Stärkung für den Heimweg: Von der IG-Metall gab es am Werkstor für die Hanes-Beschäftigten unter anderem Krapfen.
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Stärkung für den Heimweg: Von der IG-Metall gab es am Werkstor für die Hanes-Beschäftigten unter anderem Krapfen.

„akzeptables“ Verhandlungsergebnis

Nach Warnstreiks: Schongauer Hanes-Beschäftigte bekommen mehr Geld

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Über einen guten Tarifabschluss in schweren Zeiten freuen sich die Mitarbeiter der Firma Hanes in Schongau. Noch am vergangenen „Ruaßigen Freitag“ hatten die Beschäftigten ihren Unmut über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber in Form eines Warnstreiks zum Ausdruck gebracht.

Schongau - Sämtliche Schichten waren bei eiskaltem Wetter dem Streikaufruf ihrer IG Metall gefolgt. Pandemiebedingt gab es aber keine Kundgebung vor dem Werkstor an der Schönlinder Straße, die Mitarbeiter beendeten kurzerhand ihre Schichten und fuhren nach Hause. Die IG Metall vorsorgte die streikenden Kollegen dennoch mit Mützen, Schals und Faschingskrapfen.

Am Mittwoch gab die IG Metall nun den auch für Hanes gültigen Tarifabschluss in der Textil- und Bekleidungsindustrie bekannt: Für 2021 erhalten die Beschäftigten und Auszubildenden eine steuer- und abgabenfreie Corona-Prämie in Höhe von 325 Euro. Ab Februar 2022 steigen dann die Löhne und Gehälter um 1,3 Prozent, ab Oktober 2022 um weitere 1,4 Prozent. Das Urlaubsgeld wird ab 2022 um zwei Prozent erhöht. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten bis Ende Februar 2023.

Außerdem wird laut IG Metall der Tarifvertrag zur Altersteilzeit fortgeführt und sichert den Beschäftigten einen guten Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Die Arbeitgeber zahlen künftig mehr zum Altersteilzeitentgelt dazu: Der Aufstockungsbetrag steigt ab Juli 2021 um 30 Euro auf 630 Euro und ab Juli 2022 auf 650 Euro. Zudem erhöhen die Arbeitgeber ihre Zahlungen in einen Fonds zur Aus- und Weiterbildung in zwei Schritten von 12,50 Euro auf 15 Euro pro Beschäftigtem im Jahr.

Hanes-Betriebsrat Thomas Schweiger zeigte sich auf Anfrage dann auch zufrieden mit dem Abschluss. Hauptpriorität habe für ihn zuletzt in der Pandemie ohnehin die Beschäftigungssicherung gehabt. Also, „dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind“, machte der Betriebsrat klar. Die Nachfrage nach dem Damenfeinstrumpf, der in Schongau für die Märkte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz gestrickt wird, ist laut Schweiger in der Corona-Krise nämlich massiv eingebrochen. Der Grund: Es fehlten schlicht die Hochzeiten und anderen Abendveranstaltungen, für die sich die Damenwelt in Schale schmeißt. Für Hanes bedeutete das Kurzarbeit. Diese Woche sind davon noch 110 der 125 in Schongau Beschäftigten betroffen.

Vor diesem Hintergrund sei der Abschluss natürlich ein „akzeptables Ergebnis“ erklärte Schweiger. Er freute sich besonders, dass auch die Auszubildenden die Corona-Prämie erhalten. Für sie sei das Geld beinahe ein halbes Monatsgehalt. Ebenso begrüßte der Betriebsrat die Verlängerung der kostenfreien Fort- und Weiterbildungen der Beschäftigten. Diese werde in Schongau sehr gerne in Anspruch genommen.

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