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Die ganze Schulfamilie zieht an einem Strang und wünscht sich, dass „ihre“ Herzogsägmühle die Mensa auch künftig betreiben kann (v.li): Mensa-Leiterin Veronika Schwaiger, Mitarbeiterin Claudia, Lehrer Emanuel Riesenbeck, Verbindungslehrer Alexander Mikutta, Schülersprecherin Pia Wispereit, Caroline Neumeier, Lehrerin und Ansprechpartnerin für „Schule mit Courage“ sowie Schülersprecherin Nicola Jais.

Ab Herbst soll ein Versorger alle Schulen und den Hort bedienen

Schongauer Gymnasiasten kämpfen um ihre Mensa

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Die Mensa wird im Schulzentrum Schongau ganz neu organisiert. Ab Herbst soll ein einziger Caterer alle vier Schulen plus Hort versorgen – inklusive Pausenverkauf. Die Ausschreibung erfolgt europaweit. Die Gymnasiasten kämpfen jetzt um „ihre“ Herzogsägmühle, ein Erfolgskonzept seit 14 Jahren.

Schongau – Vor 14 Jahren ist von Herzogsägmühle die Mensa am Gymnasium übernommen worden. Das Inklusionsprojekt kommt bei der Schulfamilie – Schülern, Lehrern und Eltern – extrem gut an. „Da stimmt der lokale Gedanke, eine Kooperation mit einer Einrichtung direkt vor unserer Haustüre, wo das Gemüse in Bioqualität auch noch selbst angebaut wird – genau so, wie wir es im Unterricht immer vermitteln“, so Alexander Mikutta, Verbindungslehrer am Welfen-Gymnasium. Begeistert war man bisher auch, „weil die Wege einfach kurz sind“, so Lehrerin CarolineNeumeier, Ansprechpartnerin für „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Wenn es Wünsche gab oder Verbesserungsvorschläge, in einem kleinen Gespräch sei dies leicht zu lösen gewesen. Neumeier verweist konkret auf das Inklusionsprojekt der Mensa, von dem die Schulfamilie wie auch die Mitarbeiter selbst profitierten.

Die Tage der Mensa im Gymnasium in ihrer jetzigen Form sind aber gezählt. Zum neuen Schuljahr soll die Versorgung aller Schüler des Schulzentrums zentral über einen Versorger laufen, der die neue Mensa betreibt mit Speiseraum für Grund- und Realschüler und die Mensen des Gymnasiums und der Mittelschule beliefert. Auch der Pausenverkauf soll künftig zentral organisiert werden. Das restliche Schuljahr läuft noch alles wie gehabt, aber die Verträge sind gekündigt.

„Wir befürchten, dass dann alles nicht mehr so gesund ist“, so Schülersprecherin Pia Wispereit. Die Schüler haben eine Unterschriftenaktion gestartet, um „ihre“ Mensa zu erhalten, wie sie ist – mit mehr als deutlichem Ergebnis. Von 821 Gymnasiasten haben bis gestern 684 unterschrieben. Das sind 83,3 Prozent. Auch die Erwachsenen sind sich einig: Rund 50 Prozent der Eltern hätten online bereits unterzeichnet und von ihnen stimmten rund 90 Prozent dafür, dass die Herzogsägmühle weitermacht, so die Information von Schülersprecherin Amelie Kaul. Bei den Lehrern sieht es ähnlich aus, schätzt Mikutta.

Ihre Sorge, dass es künftig in der Mensa mit einem zentralen Versorger nicht mehr so gut läuft, hat die Schulfamilie am Mittwoch im Schongauer Rathaus vorgetragen, es sei eine angenehme Gesprächs-Atmosphäre gewesen. „Wir hoffen, dass die Anregungen Gehör finden“, wünscht sich Mikutta. Dass diese aufgenommen wurden, versichert Bettina Schade, Geschäftsleiterin der Stadt Schongau, die sich „um größtmögliche Transparenz“ bemühen und „alle mitnehmen“ will. Erste Gespräche mit Vertretern aller Schulen und des Hortes habe es bereits im April 2018 gegeben.

Für die beiden Sachaufwandsträger, den Landkreis Weilheim-Schongau für die weiterführenden Schulen sowie die Stadt für Grund- und Mittelschule, hat Schongau die Federführung der Ausschreibung übernommen. Weil alles aus einer Hand kommen soll, auch der Pausenverkauf, liegt man mit der Angebotssumme jedoch bereits in einem Bereich, bei dem europaweit ausgeschrieben werden muss, erklärt Kreiskämmerer Norbert Merk. „Das ist ein offenes Verfahren, bei dem sich natürlich auch Herzogsägmühle bewerben kann.“

„Wir haben bereits Gespräche geführt“, so Hans Rock, Vorstand Finanzen in Herzogsägmühle. „Wenn wir es irgendwie stemmen können, beteiligen wir uns.“ Man habe die Zusammenarbeit mit der Schule immer wertgeschätzt – „alle fanden das gut“. Im Übrigen freue man sich über das Engagement speziell der Schüler.

Die neue große Mensa ist baulich zunächst auf 300 Essen ausgerichtet, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Mit Blick in die Zukunft: Bei der Grundschule kommt ab Herbst eine Ganztagsklasse hinzu. Bis zu 450 Essen könnten gekocht werden, so Dietrich. Die Zahlen seien Erfahrungswerte und von den Schulen hochgerechnet. Erste Geräte für die Mensa im Bereich des Grundschulneubaus sind bereits angeliefert.

Die Mensa-Ausschreibung startet Anfang März.

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