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Die Bohemian Bards aus Tschechien treten erstmals beim Mittelalter-Markt am Schongauer Sommer auf.

Dank günstigem Feiertag

Historischer Markt in Schongau: Gefeiert wird dieses Jahr zwölf Tage

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Die Planungen sind nahezu abgeschlossen, die Flyer gedruckt – wenn es nach Manfred Wodarczyk vom Verein Schongauer Sommer geht, könnte der Historische Markt losgehen. Doch erst vom 4. bis 15. August wird der Volksfestplatz wieder auf Zeitreise gehen. Spezielle Höhepunkte bleiben nach dem Henkerstochter-Festspiel im Vorjahr aus. Dafür wird zwei Tage länger gefeiert.

Schongau – So ein Feiertag unter der Woche ist praktisch, da lässt sich eine Veranstaltung gerne verlängern. Was die Stadt München mit der Wiesn regelmäßig macht, wenn der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober wie dieses Jahr auf einen Dienstag fällt, trifft auch auf den Historischen Markt zu: Der dauert dieses Jahr zwei Tage länger als sonst, nämlich zwölf Tage und damit fast zwei ganze Wochen. „Ich konnte den Trachtenverein zum Glück umstimmen“, sagt Markt-Organisator Manfred Wodarczyk schmunzelnd – die Trachtler betreuen den Ausschank, mit dem steht und fällt der Historische Markt. „Ich musste aber versprechen, dass im nächsten Jahr, wenn der Feiertag Mariae Himmelfahrt auf einen Donnerstag fällt, wir keinesfalls auf 14 Tage ausdehnen.“

Das wäre vermutlich des Guten zu viel. Wobei: Von den Programmpunkten her hat Wodarczyk selbst in den zwölf Tagen Probleme, alles unterzubringen. Die Musikgruppen zum Beispiel, bei denen die Bohemien Bards aus Tschechien ihre Premiere gleich zum Auftaktwochenende geben werden, wechseln sich mit Fabula ab, die Sandsacks spielen zwei Tage zusammen mit Weltenkrieger, die sich wiederum einen Tag mit der traditionellen Schluss-Band Furunkulus teilt – das gab es in diesem Ausmaß auch noch nicht.

Eine besondere Attraktion, die Wodarczyk unbedingt haben wollte, hat aus finanziellen Gründen nicht geklappt: Feuervogel, die eine akrobatische Flammenshow bieten, soll erst im nächsten Jahr erstmals in Schongau ein Gastspiel geben. An den Auftrittstagen kann sich Wodarczyk vorstellen, erstmals bei dem traditionell eintrittsfreien Markt einen kleinen Obulus zu verlangen, um die Ausgaben einigermaßen zu refinanzieren. Doch das gelte nur für Tage mit Feuervogel-Aufführungen, betont Wodarczyk. Überlegungen, für den Markt grundsätzlich Eintritt zu verlangen, wie er es Angang des Jahres unter großer Resonanz in den Schongauer Nachrichten angekündigt hatte, seien vom Tisch.

Dazu trägt auch eine gewisse Entspannung beim Thema Sicherheit bei. „Bisher hat es geheißen, dass alles so laufen kann wie im vergangenen Jahr“, sagt Wodarczyk. Das bedeutet: acht Security-Kräfte für den Festbereich. Man habe keine geschlossenen Zelte, deshalb seien die Auflagen nicht so streng. „Im Juni werden wir uns mit Polizei, Feuerwehr und allen Verantwortlichen zusammensetzen. Aber ich hoffe nicht, dass zusätzliche Forderungen kommen“, so Wodarczyk.

Neben den zahlreichen Gauklern, die auf dem Festgelände ihr Unwesen treiben werden und zum Teil wie der beliebte ZouZou mit seinem Pferd neue Programme zeigen, gibt es auch beim Thema altes Handwerk Neuigkeiten. So hat Wodarczyk einen Stand, an dem Haar- und Fischernetze gefertigt werden, und einen mittelalterlichen Drechsler aufgetan. Dazu kommen die bekannten Fertigkeiten wie Spinnen, Münzprägen, Schmieden und Papierschöpfen. Wodarczyk wird in der nächsten Zeit noch das eine oder andere Mittelalter-Treffen besuchen. Vielleicht bringt er noch eine Überraschung mit.

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