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Gemeinde kauft ihr Land zurück

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Von: Jörg von Rohland

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Rund 80 Bürger lauschten in der Gemeindehalle dem Vortrag des Bürgermeisters, Einwände gegen die Gemeindepolitik gab es keine. © jvr

Die Ortsentwicklung war das tragende Thema der Bürgerversammlung in Schwabsoien am Montagabend. Unter anderem will Bürgermeister Siegfried Neumann den Ortskern wieder mehr beleben. Zu mehr Ordnung forderte er die Bürger an den Wertstoffcontainern auf.

Schwabsoien – „Am Containerplatz schaut es wieder aus wie Sau!“, nahm Neumann in seinem Referat kein Blatt vor den Mund. Jeder schmeiße alles hin, und was nicht mehr in die Container passe, werde oben drauf gestellt, klagte der Rathauschef über das unschöne Bild. „Schaut bitte, dass es einigermaßen sauber bleibt“, bat er die Bürger.

Und wo der Rathauschef schon mal bei den Sauereien war, kam er gleich noch auf die Wildschweinplage zu sprechen, die auch in Schwabsoien und Sachensried schlimmer wird. Die Schäden, die die Tiere anrichten, gehen mittlerweile „in die Tausender“, berichtete Neumann, der die Jäger ausdrücklich in Schutz nahm. Eine intensive Bejagung der Wildschweine sei schwierig, die Jäger würden manchmal vom Gesetzgeber schlicht allein gelassen. Weitere Plagegeister, die die Bürger zur Sprache brachten, waren die Füchse. „Wir sind gerne bereit, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen“, antwortete Neumann, verwies aber auch auf die Jagdbehörden.

Von den tierischen Problemen abgesehen, wusste der Bürgermeister viel Gutes zu berichten, das das laufende Jahr gebracht hat. Angefangen von den erfreulichen Haushaltszahlen – „wir haben nicht schlecht gewirtschaftet“ – über die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Schongau bei der Trinkwasserversorgung bis zur Erweiterung des Gewerbegebiets; Neumann wirkte sehr zufrieden.

Woran es derzeit noch hakt, ist Neumanns Worten zufolge neues Bauland für die Einheimischen. „Wir sind auf der Suche nach weiteren Flächen, die Gemeinde kann sich drei Standorte vorstellen“, erläuterte er den rund 80 lauschenden Bürgern. In den Verhandlungen sei man jedoch nicht so recht weitergekommen. „Wir suchen Flächen, aber nicht um jeden Preis“, ließ Neumann durchblicken, dass einige offenbar astronomische Vorstellungen haben. Man werde jetzt „ein finales Angebot machen“, erklärte Neumann, der hofft, sich dann mit einem Grundstücksbesitzer einig zu werden. „Die anderen werden dann sehr schnell mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen“, kündigt er an.

Neumann hob auch die Notwendigkeit der innerörtlichen Entwicklung heraus. Er versprach, dass das alte Feuerwehrhaus noch in diesem Jahr abgerissen werde und verwies auf zwei leer stehende „Großgebäude“ im Ort: eines in Gemeinde-, das andere in Privatbesitz. Man werde sich etwas überlegen müssen, aber es sei noch nichts im Plan und vorbesprochen, erläuterte der Bürgermeister. Ziel ist es seinen Angaben nach auch, den Ortskern zu beleben; mit Einkaufsmöglichkeiten, sozialen Treffpunkten und mehr.

Konkreter äußerte sich der Rathauschef zu leeren Bauflächen in Sachsenried. Die Gemeinde hat seinen Angaben nach dort ein Rückkaufsrecht, wenn nach zehn bis 15 Jahren noch nichts gebaut worden ist. Von diesem Recht wird das Rathaus jetzt Gebrauch machen. „Sie können davon ausgehen, dass nächstes Jahr in Sachsenried das ein oder andere Haus gebaut wird“, kündigte Neumann an.

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