheim-Schongau nur bei 35 Prozent liegt, deutlich unter dem bayern-Schnitt von 40 Prozent.

Wobei Merk anmerkt: „Es ist noch völlig unklar, was für ein G9 es wird, ob wie früher oder ganz anders aufgebaut“, sagt Merk. Das sei insofern entscheidend für den Landkreis, weil bei großen Änderungen das sogenannte Konnexitätsprinzip greift. Was bedeutet: Wenn der Freistaat die Regeln ändern, muss er sie auch bezahlen. Theoretisch könnte der Landkreis also für die Baumaßnahmen noch überraschend staatliches Geld kommen, zumal der Förberbescheid fürs Gymnasium Schongau (Baustart 2018) noch nicht vorliegt. „Aber ich denke, die Staatsregierung wird das Konzept so gestalten, dass sie an zusätzlichen Zahlungen an die Landkreise und kreisfreien Städte herumkommt“, sagt Merk.

Schongaus neuer Schulleiter Bernhard O’Connor, erst seit gestern im Amt, kann über die Entwicklung naturgemäß noch nichts sagen: „Ich habe die Pläne für den Umbau noch nicht gesehen, aber gehört, dass es sehr schön werden soll.“ Sollte das G9, dessen Befürworter auch O’Connor ist, wirklich kommen, „gehe ich schwer davon aus, dass wir den geplanten Platz brauchen werden“.

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