Helmut Schmidbauer ist für den Museumsbetrieb verantwortlich

Bilanz und Ausblick

Gymnasiasten meiden Stadtmuseum

Mehr als 120 Millionen Menschen besuchen jährlich die rund 5000 deutschen Museen. 2358 Besucher kamen vergangenes Jahr ins Schongauer Stadtmuseum. Bei der Mitgliederversammlung des historischen Vereins wurden die neuesten Zahlen und Pläne für das Jahr vorgelegt.

Schongau An drei Tagen in der Woche ist das Stadtmuseum Schongau geöffnet, dazu bei Vorträgen, am Museumstag und für Führungen. Insgesamt öffnete das Museum so 172 Mal im vergangenen Jahr, resümierte Helmut Schmidbauer, der für den Museumsbetrieb verantwortlich zeichnet. Dabei habe man 2358 Besuche registriert. Über ein Fünftel der Besucher kommen dabei auf Vorträge und Ausstellungseröffnungen, am Museumstag immerhin 178 und im Rahmen von Stadtführungen über 700.

Auch Schulklassen könne man im Museum begrüßen, so Schmidbauer, 221 Schüler aus der Grund-, Real- und Berufsschule kamen im Rahmen des Unterrichtes. Allerdings keine des Welfen-Gymnasiums. Warum ausgerechnet die Gymnasiasten sich nicht für die Geschichte der Stadt interessieren, konnte der ehemalige Gymnasiallehrer aber nicht beantworten.

Hingegen kannte Schmidbauer die beliebtesten Monate: Vor allem um Weihnachten, also im Dezember und Januar, kämen viele Besucher. Auch von Mai bis Juli und nochmals im Herbst stiegen die Zahlen an. Nachdem man die schwächsten Monate (Februar, August und November) kenne, könne man da eventuell gegensteuern.

Man habe hart dafür gearbeitet, dass es das Museum gebe, resümierte Schmidbauer die 13 Jahre Museumsbetrieb unter der Ägide des Vereins. „Das Museum ist ein kulturelles Highlight“, meinte Schmidbauer und weiter: „Es wäre ein Rückschlag von über 100 Jahren ohne das Museum in der Altstadt.“ Durch das Museum sei die Altstadt Schongaus mehr nur als eine Shopping- oder Kneipenmeile, wäre die Attraktivität der Innenstadt deutlich geringer. „Das Museum ist ein Glanzpunkt in der Altstadt“, war sich der Kurator sicher.

Ein Glanzpunkt allerdings, der nur dank der unentgeltlichen Arbeit von 44 Ehrenamtlichen so leuchten kann. Wobei Schmidbauer den Vergleich zog mit dem Stadtmuseum München, das in etwa dieselben Exponate (bezogen auf die Landeshauptstadt) zeigt, 172 000 Besucher (also nicht mal zehn Prozent der Bevölkerung) anlockte, dafür aber über einen Etat von fast 15 Millionen Euro verfüge. Bezogen auf die Einwohner, immerhin zehn Euro, zweieinhalb Mal so viel wie in Schongau.

Was die Aktivitäten des kommenden Jahres angeht, gab Franz Grundner einen kurzen Ausblick. Man wolle alte Filme aus der Nachkriegszeit zeigen, außerdem stehe das 40-jährige Jubiläum der Städtebauförderung an. Man habe zwar schon vor zehn Jahren eine Ausstellung dazu gemacht, „aber es hat sich in dieser Zeit viel getan“, so Grundner.

Im Hinblick auf die Dauerausstellungen hat sich ebenfalls etwas getan. So kommt das Stadtmodell zu neuen Ehren, und auch der Schongauer Münzschatz werde in einer neuen Ausstellung und mit neuen Vitrinen unter dem Dach des Museums Platz finden. Sukzessive wird auch die Beleuchtung im Museum auf LED umgestellt, vor allem in der Erasmuskirche strahlen die Dioden in einer kreisförmigen Anordnung vom Himmel herab. Auch auf die Bestandserhaltung im Fundus des Museums ging Grundner ein, werden doch damit wichtige Exponate gesichert und erhalten. So wurde gerade das Hinterglasbild der Königin Karoline von Bayern aufwendig restauriert und ein Clavichord mittels Stickstoffbehandlung vom Schädlingsbefall befreit.

Oliver Sommer

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