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Mit einer Spezialmaschine, auf der sich zwei große Kabeltrommeln befinden, wurde in diesen Tagen per Eisendorn ein Kanal in die Erde gepflügt. Darin werden sechs Kabel miteinander verlegt. Diese kommen von einem Transportfahrzeug, das vor dem Tross herfährt. Auf einer Kabeltrommel sind laut Aussage der Mitarbeiter 1000 Meter.

Hirschvogel

Eigene Stromleitung für Autozulieferer

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Der Strombedarf des großen Hirschvogelwerks in Schongau ist enorm, die Kapazität der alten Leitungen schon lange ausgeschöpft. Aus diesem Grund lässt sich der in der Lechstadt expandierende Automobilzulieferer jetzt von den Lechwerken eine eigene Stromversorgung aufbauen. Die Leitung führt vom Schongauer Umspannwerk quer durch die Stadt direkt ins Werk.

Schongau – Es ist ein mehr als großes Vorhaben: Nach LEW-Angaben ist die LEW Verteilnetz GmbH bereits seit den Pfingstferien dabei, auf einer Strecke von insgesamt 2,5 Kilometern Mittelspannungskabel im Boden zu verlegen: teils in offener Bauweise, teils im sogenannten Pflugverfahren. Die Verkabelung erfolgt komplett unterirdisch, nach Abschluss der Arbeiten wird von der Stromleitung nichts zu sehen sein.

Die 20 000 Volt starke Strom-Mittelspannungsleitung verläuft vom Schongauer Umspannwerg zunächst um die Firma Hochland herum zur Bundesstraße 17. Die B 17 wird von den Kabeln unterquert, die Löcher wurden bei laufendem Verkehr mithilfe von Druckluft unter der Fahrbahn durch die Erde „geschossen“. So kam es zu keinen Beeinträchtigungen für die Bevölkerung. Das wird nach Angaben des Stadtbauamts auch bei der B472 der Fall sein, die ebenfalls noch unterquert wird. Es könne höchstens zu kurzfristigen Behinderungen im Rad- und Gehwegbereich kommen, heißt es.

Die Arbeiten dauern nach Auskunft der Lechwerke, die von dem Automobilzulieferer beauftragt worden sind, noch bis in den Juli an. Der Großteil der Grundstücke, durch die das Kabel verläuft, sind laut LEW-Sprecher Ingo Butters Eigentum der Stadt. „Bei solchen Vorhaben wird ein so genannter Gestattungsvertrag mit dem Grundstückeigentümer abgeschlossen, damit das Kabel verlegt werden darf“, berichtet er.

Die Firma selbst erklärte auf Anfrage, dass die bisherige Stromleitung für die Versorgung der Hirschvogel Komponenten GmbH kapazitätsmäßig ausgelastet sei. „Mit dem Neubau der Halle 9 wird sich der Leistungsbedarf entsprechend erhöhen“, erklärt Sprecherin Michaela Heinle.

Wie bereits mehrfach berichtet, baut der Automobilzulieferer aufgrund der momentan hohen Nachfrage seine heimischen Werke in Denklingen und Schongau massiv aus. Da die Halle 8 in Schongau schnell ausgelastat war, wird heuer bereits Halle 9 gebaut.

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