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Symbolbild.

Sie wollten einer Freundin helfen

Beschönigungen aufgeflogen: Geldstrafen für zweimalige Falschaussage

Zwei junge Frauen im Alter von 23 und 24 Jahren haben sowohl bei einer Hauptverhandlung am Amtsgericht in Weilheim, als auch bei der darauf folgenden Berufung am Landgericht München II, falsche Aussagen zugunsten einer Angeklagten gemacht. Dafür mussten sie sich nun wieder vor dem Amtsgericht Weilheim verantworten.

Weilheim – Die beiden jungen Frauen legten ein vollumfängliches Geständnis ab und zeigten Reue. Das sprach laut Vorsitzender Richterin Karin Beuting deutlich zu ihren Gunsten, wie Beuting erklärte. „Eine Falschaussage ist keine Kleinigkeit. Normalerweise gibt es dafür eine Haftstrafe.“

Bei Streit in sozialer Einrichtung Kontrahentin die Hand in der Tür eingeklemmt

Die Angeklagten, die im August 2019 Zeugen eines Vorfalls wurden, bei dem zwei andere Frauen in der gemeinsam bewohnten sozialen Einrichtung in Streit geraten waren, sagten damals zugunsten der befreundeten Angreiferin aus. Diese hatte ihrer Kontrahentin die Hand in der Tür eingeklemmt.

Angeklagte haben Geschehen beschönigt, um Freundin zu helfen

Die beiden Angeklagten beschönigten damals das Geschehen, um ihrer Freundin zu helfen. Ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte, denn es konnte die Schuld der Angreiferin bewiesen werden. „Schon die Richterin in der ersten Verhandlung hat Ihnen nicht geglaubt und Sie mehrfach gefragt, ob es denn auch wahr sei, was Sie da sagen“, so Beuting. Immer weiter hatten sich die beiden Frauen mit ihren Lügen verstrickt.

Auch in Berufung bei Falschaussage geblieben

Auch bei der Berufung blieben sie bei ihrer Falschaussage. „Wenn erst einmal der Zug entgleist ist, ist man in einem Dilemma“, sagte ein Verteidiger. Die beiden Angeklagten waren zu dem Zeitpunkt gerade in das Alter gekommen, in dem man sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilen muss. „Ich erwarte also, dass man als Erwachsener das Gehirn einschaltet“, sagte Richterin Beuting.

Die Verteidiger berichteten von den jeweils schwierigen psychischen und wirtschaftlichen Verhältnissen der jungen Frauen zu dem damaligen Zeitpunkt und betonten, dass beide Mandantinnen nun in stabilen Verhältnissen seien, derzeit eine Ausbildung machen und Reue zeigen würden.

Vollumfängliches Geständnis bewahrt Frauen vor Haftstrafe

„Sie haben damals eine falsche Entscheidung getroffen. Aber ich sehe, dass Sie auf einem guten Weg sind“, sagte Beuting. Das vollumfängliche Geständnis, das auch dazu führte, dass der ganze Fall nicht noch einmal aufgerollt werden musste, habe die Frauen vor einer Haftstrafe bewahrt, so Beuting. Sie verurteilte die Frauen zu einer Geldstrafe von 2700 Euro (180 Tagessätze zu je 15 Euro) und 1800 Euro (180 Tagessätze zu je zehn Euro).

REGINA WAHL-GEIGER

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