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Die Vorlage für das riesige Werbeplakat: Eleyne Wenninger als Magdalena Kuisl (Mitte). Von links unten: Amelie Zwerschke als Barbara Kuisl, über ihr Frank Seelig (Doktor Ransmayer), darüber Michael Boos (Stadtschreiber Lechner), mit Schwert Dominik Nierer als Henker Jakob Kuisl, rechts neben ihm Martin Kriwan (Konrad Faistenmantel). Darunter Christian Beer als Richter Johannes Rieger, daneben Maximilian Geiger als Simon Fronwieser und Peter Echter als Schulleiter Georg Kaiser. 

Schongauer Sommer

Henkerstochter: Riesiges Plakat am Ballenhaus genehmigt

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Der Bauausschuss hat zugestimmt: Ein riesiges Transparent darf am Ballenhaus hängen und für die Aufführungen der Henkerstochter beim Schongauer Sommer werben.

Schongau– Ein überdimensionales Werbeplakat für das nächste Festspiel soll in diesem Sommer weitere Besucher in „Die Henkerstochter und das Spiel des Todes“ locken: 3,50 mal 4,50 Meter groß ist das Transparent, das der Theaterverein Treibhaus und der Verein Schongauer Sommer über insgesamt vier Monate hinweg an dem historischen Gebäude in der Altstadt aufhängen wollen. Im April und im Mai soll das Plakat direkt an der Fassade angebracht werden, danach dann für rund zwei Monate am Gerüst. Denn die mittlerweile recht unansehnlich gewordene Fassade des historischen Gebäudes soll in diesem Jahr saniert werden, weshalb es Richtung Marienplatz eingerüstet wird.

Weil die Schongauer Werbesatzung derartige Plakate nicht vorsieht, musste der Bauausschuss darüber beraten. Nicht alle Gremiumsmitglieder fanden die Positionierung des Werbebanners geglückt: „Es ist wichtig, Reklame für das Stück zu machen, aber nicht an unserem Aushängeschild“, so Bettina Buresch (ALS). „Bitte nicht unser Schmuckstück am Marienplatz abdecken – das sehe ich als Frevel an einem Baudenkmal an.“ Buresch nahm auch Bezug auf den damals überdimensional groß geplanten Adventskalender der Werbegemeinschaft Altstadt am Ballenhaus – auch diesen habe sie abgelehnt.

Ästhetischer Faktor ist gegeben

„Mit dem Kalender darf man das nicht vergleichen“, warb Bürgermeister Falk Sluyterman für die Idee. Auch Kornelia Funke fand das Plakat an dieser Stelle gut: „Das Festspiel nimmt Bezug auf unsere Historie, unsere Geschichte, auch das Ballenhaus, eine Szene im Buch spielt sogar im Rathaussaal – man sollte also ein Ja hervorrufen.“ Auch seitens der Stadtführer würden zeitgleich zum Festspiel Sonderführungen angeboten, die natürlich auch das Ballenhaus thematisierten. Und an gleicher Stelle hänge im Fasching auch der Clown der Faschingsgesellschaft.

Der ästhetische Faktor sei laut Robert Stöhr (CSU) gegeben, und er sehe auch einen Mehrwert. „Dies erst recht während der Ballenhaussanierung – ich sehe lieber auf ein Plakat als auf ein Gerüst.“ Auch Stadtbaumeister Sebastian Dietrich betonte, dass die Verwaltung mitgehen könne „wegen dieser Sondersituation, sonst hätten wir schon ein bisschen Bauchweh“. Abgeklärt worden war auch, ob eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis notwendig ist. „Am Nachmittag kam seitens des Landratsamtes das Signal, diese braucht es nicht, weil das Plakat nur vorübergehend hängt“, erläuterte Bernd Liebermann den Sachverhalt.

Kein Plakat während Gautrachtenfest

Sluyterman ergänzte, dass man außerdem versuchen werde, das Ballenhaus während des Gautrachtenfestes gerüstfrei zu halten. Während der Feierlichkeiten – 12. bis 15. Juli – soll kein Henkerstochter-Plakat hängen.

„Und wieder ein Meilenstein!“ Manfred Wodarczyk ist recht froh, dass dieser Punkt abgehakt ist, denn ganz so sicher war er sich im Vorfeld nicht, ob die Mitglieder des Bauausschusses dem Ansinnen so positiv gegenüberstehen – zumal es da einige Paragrafen gibt, die einen Strich durch die Rechnung hätten machen können.

Es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass etwas zu beantragen ist. „Einen Punkt hätte ich da noch“, so Wodarczyk, der gerne in den Schaufenstern der Altstadt kleine Bildschirme installieren möchte, um den Werbefilm für das neue Henkerstochter-Festspiel zu zeigen. „Das wäre gleichzeitig auch ein toller Werbeeffekt für die Einzelhändler“, wirbt Wodarczyk schon mal vorsorglich für diese Idee.  

Die Vorbereitungen für das Festspiel laufen bereits auf Hochtouren. 

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