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Bitte sperren: Die Gartenweg-Anwohner (v.l.) Siglinde Erhard, Christine und Michaela Faubel.

Gartenweg

Schongauer sammeln Unterschriften gegen Abkürzungs-Raser

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Seit längerem beschweren sich Gartenweg-Anwohner über das Parkchaos und Raser, die die Anwohnerstraße als verbotene Abkürzung nutzen. Eine Lösung ist zwar in Sicht, doch frühestens in zwei Jahren. So lange wollen die Anwohner nicht mehr warten.

Schongau Der Bau der neuen Ampel an der Marktoberdorfer Straße nahe des Schulzentrums hat das Fass zum Überlaufen gebracht. „In dieser Zeit sind sehr lange Staus entstanden“, sagt Michaela Faubel, die am Gartenweg wohnt. Diesen Rückstau nutzten offenbar noch mehr Autofahrer als sonst, um den Gartenweg, der eigentlich eine Anliegerstraße ist, als Abkürzung zur Altenstadter Straße zu nutzen. „Wir haben innerhalb von drei Minuten einmal zwölf Autos gezählt, die alle unberechtigt durchgefahren sind“, sagt Faubel. Sie habe die Szenen sogar gefilmt, um einen Beweis zu haben.

Weil diese Abkürzer, die die stauträchtige Spinnen-Kreuzung umgehen wollen, sich oft auch nicht an die vorgeschriebene Tempo-30-Begrenzung halten, haben sich laut Faubel bereits dramatische Szenen abgespielt. „Viele Nachbarn haben mir geschildert, wie sie von Durchrasern fast gerammt wurden oder denen beim Ausfahren auf die Marktoberdorfer Straße die Vorfahrt geschnitten wurde.“ Manche hätten bergab am Rößlekellerberg die ganze wartende Autokolonne schon ab der Kurve überholt und seien „mit einem Affenzahn in den Gartenweg geschossen“.

Der schockierendste Fall sei gewesen, als eine Frau mit zwei Kindern ihren Vater im Gartenweg besuchen wollte und ein Raser so knapp an ihr vorbeigefahren sei, dass sie mitsamt Kinderwagen und Hund in die angrenzende Wiese springen musste. „Unter Schock verständigte die Familie die Polizei, doch dort habe es nur geheißen, man solle eben woanders spazieren gehen“, berichtet Faubel.

Zwar hat die Stadt bereits beschlossen, die Zufahrt von der Marktoberdorfer Straße in den Gartenweg zu sperren. Doch das wird frühestens 2019 passieren, wenn der Kreisverkehr am Schulzentrum gebaut ist – über den soll auch der Gartenweg erschlossen werden. Doch bis dahin wollen die Anlieger nicht mehr warten. „Wir befürchten, wenn der neue Norma am Gnettner-Areal fertig ist, denken sich viele, sie fahren durch den Gartenweg und holen die Kinder von der Schule ab“, sagt Faubel.

Deshalb haben die Anwohner Unterschriften gesammelt und an Bürgermeister Falk Sluyterman übergeben mit der Forderung, sofort etwas gegen die unberechtigten Abkürzer zu unternehmen. Was Faubel stolz macht: „Es haben tatsächlich alle 60 Anwohner unterschrieben bis auf eine, die nie erreichbar war. Es gab niemanden, der diesem Anliegen nicht sofort zugestimmt hat.“

Sluyterman schreibt Faubel in seiner Antwort, dass die Polizei, nicht die Stadt zuständig sei, wenn verbotenerweise durch den Gartenweg gefahren werde. Er hat aber Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg gebeten, dort vermehrt zu kontrollieren, weil die Situation dort vor allem in den Hol- und Bringzeiten zum Schulzentrum durch Abkürzer-Verkehr gekennzeichnet sei. „Von der Polizei verhängte Bußgelder dürften sich schnell rumsprechen und hoffentlich zu einer Verbesserung der Verkehrssituation führen“, so Sluyterman.

Gleichzeitig hat er seine Mitarbeiter im Bauamt gebeten zu prüfen, wie mit baulichen Maßnahmen ein Befahren des Gartenwegs unattraktiv gemacht werden könnte. Vielleicht wird ja ein Vorschlag von ALS-Stadträtin Bettina Buresch aufgenommen: Die hatte im Stadtrat bereits vor längerer Zeit vorgeschlagen, den Gartenweg in der Mitte einfach für Pkw zu sperren. Damit wäre das Durchfahrt-Problem sicher am Nachhaltigsten gelöst.

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