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Imposanter Anblick: Die riesige Hochzeitsgesellschaft zog durchs Maxtor zur Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt.

Fünf Kutschen und ein Hochzeitslader

Große Hochzeit legt Schongauer Altstadt lahm

Es war ein beeindruckendes Schauspiel am Samstagvormittag: Wer schafft es, mit seinen Hochzeitsgästen nicht nur die Schongauer Stadtpfarrkirche zu füllen, sondern zeitweise auch die halbe Altstadt lahmzulegen?

Schongau – Es ist ein Kirchenzug so richtig nach alter Väter Brauch. Vorneweg der Hochzeitslader Franz Mangold, daneben der Dirigent der Stadtkapelle Marcus Graf mit erhobenen Taktstock. Die Kapelle selbst spielt Marschmusik im akkuratem Gleichschritt. Es geht bergauf Richtung Maxtor. Glockengeläut der Stadtpfarrkirche begrüßt die Hochzeitsgesellschaft.

Strahlendes Brautpaar: Franz und Antonia Reß le mit Sohn Franz.

Fünf Kutschen haben sich hinter den Musikern eingereiht. Das Bild der ersten Kutsche beim Betrachten eher ungewohnt. Sitzt doch normalerweise auf dem Kutschbock immer ein Reßle Franz, egal ob Senior oder Junior. An diesem Tag ist alles anders. Vater und Sohn Reßle haben in einer der fünf Kutschen Platz genommen. Der Junior in Spitzenposition, neben ihm seine Antonia und Sohn Franz. Dahinter rollt der Senior, ebenfalls als Passagier in einer Kutsche. Natürlich Ehefrau und Brauteltern mit im Boot. Alle festlich gekleidet. Selbstverständlich in Tracht.

Des Rätsels Lösung: Franz führt an diesem Vormittag seine Antonia zum Traualtar in die Stadtpfarrkirche. In den folgenden weiteren drei Kutschen sitzen Großeltern, Geschwister und Trauzeugen. Der komplette Seitzenhof mobil, rollt quasi den Berg hinauf. Es folgen Fahnenabordnungen und Mitglieder des Trachtenvereins. Ohne Frage zu Fuß, wie auch alle Freunde des Brautpaares – so eine Hochzeit hat man in Schongau lange nicht gesehen. Blumensträußchen werden geschwenkt, die Stimmung ist prächtig, der Verkehr in der Altstadt kommt fast zum Erliegen. Die Trauungsmesse zelebriert Diakon Hans Steinhilber, der selbstverständlich unter dem Messgewand Tracht trägt. Wie gesagt, nach alter Väter Brauch. 

Hans-Helmut Herold

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