Bereitet sich auf eine Erweiterung des Schongauer Standorts vor: Die Hirschvogel Komponenten GmbH.
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Bereitet sich auf eine Erweiterung des Schongauer Standorts vor: Die Hirschvogel Komponenten GmbH.

Aus dem Stadtrat

Hirschvogel baut auf Aufträge

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Hirschvogel Komponenten GmbH sorgt für die Zukunft vor: Mit der Änderung des Bebauungsplans können die planungsrechtlichen Voraussetzungen für zwei neue Hallen geschaffen werden. Man hofft, dann schnell reagieren zu können, wenn der Bedarf an Produktions- und Lagerflächen steigt.

Schongau/Denklingen – Zwei neue Hallen können auf dem Gelände der Hirschvogel Komponenten GmbH gebaut werden, zumindest wurden nun die ersten Schritte für eine mögliche Betriebserweiterung getätigt. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich stellte in der jüngsten Stadtratssitzung die 3. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 64 „Industriegebiet Neuländer“ vor.

„Das ist die Vorabsicherung, um die Baugenehmigung einholen zu können“, so Michaela Heinle, Pressesprecherin bei der Hirschvogel Holding GmbH in Denklingen. „Wir haben beschlossen, die Erweiterung einer Produktionshalle – Halle Nr. 10 – um rund 2600 Quadratmeter bis hin zur Baugenehmigung voranzutreiben“, erläutert sie.

Man könnte mit der Halle kurzfristig auf Aufträge reagieren

„Mit einer zusätzlichen Produktions- und Lagerfläche wären wir in der Lage, kurzfristig mit einer Flächenerweiterung auf Auftragseingänge reagieren zu können.“ Für die Realisierung gebe es aktuell keine Zeitschiene, da der Bedarf noch nicht vorhanden sei, man hoffe jedoch auf entsprechende Aufträge und könne dann auch schnell reagieren, so die Pressesprecherin. Halle 11 scheint noch in weiterer Zukunft zu liegen, nähere Information über eventuelle Pläne lagen ihr noch nicht vor. Stadtbaumeister Dietrich hatte in der Sitzung von einer nur kleinen Verschiebung der Baugrenzen im Süden gesprochen und von einer leichten Anpassung der Wandhöhe.

1999 war die Hirschvogel Komponenten GmbH in Schongau gegründet worden. Die Abteilung war in Denklingen aufgebaut und dann wegen Platzmangels nach Schongau umgesiedelt worden. Werkleiter war damals Harro Wörner. Seit 2011 wird das Schongauer Werk in der Dr.-Manfred-Hirschvogel-Straße von Albert Kees geleitet.

Im Jahr 2020 waren in der Lechstadt rund 900 Mitarbeiter beschäftigt

Auf rund 36 000 Quadratmetern werden Produkte und Funktionsbaugruppen aus Stahl und Aluminium für die Automobilindustrie gefertigt. Dafür verwendet die Hirschvogel Komponenten GmbH als Vorstufen die Umformteile aus den Hirschvogel-Schwesterwerken in Europa und kauft auch Komponenten wie Sensoren und Lager von Lieferanten außerhalb der Hirschvogel-Gruppe zu. Im Jahr 2020 waren in der Lechstadt im Schnitt 900 Mitarbeiter beschäftigt.

Abstimmung gegen eine Stimme

Der Stadtrat fasste den Aufstellungsbeschluss für die Änderung, die Abstimmung erfolgte nicht einstimmig, sondern gegen eine Stimme. Dass Alexander Majaru (SPD) die möglichen Erweiterungspläne des Unternehmens ablehnt, registrierte Bürgermeister Falk Sluyterman allerdings erst durch den deutlichen Hinweis dieses SPD-Stadtrats. Sluyterman reagierte überrascht und in einem eher unwirschen Tonfall auf die Gegenstimme. „Wenn ein Stadtrat die Pläne eines Unternehmens, das fast 1000 Arbeitsplätze in unserer Stadt sichert, ablehnt, erwarte ich eigentlich, dass er erläutert, warum er dagegen ist“, so Sluyterman. Öffentlich dazu äußern wollte sich Majaru jedoch offenbar nicht. Um das weitere Verfahren der Bebauungsplan-Änderung kümmert sich nun der Bau- und Umweltausschuss.

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