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Schongau: Gedanken zur E-Mobilität und Ladesäulen in der Stadt

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Von: Elke Robert

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Wie kann man Ladesäulen wie an der Schongauer Bahnhofstraße auch vernünftig in Vorgärten und bei Mehrfamilienhäusern installieren? Darüber will sich die Verwaltung Gedanken machen.
Wie kann man Ladesäulen wie an der Schongauer Bahnhofstraße auch vernünftig in Vorgärten und bei Mehrfamilienhäusern installieren? Darüber will sich die Verwaltung Gedanken machen. © HH

Wie soll oder könnte der Ausbau der Elektromobilität in Schongau aussehen? Die Stadt soll hierzu erst einmal grundsätzlich Richtlinien erarbeiten, so ein Beschluss des Bauausschusses.

Schongau – Der im Rahmen des Klimaschutzes geplante Ausbau der Elektromobilität funktioniert nicht ohne den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Hierfür sollen in Schongau nun auch die formalen Voraussetzungen geschaffen werden wie etwa Änderungen oder Neufassungen von den notwendigen Satzungen. So erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich jüngst im Bau- und Umweltausschuss den Hintergrund des Tagesordnungspunktes Elektromobilität. „Es gibt vermehrt Anträge für Wallboxen und Ladesäulen auf den Grundstücken“, so Dietrich. Der Wohnort sei für die meisten Nutzer auch die wichtigste Lademöglichkeit für ihre Fahrzeuge und darüber hinaus auch finanziell die günstigste Möglichkeit, erläuterte Dietrich die Hintergründe. Vielfach gebe es PV-Anlagen auf dem Dach, über die die Fahrzeuge gespeist würden. „Auch habe ich am Wohnort eine ständige Verfügbarkeit.“ Dort, wo jemand bereits einen Stellplatz hat oder einen Carport, lasse sich eine Ladesäule unproblematisch realisieren, bei Wohnanlagen werde dies schon schwieriger. Anwohner sind dann auf Ladestationen im „halböffentlichen“ Straßenraum angewiesen, was geregelt werden müsse.

„In der Stadt Schongau sind wir vor allem bei den Vorgärten betroffen“, erklärte der Stadtbaumeister. Diese hätten einen besonderen Schutz, was die Gestaltung anbelangt. Auch solle etwa die Versiegelung so gering wie möglich gehalten werden. Eine gemeindliche Satzung könne nun etwa regeln, dass bei einem Stellplatz mit Ladesäule dennoch nur die Fahrspuren versiegelt oder mit Rasengittersteinen ausgestattet würden, der restliche Vorgarten aber ein Garten bleibe, nannte Dietrich ein Beispiel als Diskussionsgrundlage.

„Steinwüste“ im Gnettner-Areal

Ilona Böse (SPD) griff das Thema Vorgärten gerne auf. „Das allerschlechteste Beispiel ist gleichzeitig das jüngste Bauviertel: Das Gnetter-Areal ist eine Steinwüste, da wird mir jedes Mal schlecht, wenn ich da durchfahre“, kritisierte sie. In die gleiche Kerbe hieb Bettina Buresch (Grüne). „Im Gnettner-Areal ist auch zum Teil viel nicht umgesetzt worden, was in den Plänen steht“, kritisierte sie die steinernen Wege. „Und wenn der erste sich nicht dran hält, halten sich alle nicht dran.“

Die Frage Böses, wie man in Schongau mit dem Thema mögliche Gefahren durch E-Autos in den Tiefgaragen umgehen werde, interessierte die Grünen-Kollegin ebenfalls. Wobei sie eher darauf verwies, dass es in anderen Orten wie in Weilheim damit keine Probleme gebe. Die möglichen Gefahren beim Parken in den Tiefgaragen seien oftmals ein Argument von Gegnern, als Kommune sei man davon gar nicht betroffen, winkte Dietrich ab.

Erarbeitet werden sollen nun Regelungen für die Ladeinfrastruktur in Vorgärten mit minimaler Versiegelung. Außerdem will man über Mobilitätskonzepte nachdenken. Bauträger seien schon auf die Stadt zugekommen, die wissen wollten, ob es Angebote gebe zu Themen wie E-Mobilität, Carsharing oder Lastenfahrrädern. Bei Regelungen, die wegführten vom Individualverkehr, könnte es nämlich auch einen Nachlass beim Stellplatzschlüssel geben, stellte Dietrich in Aussicht.

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