Das Schongauer Hebammem-Team freut sich, ab Dienstag wieder werdende Mütter betreuen zu dürfen.
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Das Schongauer Hebammem-Team freut sich, ab Dienstag wieder werdende Mütter betreuen zu dürfen.

Strenges Hygienekonzept

„Wir haben echt gebangt“: Schongauer Geburtshilfe öffnet am Dienstag wieder

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Freudige Nachricht für alle werdenden Eltern: Die Geburtshilfe am Krankenhaus Schongau nimmt zum 1. Dezember 2020 wieder ihren Betrieb auf. Damit geht ein wochenlanges Bangen zu Ende.

  • Lange haben Hebammen und werdende Eltern gebangt
  • Nun steht fest: Die Geburtenstation am Schongauer Krankenhaus öffnet am Dienstag wieder
  • Es gibt ein strenges Hygienekonzept

Schongau – Die Anspannung der vergangenen Wochen ist dem Schongauer Hebammen-Team deutlich anzumerken. Seit Wochen wird jede Hebamme engmaschig auf Corona getestet, alle haben ihre sozialen Kontakte deshalb quasi auf Null reduziert. Ein positives Test-Ergebnis war zwar nie dabei. Trotzdem war die Hoffnung auf eine schnelle Öffnung der Schongauer Geburtenstation von Tag zu Tag gedämpft worden.

Um so größer die Erleichterung gestern im Kreißsaal: Ab Dienstagmorgen um 6 Uhr dürfen Frauen hier wieder entbinden – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben echt gebangt um die Geburtshilfe. Die ist einfach unser Baby“, sagt Hebamme Nadine Lachmann. „Wir freuen uns, dass wir wieder für unsere Frauen da sein dürfen. Sicherer als hier dürfte es kaum auf einer Geburtenstation sein.“

Sicherer als hier dürfte es kaum auf einer Geburtenstation sein

Nadine Lachmann, Hebamme in Schongau

Geburtshilfe in Schongau vom restlichen Krankenhaus abgeriegelt

Wochenlang wurde an einem Hygienekonzept gefeilt. Die Geburtshilfe in Schongau ist jetzt vom restlichen Krankenhaus hermetisch abgeriegelt. Der Eingang für die Geburtshilfe ist rückwärtig am Krankenhaus bei der Radiologie. Schwangere müssen sich für eine Geburt anmelden und werden schon vor dem Termin regelmäßig im Krankenhaus getestet.

Paare, die zur Entbindung kommen, folgen der Ausschilderung an der Marie-Eberth-Straße. Schwangere klingeln und werden von der Hebamme persönlich abgeholt. Jede Schwangere wird einem Schnelltest unterzogen, ebenso ihr Partner. Auch die Hebammen werden weiter engmaschig getestet. Im Gegensatz zur Gebärenden tragen die Hebammen FFP2- und FFP3-Masken sowie komplette Schutzkleidung. Das heißt auch: Jede Hebamme kann nur eine Gebärende betreuen, da die Schutzkleidung bei zwei Geburten gleichzeitig nicht ständig gewechselt werden könnte. „Wir fahren also immer mit einer Hintergrundschicht, falls zwei Geburten auf einmal anstehen“, so Christine Eder. Für die Schwangeren bedeutet das eine 1:1-Betreuung. Auf der Geburtshilfestation 5 stehen Einzelzimmer bzw. Familienzimmer zur Verfügung. Während des Aufenthaltes darf diese Station nicht verlassen oder von Fremden betreten werden.

„Alles ist vorbereitet, dass es wieder Schongauer Kindl bei uns geben kann.“

Die lang ersehnte Öffnung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und dem Gesundheitsamt des Landkreises. Bei einer Begehung am Donnerstag wurde vor Ort alles unter die Lupe genommen – grünes Licht dann am gestrigen Freitagvormittag.

„Wir freuen uns sehr, dass wir für alle Schwangeren in unserem Landkreis endlich wieder die Türen unserer Geburtsklinik öffnen und einen sicheren Geburtsbetrieb unter Einhaltung der höchsten hygienischen Standards in Zeiten der Corona-Pandemie ermöglichen können“, so Geschäftsführer Thomas Lippmann. Große Erleichterung auch bei Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Mir fällt ein Stein vom Herzen.“ Freude auch bei Chefarzt Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe und Stationsleitung Kirsten von der Heide: „Alles ist vorbereitet, dass es wieder Schongauer Kindl bei uns geben kann.“

Infos für Schwangere

Schwangere werden gebeten, sich ab Montag, 30. November, für eine Geburt im Schongauer Krankenhaus unter Tel. 08861/215291 anzumelden. Weitere Infos gibt es hier.

Lesen Sie auch: Die Langau gehörte früher zu einem Kloster, heute ist sie eine bundesweit einzigartige Erholungsstätte für Familien mit behinderten Kindern. Durch die Pandemie kämpft sie ums Überleben.

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