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Auch die Fuchstalbahn-Befürworter (grüne Hemden) schlossen sich dem Stand der „Fridays for Future“-Gruppe am Schongauer Marienplatz an. „Wir bündeln alle Kräfte“, so „Parents for Future“-Initiator Ulrich Koch (knieend 1.v.l.). 

Nicht jedem gefällt ihr Engagement

Wegen Greta Thunberg: Erwachsene gründen „Parents for Future“-Gruppen - „Jeder muss handeln“ 

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Für den Klimaschutz gehen seit Monaten Schüler auf die Straßen. Als „Parents for Future“ unterstützen immer mehr Erwachsene die Demonstranten - nun auch im Landkreis. 

  • Im Landkreis Weilheim-Schongau haben sich zwei besondere Ortsgruppen gegründet.
  • Als „Parents for Future“ wollen sich Erwachsene für den Klimaschutz engagieren.
  • Ausschlaggebend für eine Weilheimer Unternehmerin war ein Aufruf von Greta Thunberg.

Schongau/Weilheim – Es ist Freitagnachmittag: Am Schongauer Marienplatz direkt vor der Stadtpfarrkirche hat eine kleine Gruppe einen Stand aufgebaut. „Klimaschutz im Schongauer Land“ ist auf einem großen Transparent zu lesen, das über dem aufgeklappten Campingtisch hängt. Passanten sind nur wenige unterwegs, wer sich nähert, wird angesprochen. „Wollen Sie mehr über den Klimaschutz erfahren?“ 

„Parents for Future“-Ortsgruppen im Landkreis Weilheim-Schongau gegründet

Man kommt sofort zur Sache. Seit ihrem Demonstrationszug durch die Lechstadt Ende November ist die „Fridays For Future“-Bewegung auch in Schongau angekommen. Doch die jungen Initiatoren sind nicht die einzigen, die sich an diesem Nachmittag unter dem grauen Himmel hinter dem Stand versammelt haben.

Bei ihnen steht Ulrich Koch, 62 Jahre, Peitinger. Der Vater von vier erwachsenen Kindern hat die Ortsgruppe „Parents for Future“ ins Leben gerufen. Anfang November war das. Zuvor hatte Koch nach der großen Demo in Weilheim im September Kontakt zur örtlichen „Fridays for Future“-Gruppe aufgenommen und seine Unterstützung angeboten.

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Nach Aufruf von Greta Thunberg: Erwachsene gründen „Parents for Future“-Ortsgruppen

Die nahm das Angebot dankbar an. Beim ersten Treffen trommelte der 62-Jährige gleich zwölf Mitstreiter zusammen. Mittlerweile stünden auf dem Verteiler gut 25 Personen aus Schongau, Peiting und den umliegenden Gemeinden. Junge Eltern, Großväter und Großmütter, aber auch Erwachsene ohne Kinder seien darunter.

Gemeinsam haben sie eines: Man wolle die Jugendlichen bei ihrem Kampf für mehr Klimaschutz unterstützen, sagt Koch. Das beginne bei organisatorischen Dingen. Für die Klima-Demo etwa habe es erwachsene Ordner gebraucht. „Die haben wir gestellt.“ Künftig wolle man sich verstärkt auch selbst einbringen, wenn es etwa darum gehe, die Lokalpolitik für mehr Klimaschutz zu sensibilisieren. „Jeder muss handeln, wo er kann.“

Das würde auch Lissi Reitschuster sofort unterschreiben. Die Weilheimer Unternehmerin hat in ihrer Heimatstadt bereits im Juni mit einigen Mitstreitern die erste Ortsgruppe der „Parents for Future“ im Landkreis ins Leben gerufen. Ausschlaggebend sei der Aufruf von Greta Thunberg gewesen, dass sich auch die Erwachsenen weltweit dem Protest anschließen sollten, sagt Reitschuster.

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„Parents for Future“ in Weilheim: Interesse an Ortsgruppe ist groß

Bis dahin hatte die alleinerziehende Mutter das Engagement für „Fridays for Future“ ihrer beiden 13 und 14 Jahre alten Töchter aus der Zuschauerrolle verfolgt. „Es hat mich wahnsinnig berührt, wie ausdauernd sie viel Arbeit reingesteckt haben. Das war viel mehr, als nur auf die Straße gehen.“ Das Interesse an der „Parents for Future“-Gruppe ist auch in Weilheim groß. 

Bei der Gründung sei man noch zu Viert gewesen, bei den nächsten Treffen seien bereits über 20 Leute gekommen, erinnert sich Reitschuster – darunter nicht nur Eltern. Nach der Klimawoche im September sei das Interesse regelrecht explodiert. Mittlerweile ließen sich über 60 Leute über Neuigkeiten aus der Gruppe informieren. Wichtig ist Reitschuster, dass man als Erwachsene die Jugendlichen unterstütze. „Wir machen nichts eigenes, immer nur in Abstimmung.“

„Parents for Future“-Ortsgruppen gegründet: Nicht jedem gefällt Engagement

Nicht jedem allerdings gefällt das Engagement. An ihrem Stand während der Klimawoche seien auch Leute da gewesen, die geschimpft hätten, sagt Reitschuster. „Aber es war viel positiver, als ich befürchtet habe.“ Mit den Menschen reden, das ist ihr wichtig. „Nur so lassen sich Widerstände abbauen“, ist sich die Weilheimerin sicher.

chpe

In Lechbruck erwies sich ein Eishockeyspieler des SG Senden/Burgau als schlechter Verlierer: Nach dem Spiel verletzte er einen jungen Zuschauer.

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