+
Dieses Bild zeigt die betroffenen Parkplätze an der Haldenbergerstraße, die zur Hol- und Bringzone werden.

Haldenbergerstraße und Lechvorstadt

Park-Einschränkung gegen Verkehrschaos

  • schließen

Die Stadt will die Verkehrsprobleme am neuen Haus für Kinder und in der Lechvorstadt mit Halteverboten lösen. Für manche Anlieger dürften sich dadurch spürbare Beeinträchtigungen ergeben.

Schongau – Seit dem Baubeginn an der Grundschule hat das Parkplatz-Problem in dem Bereich seinen Höhepunkt erreicht. Denn der große Parkplatz am ehemaligen Aldi ist nicht mehr nutzbar, auch die Anlieferung der Schüler leidet darunter, weshalb bereits die besonders belastete Fanschuhstraße zur Anliegerstraße mit großzügigem Halteverbot umgewandelt wurde. Das nächste große Problem steht im Herbst bevor, wenn direkt gegenüber auf dem ehemaligen May-Gelände das neue Haus für Kinder eröffnet. Zwar soll direkt davor ein großer Parkplatz entstehen, doch der wird erst 2019 fertig – bis dahin muss es eine Übergangslösung geben, um die geforderten fünf Stellplätze unterzubringen, wo Eltern ihre Kindergartenkinder anliefern können.

Im Bauausschuss stellte Martin Blockhaus vom Stadtbauamt die Überlegungen vor. „Den Gartenweg haben wir von vornherein ausgeschlossen, wir wollen dort keinen zusätzlichen Verkehr“, stellte er klar. Die Anwohner waren bereits auf die Barrikaden gegangen, weil dort das reine Park-Chaos herrscht. Laut Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) wurde dort bereits ein Holzzaun aufgestellt, um das Problem einzudämmen. Der Parkplatz an der Fanschuhstraße scheidet für Blockhaus ebenfalls aus, weil die Eltern dort über die vielbefahrene Marktoberdorfer Straße gehen müssten. „Der wird nicht angenommen“, so seine wohl zutreffende Vermutung.

Der einzig tragbare Weg sei deshalb, Kurzzeitparkplätze in der Haldenbergerstraße anzubieten, so Blockhaus – in Absprache mit der Polizei. „Das bedeutet, dass dort zwischen 7 und 16 Uhr nur höchstens 30 Minuten geparkt werden darf.“ Für Anwohner bedeute das, sie müssten weiter hinten in der Straße parken, die eine Sackgasse ist. „Wenn sie von der Arbeit kommen, können sie den Parkplatz nutzen“, warb Martin Keßler von der Stadtverwaltung. „Diese Lösung ist die geeignetste.“

Dieses Bild zeigt die Einfahrt zur Lechvorstadt. Wo das eine Auto rechts parkt, stehen oft noch viel mehr – das soll mit dem Halteverbot künftig unterbunden werden.

Michael Eberle (CSU) hatte aber seine Probleme mit der Regelung. „Die Eltern müssen wenden oder bis zum Ende der Straße fahren.“ Sein Vorschlag, doch den Gartenweg zu nutzen, wurde aber von Blockhaus abgeblockt: „Das ist bei dem vielen Hol- und Bringverkehr für die Schulen dort zu gefährlich.“ Die Kinder würden außerdem, anders als in der Schule, in einem längeren Zeitraum zwischen 7 und 9 Uhr gebracht, ergänzte Keßler: „Die kommen nicht alle gleichzeitig.“ Und Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt warf ins Feld, dass die Kinder vom Gartenweg zum Haus für Kinder über die Baustelle laufen müssten. „Auch deshalb war diese Variante schnell ausgeschieden.“

Doch Eberle gab nicht auf und brachte die Stellplätze vor dem Clara-Fey-Kinderhort ins Gespräch. „Die Mitarbeiter dort könnten doch in den zwei Jahren woanders parken.“ Das könne man nicht verändern, die seien verpflichtend für die Mitarbeiter, so Blockhaus. Und laut Keßler müsste man auf dem Parkplatz rückwärts rangieren, wo die Kinder unterwegs sind – viel zu gefährlich. Friedrich Zeller (SPD) brachte es schließlich auf den Punkt: „Die optimale Lösung werden wir nicht finden, aber das ist die beste.“ Mit 6:3 ging der Vorschlag für die Kurzzeitparkplätze an der Haldenbergerstraße durch.

Mit 8:1 Stimmen ging kurz darauf das Parkverbot an der Lechvorstadt durch, das Markus Wühr (CSU) angeregt hatte. Dort blockieren Autos am Straßenrand nicht nur die „Haupterschließungsstraße in das immer größer werdende Wohngebiet“, so Keßler. Auch Fußgänger werden zum Teil behindert, weil auf dem Gehweg geparkt wird. „Das kann man nicht hinnehmen. Deshalb schlagen wir vor, vor dem Lechwirt ein absolutes Halteverbot einzurichten und im weiteren Verlauf ein beschränktes.“ So könnten Anwohner weiter zum Aus- und Einladen kurz dort stehen. Um die Anwohner und die Gaststätte nicht zu belasten, sei er dagegen, die ganze Straße mit absolutem Halteverbot auszuweisen, so Keßler. Während Zeller kein Freund dieser Lösung war, „auch wenn es eng zugeht“, konnte sich Eberle dieses Mal damit anfreunden: „Der Verkehr muss dort fließen können.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Supermarkt für Rottenbuch? Hier finden Sie das Ergebnis des Bürgerentscheids
Rottenbuch entscheidet am Sonntag darüber, ob ein Edeka-Supermarkt in die Gemeinde kommt oder nicht. Hier finden Sie das Ergebnis des Bürgerentscheids.
Supermarkt für Rottenbuch? Hier finden Sie das Ergebnis des Bürgerentscheids
Ärger über Falsch-Parker am Peitinger Eisstadion
Eigentlich ist der Parkplatz am Peitinger Eisstadion ausschließlich für Autos gedacht. Doch in letzter Zeit nutzen ihn vermehrt Firmen als willkommenen Abstellort für …
Ärger über Falsch-Parker am Peitinger Eisstadion
Große Dünge-Herausforderung für Bauern
Immer wieder werden Landwirte als angebliche Umweltverschmutzer gebrandmarkt. Jetzt ist eine neue Düngeverordnung in Kraft getreten, die seit 2011 von zahlreichen Ämtern …
Große Dünge-Herausforderung für Bauern
Brandschutz verteuert Großprojekte
Mit Manfred Ullmann hat ein neuer Architekt die Planungen für die Reichlinger Mehrzweckhalle und den Happerger in Ludenhausen übernommen. In der jüngsten …
Brandschutz verteuert Großprojekte

Kommentare