Haupteingang Heiliggeist-Spital Schongau
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Das Heiliggeist-Spital in Schongau.

Betreutes Wohnen

Im Schongauer Heiliggeist-Spital: Umbau soll im Frühjahr starten

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Im Heiliggeist-Spital Schongau kann es im Frühjahr losgehen mit dem Umbau von Bewohnerzimmern in Appartements für Betreutes Wohnen. Der Stadtrat beschloss, die Baumaßnahme, für die rund 527 000 Euro veranschlagt sind, über einen Kredit zu finanzieren. Die Zimmer können seit Jahren wegen des Fachkräftemangels nicht belegt werden.

  • Seit Jahren kann die Heiliggeist-Stiftung nicht mehr alle Plätze im Seniorenheim belegen, weil Fachkräfte fehlen
  • Im Frühjahr soll nun in einem Gebäudeteil der Umbau starten
  • Einige Bewohnerzimmer sollen in sechs Appartements für Betreutes Wohnen umgebaut werden

Schongau – Zwei Fliegen sollen nun im Heiliggeist-Spital Schongau mit einer Klappe geschlagen werden. Nach 31 Jahren steht in diesen Zimmern dringend eine Sanierung an. „Geld hätte man also ohnehin in die Hand nehmen müssen“, berichtet Heimleiter Christian Osterried. Weil es auch weiterhin keine Pflegekräfte auf dem Markt gibt – „der Pflegenotstand hat sich seit Corona nicht aufgelöst, wird bloß von den Politikern nicht mehr so thematisiert“ (Osterried) –, und nicht mehr als 100 Bewohner in dem Seniorenheim in der Altstadt aufgenommen werden können, werden die leer stehenden Zimmer künftig anderweitig genutzt. „Das ist eine Weichenstellung für die Zukunft“, ist sich Osterried sicher, „wir stellen uns damit etwas breiter auf“.

Wie angedacht, werden in diesem Zuge elf Zimmer von Bewohnern, die sich über drei Etagen verteilen, in sechs Appartements umgebaut. Das Projekt ist schon recht weit gediehen, wie Osterried auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten berichtet. Spätestens im Januar sollen die Ausschreibungsunterlagen für die einzelnen Gewerke an die Firmen rausgehen. Es soll zügig losgehen, so der Wunsch, Osterried hofft auf einen Baustart im Februar oder März, je nachdem, wie die Auftragsbücher der Handwerker aussehen. Und bereits im Herbst 2021 sollen die Mieter einziehen können. Insgesamt sind rund sechs Monate Bauzeit vorgesehen. Architekt ist Horst Hafenmayer aus Ingenried.

Der Umbau beläuft sich auf 527.000 Euro

Auf 527 000 Euro beläuft sich die Kostenberechnung für den Umbau der Zimmer im Erdgeschoss, ersten und zweiten Stock. Jeweils zwei Appartements entstehen pro Stockwerk, die von einer Einzelperson, aber auch einem Paar bezogen werden können. „Der Vorteil: Wir bieten die Infrastruktur, die künftigen Bewohner können bei uns essen, von uns putzen oder waschen lassen, können aber auch alles selbst machen.“ Gedacht ist das Angebot aber nur für selbstbestimmte, rüstige Senioren, die Grenze wird wohl beim Pflegegrad zwei gezogen, erklärt der Heimleiter. „Sonst macht das keinen Sinn, denn wenn man auch in der Nacht Unterstützung braucht, hat das mit Betreutem Wohnen nichts mehr zu tun.“

Die Wohnungen sind zwischen 30 und 45 Quadratmeter groß und haben alle eine Küche mit eingebauter Kochmöglichkeit und, bis auf ein etwas kleineres Appartement, je einen separaten Wohnraum und ein Schlafzimmer. Es gibt bereits eine Vormerkliste, und es kommen immer wieder Anfragen. Beim letzten Seniorentag vor zwei Jahren hatten sich 15 Interessenten gemeldet. Verträge gibt es aber noch nicht, „dazu muss ich ja erst wissen, wann es bezugsfertig ist“, so Osterried. „Es ist also noch nichts fix, jeder hat eine Chance.“

Interessierte Senioren können sich auf Warteliste setzen lassen

An Kosten werden voraussichtlich rund 600 Euro veranschlagt plus Nebenkosten und eventuelle Serviceleistungen. Für ein Ehepaar mit Komplettpaket, also dem gesamten Service und Vollpension, werden rund 1900 Euro fällig, hat Osterried hochgerechnet. „Da muss man sich um nichts mehr kümmern, da ist alles dabei.“ Die Wohnungen bekommen einen eigenen Zugang über eine separate Eingangstüre, das Betreute Wohnen und das Seniorenheim sind absolut getrennt.

Der Bedarf sei da, „und in Kombination mit dem Fachkräftemangel ist das absolut zukunftsweisend“, so Bürgermeister Falk Sluyterman jüngst in der Stadtratssitzung, in der Osterried das Projekt in aller Kürze vorgestellt hatte. „Für mich ist es keine Alternative, die Zimmer leer stehen zu lassen“, so der Heimleiter.

Die Schongauer Stadträte loben diesen Vorstoß

Um das Vorhaben zu finanzieren, muss über die gesamte Summe ein Kredit aufgenommen werden. Dem stehen die künftigen Mieteinnahmen gegenüber. Angesetzt wird eine Nettokaltmiete von 15 Euro, Osterried rechnet mit Mieteinnahmen von rund 36000 Euro im Jahr. „Der Weg ist wichtig und richtig“, so Barbara Karg (SPD), und zwar für die Bewohner wie für die Altstadt. „Wo wenn nicht hier kann man ein Betreutes Wohnen einrichten?“ Laut Kornelia Funke (CSU) hätten die Vorplanungen „Hand und Fuß“.

Der Beschluss über die Kreditaufnahme fiel im Stadtrat einstimmig, allerdings vorbehaltlich der Finanzierung und der Genehmigung des Wirtschaftsplans 2021.

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