Monika Uhl vom Verein Pro-Innenstadt Penzberg.
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Monika Uhl vom Verein Pro-Innenstadt Penzberg.

Unterschiedliche Reaktionen

Gesundheitsamt Weilheim-Schongau setzt auf Luca-App

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Mit der Luca-App sollen Kontaktdaten zur Nachverfolgung schneller registriert und an das Gesundheitsamt weitergeleitet werden. Das Landratsamt setzt die App ab sofort ein.

Landkreis – „Auf jeden Fall besser als die Zettelwirtschaft“, sagt Peter Kuchler, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), zur Nachricht, dass das Gesundheitsamt Weilheim-Schongau ab sofort auf die sogenannte Luca-App zur Kontaktnachverfolgung setzt. Wann die Gaststätten wieder öffnen dürfen, steht zwar in den Sternen – Kuchler hofft auf Pfingsten –; dass aber weiterhin die Daten aller Gäste von den Wirten registriert werden müssen, steht für ihn außer Frage. Da sei eine App statt auszufüllender Papierlisten sicherlich eine Erleichterung für alle Beteiligten.

Dennoch hält sich die Begeisterung des Dehoga in Grenzen. Die Luca-App ist umstritten. Unter anderem wird auch der Datenschutz von Experten bemängelt. Und: „Wir haben eigentlich eine eigene App namens ,darf ich rein’“, erklärt Kuchler. Die hätte man bevorzugt. „Die Empfehlung des Hauptvereins ist, erst mal abzuwarten, wie die Luca-App angenommen wird. Wir haben ja eh noch keine Öffnungsperspektive.“ Das sei aktuell das Hauptproblem der Branche.

Die Luca-App

Die Staatsregierung hat die Landes-Lizenz für die Luca-App erworben. Daher können Bürger, Unternehmen, Organisationen und Behörden im Landkreis Weilheim-Schongau die App kostenfrei nutzen. Nutzer geben ihre Daten einmal ein und die App erstellt einen QR-Code. Dieser kann beispielsweise von Gastronomen, Geschäftsinhabern oder Veranstaltern eingescannt werden. Die App erstellt so automatisch eine persönliche Kontakt- und Besuchshistorie und ermöglicht im Infektionsfall eine verschlüsselte Kontaktdatenübermittlung an das Gesundheitsamt. Auch ohne Smartphone kann Luca genutzt werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.luca-app.de

Nachvollziehbarkeit als Vorteil der Luca-App

Jedes Hilfsmittel, das dazu beitrage, dass sich Menschen im Handel sicher bewegen können und die Pandemie in den Griff bekommen wird, sei ihr recht, sagt Monika Uhl von Pro-Innenstadt Penzberg. Vor allem die Nachvollziehbarkeit von Kontakten sei ein großer Vorteil der App. Die betont auch Dr. Stefan Günther, Leiter des Gesundheitsamts: Die Luca-App, sei eine Erleichterung für die Ermittler. „Je mehr Bürger, aber auch Unternehmen die Luca-App nutzen, desto besser kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erfolgen.“

Nicht im Vordergrund steht für Monika Uhl hingegen, dass der Verwaltungsaufwand reduziert wird. Der halte sich derzeit ohnehin in Grenzen. Zwar sei das Testen sicherlich sinnvoll – „für den Handel aber ist es die Hölle“. Niemand würde einkaufen.

Plantsch hat die Luca-App bereits

Schon in den vergangenen Wochen hatte Andreas Kosian vom Schongauer Schwimmbad „Plantsch“ für die Luca-App geworben. „Ich bin sehr froh, dass sich dieses effektive Werkzeug zur Unterbrechung von Infektionsketten endlich auch bei uns durchsetzt“, sagt er. Wichtig sei, dass sich die App bundesweit durchgesetzt hat, sodass die Verfolgung von Infektionsketten auch über Ländergrenzen hinweg funktioniert. Kollegen aus der Gastrobranche hatten sich das System gleich am Mittwoch von Kosian erklären lassen. „Das Interesse scheint also schon da zu sein.“

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