Die Balken liegen wie hier im ersten Obergeschoss frei. Es sind sehr umfangreiche Umbauarbeiten.
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Die Balken liegen wie hier im ersten Obergeschoss frei. Es sind sehr umfangreiche Umbauarbeiten.

Aus ehemaliger Bank wird in Schongau eine Pflegeschule

Heimerer Schulen: Bauarbeiten in vollem Gange

  • Elena Siegl
    VonElena Siegl
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Die Heimerer Schulen ziehen an den Marienplatz – die Bauarbeiten sind seit April in vollem Gange. Adrian und Friedrich Heimerer haben sich die Fortschritte nun zusammen mit Bürgermeister Falk Sluyterman angeschaut und ihre Pläne für das aktuelle Schulgebäude verkündet.

Schongau – Wanddurchbrüche und Arbeiten an der Fassade der ehemaligen Hypovereinsbank in Schongau sind schon von außen nicht zu übersehen. Noch etwas „wilder“ sieht es derzeit im Inneren aus. Über Holzplanken geht es ins Gebäude, die Deckenbalken liegen frei, sind zum Teil nur noch provisorisch mit Brettern abgedeckt. Handwerker bohren und hämmern fleißig, es staubt.

Ein Bau auf der grünen Wiese wäre um einiges einfacher und günstiger gewesen, gibt Friedrich Heimerer von den gleichnamigen Schulen, die hier einziehen wollen (wir berichteten), unumwunden zu. Trotzdem ist er sich sicher, mit dem umfangreichen Umbau am Schongauer Marienplatz die richtige Entscheidung getroffen zu haben. „Mittendrin“ finden die Schüler der Pflegeschulen besser Anschluss ans Stadtleben und fühlen sich wohl.

Rund 100 Schüler mitten in der Lechstadt

Ziemlich stolz macht dieses „klare Bekenntnis zum Standort Schongau“ freilich den Bürgermeister. Alle Innenstädte würden einem Wandel unterliegen, da werde aus einer Bank schon mal eine Schule, sagt Falk Sluyterman. Wichtig sei aber, dass die Stadt belebt bleibe. Und dazu dürften in der Lechstadt rund 100 Schüler, die abwechselnd ihre Mittagspause auf dem Marienplatz verbringen, künftig beitragen.

Im April wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, erklärt Adrian Heimerer. Zuerst musste aber der vorläufige Maßnahmebeginn genehmigt werden, der wegen beantragter Fördermittel abgewartet werden musste. Weil immer wieder zuständige Behörden-Mitarbeiter im Homeoffice saßen, habe sich das Ganze etwas verzögert.

Den Baustoffmangel habe man bisher immerhin nur leicht zu spüren bekommen. Man liege weiterhin gut im Zeitplan und will Anfang nächsten Jahres fertig werden. „Wichtig ist, dass wir bis zu den Sommerferien 2022 fertig sind, damit wir in diesen Wochen umziehen können“, erklärt Heimerer. Und da ist er sehr zuversichtlich.

Schauten sich die Baustelle an (v.l.): Bürgermeister Falk Sluyterman mit Adrian und Friedrich Heimerer. 

Wo früher im Foyer Bankkunden empfangen wurden, sollen zwei Klassenräume entstehen. Der frühere Eingang führt direkt ins Unterrichtsgeschehen. Deswegen wird die Tür auch nur zum Notausgang umfunktioniert. Der Eingang wird auf die Seite zum Lechberg hin verlegt.

Insgesamt fünf Klassenzimmer sind geplant: drei Theorieräume und zwei Praxisräume, in denen es Pflegebetten und eventuell auch eine Pflegepuppe zum Üben gibt.

Im Dachgeschoss eine Wohnung

An der Ostseite wird ein Besprechungsraum angebaut, darüber, also im zweiten Stock, entsteht eine Dachterrasse für das Lehrpersonal. Unter dem Dach soll noch eine Wohnung entstehen, die man bei Bedarf an Lehrer oder Schüler vermieten könne.

Das markante Wandgemälde im früheren Bankfoyer ist zur Zeit mit Planen abgehängt. „Es soll erhalten bleiben“, erklärt Adrian Heimerer. Ebenso wie der Tresorraum. Das hat aber andere Gründe: „Da müssten wir sonst sprengen“, erklärt Heimerer und lacht. Nun sollen in den Schließfächern eben wichtige Unterlagen aufbewahrt werden. Noch weiter unten haben Friedrich und Adrian Heimerer eine weitere Besonderheit entdeckt: Einen Bierkeller. Für den gebe es aber keine Pläne, erklären sie.

Das Foyer der ehemaligen Bank wird zum Klassenzimmer umgebaut. 

Dafür aber für das aktuelle Schulgebäude in der Karmeliterstraße: Künftig könnten dort Weiterbildungen und Anpassungslehrgänge für ausländische Pflegekräfte, etwa aus China, Vietnam und Balkanländern, angeboten werden. Einen solchen Kurs benötigen sie, um auch in Deutschland als Fach- und nicht nur als Hilfskraft arbeiten zu können, erklärt Adrian Heimerer. An anderen Standorten funktioniere das hervorragend. In Schwabsoien etwa, wo schon mal die Landjugend vorbeigeschaut hat, um die Pflegeschüler mit auf ein Fest zu nehmen. Falk Sluyterman ist sich sicher, dass auch die Schongauer die Schüler herzlich aufnehmen werden.

Wichtig ist, dass vor Ort für Pflege-Nachwuchs gesorgt wird, sind sich Sluyterman und die Heimerers einig. Schließlich werde Fachpersonal überall händeringend gesucht. „Und dass was geboten ist, sonst bleibt keiner“, ergänzt Friedrich Heimerer.

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