Kurz vor dem Lockdown 2020 präsentierten Friedrich (rechts) und Adrian Heimerer (Mitte) mit dem Schongauer Architekten Fritz Weinberger das Konzept für die Schule.
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Kurz vor dem Lockdown 2020 präsentierten Friedrich (rechts) und Adrian Heimerer (Mitte) mit dem Schongauer Architekten Fritz Weinberger das Konzept für die Schule.

Umbau am Marienplatz

Schongau: Bangen in der Heimerer-Schule um die Bauförderung

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Heimerers bangen um ihr neues Domizil für die Pflegefachschule. Spätestens am Mittwoch müssen die Verträge mit den Handwerkern unterschrieben werden, sonst müsste man den Umbau komplett neu ausschreiben, was viel Zeit und viel Geld kostet. Aber noch immer fehlt die Förderzusage der Regierung von Oberbayern.

  • Vor einem Jahr war man guter Dinge: Heimerer stellte die Umbaupläne für das Gebäude am Marienplatz vor und will mit der Pflegefachschule dorthin umziehen
  • Noch im Januar sieht alles gut aus, aber nun bangt man: Noch fehlt die Zusage für die Förderung der Sanierung
  • Es geht nur noch um Formales, aber die Zeit drängt. Es bleiben nur noch zwei Tage.

Schongau – Die Nerven von Adrian Heimerer sind mehr als angespannt. „Wir bekommen sehr viele Steine in den Weg gelegt und befürchten weitere Verzögerung der Bautätigkeiten“, klagt der Juniorchef von den Heimerer Schulen. Die Schongauer Pflegefachschule, eine von 14 Standorten in Deutschland, soll in neue, größere Räume ziehen, wofür das gesamte Gebäude Marienplatz 4 umgeplant und saniert wird (wir berichteten).

Eine offenbar unüberwindbare Hürde ist dabei die Beantragung des Förderprogramms bei der Regierung von Oberbayern. „Die Anforderungen sind teilweise absurd“, beschreibt es Heimerer. Aber die Zeit drängt: Die Baumaßnahme soll im Mai beginnen. Hierfür müssen die Verträge mit den Handwerkern, die nach der Ausschreibung den Zuschlag bekommen, bis spätestens 31. März geschlossen werden, das ist in zwei Tagen. Obwohl nach Aussagen der Familie bereits im November die Antragsunterlagen vollständig eingereicht wurden, war seitens der Regierung immer wieder etwas bemängelt worden, weil etwa eine Aufstellung nicht nach einer bestimmten DIN-Norm ausgefüllt worden war. „Die Kostenberechnung wurde mehrfach an die Vorstellungen der Behörde angepasst“, zählt der Juniorchef auf.

Bürokratische Hürden und Kommunikationsprobleme

Was ebenfalls nicht so einfach war, denn zu bürokratischen Hürden gesellen sich große Kommunikationsprobleme mit der Behörde: Ansprechpartner hätten gewechselt oder seien nicht erreichbar gewesen, Anhänge von E-Mails hätten nicht geöffnet werden können, Antworten verzögerten sich offenbar um Wochen. Die Mitarbeiter des Schongauer Architekturbüros mit viel Erfahrung im Bereich Förderanträge schütteln laut Heimerer den Kopf. „Wegen der Schwierigkeiten im Homeoffice hieß es zuletzt, wir sollen alles nochmals in Papierform abgeben.“

So wurden in der vergangenen Woche die 60-seitigen Unterlagen in dreifacher Ausfertigung nach München gebracht. Inklusive einem Anschreiben, das auf die Dringlichkeit einer Genehmigung der Förderung hinweist. „Wir erfüllten jedes Mal Ihre Anforderungen, erhielten aber immer wieder neue Forderungen anstatt der Erlaubnis. Eine telefonische Abstimmung wurde den Architekten verweigert bzw. es bestand keine Rufumleitung ins Homeoffice. Somit bleibt unklar, was noch fehlt“, heißt es in dem Anschreiben.

Betreiber der Pflegefachschule sind besorgt

Bei den Betreibern der Pflegefachschule ist man besorgt: Zwar hatte Corona die Pläne schon etwas verzögert, aber eigentlich war man noch im Januar guter Dinge. „Alle ausgeschriebenen Gewerke liegen im Kostenrahmen, die Firmen ermöglichen eine termingerechte Ausführung“, so Heimerer. Wenn nun die Zusage nicht kommt, gebe es zwei Möglichkeiten: „Entweder wir bauen auf die Förderung und schreiben alles neu aus, oder wir unterschreiben die Verträge und machen es ohne Förderung.“

Das Gebäude Marienplatz 4 soll Domizil der Heimerer Schule (bisher Karmeliterstraße) werden.

Die zeitliche Schiene einer Neuausschreibung sei überhaupt nicht abschätzbar, ob, wann und zu welchen Konditionen man neue Zusagen bekomme. Eigentlich sollte der Umzug in die neue Schule im Frühjahr 2022 erfolgen. Ohne Förderung kostet der Umbau – Gesamtinvestition inklusive Möblierung rund 2,2 Millionen Euro – jedoch ein Vielfaches: Der Freistaat Bayern kann Baumaßnahmen u.a. für berufliche Ersatzschulen mit einer Quote von bis zu 50 Prozent fördern (nur förderfähige Kosten).

Es besteht noch immer Klärungsbedarf

Die schulaufsichtliche Genehmigung des Raumprogramms sei bereits im Oktober erteilt worden, so Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung. Der im November eingereichte Förderantrag für die Baumaßnahme sei leider nicht vollständig gewesen, gefehlt hätten wesentliche Nachweise wie Baugenehmigung oder Brandschutznachweis. Nach wie vor Klärungsbedarf bestehe auch über den Kostenanteil des Gesamtvorhabens für den Ausbau des Dachgeschosses, der voraussichtlich nicht förderfähig sein werde. Geplant ist dort eine Wohnung für einen Lehrer oder Hausmeister. „Aufgrund der bislang vorgelegten Pläne und Kostenaufstellungen war uns bislang keine eindeutige Zuordnung der Leistungen möglich“, so Rupp. Er verspricht aber: „Wir stehen dazu in Verständigung mit dem Architektenbüro und sind zuversichtlich, dass noch eine kurzfristige Klärung erfolgen kann.“

„Seit Januar ist alles vollständig“, bestätigt Gabriele Anderl („plan3architekten“). Es gehe nur noch um die korrekte Darstellung der Kostenaufschlüsselung. „Am Dienstag soll es ein abschließendes Gespräch geben.“

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