Seit Jahren helfen die Schüler: Das Bild stammt aus dem Jahr 2015. Damals hatten die Gymnasiasten in Schongau 63 Rucksäcke gesammelt und mit den nötigen Utensilien gefüllt. Dafür gab es von Vorstandsmitglied Maria-Anna von Stauffenberg (2.v.r.) viel Dank und eine Urkunde. Die Hilfe der Schüler ist bis heute ungebrochen.
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Seit Jahren helfen die Schüler: Das Bild stammt aus dem Jahr 2015. Damals hatten die Gymnasiasten in Schongau 63 Rucksäcke gesammelt und mit den nötigen Utensilien gefüllt. Dafür gab es von Vorstandsmitglied Maria-Anna von Stauffenberg (2.v.r.) viel Dank und eine Urkunde. Die Hilfe der Schüler ist bis heute ungebrochen.

Schongauer Gymnasiasten helfen Kindern in den ärmsten Ländern der Welt

Welfen-Gymnasium hält „Mary’s Meals“ die Treue

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Wertvoller denn je ist in der Corona-Pandemie das Schülerhilfsprojekt „Mary’s Meals“. Auch die Schongauer Gymnasiasten haben einen Anteil daran, dass in 19 der ärmsten Länder der Welt Kinder eine warme Mahlzeit am Tag erhalten. Seit fünf Jahren sammelt die SMV im Gymnasium Sach- und Geldspenden. Und das mit beachtlichem Erfolg.

Schongau – Die Sachsenriederin Maria-Anna von Stauffenberg engagiert sich seit mehreren Jahren als Vorstandsmitglied ehrenamtlich für die Kinderhilfsorganisation „Mary’s Meals“, die 2002 von dem Schotten Magnus MacFarlane-Barrow ins Leben gerufen worden ist. Die Schüler-Mitverwaltung (SMV) des Welfen-Gymnasiums zählte mit zu den ersten, die die 60-Jährige im Schongauer Land für das Projekt begeisterte. Und die Sachsenriederin berührt und freut es sehr, dass die Schüler der Organisation die Treue halten. „Jedes Jahr überraschen sie mich mit noch höheren Beträgen“, berichtet die 60-Jährige.

Auch 2020 hatten sich die Schüler wieder selbst übertroffen. Satte 3500 Euro Spenden sammelte die SMV im Gymnasium, 500 Euro legte sie aus ihrer Kasse noch obendrauf. Und das aus gutem Grund: „Durch die momentane Lage mit Covid19 ist die Aktion umso wichtiger“, sagt SMV-Sprecherin Sophie Stadtmüller mit Blick auf die unterstützten Länder, in denen sich das Virus wie überall auf der Welt ausbreitet. Darunter sind Staaten in Afrika, aber auch Indien, Myanmar und Haiti zählen zu den Ländern, in denen „Mary’s Meals“ das Mittagessen in die Schulen bringt.

Mahlzeit wird nach Hause gebracht

Da die Kinder während der Pandemie nicht mehr in die Schulhäuser durften, drohte ihnen zuletzt nicht nur der Verlust von Bildung. Viel schlimmer noch: Sie hätten Hunger leiden müssen, weil für die Mädchen und Buben die Mahlzeit in der Schule oft die einzige am Tag ist.

Auch 2020 gab es eine Urkunde für das Welfen-Gymnasium in Schongau. Die SMV sammelte 3500 Euro und legte aus der eigenen Kasse nochmal 500 Euro drauf. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es bislang noch keine offizielle Urkunden-Übergabe. 

„,Mary’s Meals’ musste und konnte glücklicherweise sehr schnell sichere Wege finden, die Nahrung in dieser Krisensituation direkt an die Familien dieser Kinder auszugeben“, berichtet Maria-Anna von Stauffenberg. Und für die Schüler in Schongau war es Ansporn, „umso mehr zu spenden“, ergänzt SMV-Sprecherin Stadtmüller.

Die Unterstützung von „Mary’sMeals“ ist ihren Worten nach im Gymnasium zu einer festen Tradition geworden. „Schon lange bevor ich auf diese Schule kam, kannte jeder die Aktion.“ Viele positive Veränderungen durften die Schüler schon mitverfolgen. Man sei jedes Jahr wieder bewegt von den Filmen über die Entstehungsgeschichte und die Fortschritte des Projekts. „Wir können stolz sein, da wir zu diesen Veränderungen beigetragen haben“, sagt die SMV-Sprecherin.

Auch bei Rucksackaktion dabei

Es braucht gar nicht mal so viel, um den hungrigen Mädchen und Buben zu helfen. Nach Angaben der Organisation kostet es gerade mal 18,30 Euro, ein Kind ein ganzes Schuljahr lang zu ernähren. Die Schongauer Gymnasiasten bekommen mit ihrer jüngsten Spende also gut 200 Kinder am Tag satt.

Alle drei bis vier Jahre beteiligen sie sich obendrein an der „Rucksackaktion“ von „Mary’s Meals“. Dann werden Rucksäcke gesammelt, mit Stiften und Papier gefüllt und auf ihre Reise in die armen Länder geschickt. Und wenn es nach der SMV geht, wird sich an dem Engagement auch so schnell nichts ändern: „,Mary’sMeals’ ist in unseren Augen eine vertrauenswürdige Organisation, die wir gern auch weiterhin unterstützen wollen.“

Schulspeisung in 19 der ärmsten Länder der Welt wird regelmäßig kontrolliert

Der Schotte Magnus MacFarlane-Barrow hatte sich während des Balkankriegs zu Beginn der 1990er Jahre entschlossen, seinen Beruf auf einer Fischfarm aufzugeben und stattdessen Menschen in Not mit Hilfslieferungen zu unterstützen. 2002 begann er mit der Hungerhilfe in Malawi. Mittlerweile sind es weltweit 19 Länder, die durch „Mary’s Meals“ unterstützt werden.

Organisiert und durchgeführt wird die Schulspeisung in den Ländern von Freiwilligen der Gemeinden. Allein in Malawi gibt es 80 000 Ehrenamtliche (in der Regel Mütter), die sich beim Vorbereiten, Kochen und Austeilen der Mahlzeiten abwechseln. Mitarbeiter der Hilfsorganisation besuchen regelmäßig alle Schulen, um sicherzustellen, dass die wertvollen Zutaten richtig gelagert und verarbeitet werden und auch tatsächlich bei den Kindern ankommen. Im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es neben dem Welfen-Gymnasium weitere Schulen und Institutionen, die das Projekt unterstützen; zum Beispiel der Verein „Familien helfen Familien“.

Alle Infos zum Projekt und Spendenkonto gibt es im Netz unter www.marysmeals.de. Dort ist es auch möglich, eine eigene Spendenaktion für „Mary’s Meals“ zu starten. Einen Kurzfilm ist bei Youtube unter https://youtu.be/vhFysQFDJjE sehen. 

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