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Gewaltig, laut, beeindruckend: Die Wassermassen an der Lechstaustufe 7 bei Epfach, fotografiert gestern um 7 Uhr.  

Landkreis Weilheim-Schongau kommt „mit blauem Auge“ davon

Hochwasserschutz hat sich bewährt

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Beim Hochwasser der vergangenen Tage ist der Landkreis Weilheim-Schongau noch einmal „mit einem blauen Auge“ davongekommen. Nur punktuell mussten Keller ausgepumpt werden. Bewährt haben sich auf alle Fälle die Schutzmaßnahmen, die nach dem Pfingsthochwasser von 1999 getroffen worden sind.

Weilheim-Schongau – 258 Kubikmeter Wasser pro Sekunde – die Ammer ist durch die anhaltenden Regenfälle zu Wochenbeginn zu einem reißenden Fluß angewachsen. „Das kommt alle zehn Jahre mal vor“, blickt Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim in die Statistik.

Im Mai 2019 war es mal wieder so weit. „Wir standen kurz vor der Meldestufe 4“, bestätigt Helmut Stork, am Landratsamt Weilheim-Schongau Sachgebietsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, und dazu gehört der Katastrophenschutz.

Nach dem verheerenden Pfingsthochwasser von 1999 hat der Landkreis Weilheim- Schongau insgesamt fünf Sandsackfüllanlagen angeschafft. Die in Huglfing ist zu Wochenbeginn vorsorglich in Betrieb genommen worden. 4000 Sandsäcke sind abgefüllt worden – für den Fall , dass der Pegel der Ammer weiter steigt. „Wir sind die ganze Nacht Gewehr bei Fuß gestanden“, berichtet Stork. Denn zunächst war nicht klar, ob sich die Situation weiter zuspitzt oder die Flut zum Stillstand kommt und rückläufig ist. Kurz vor der Meldestufe 4, der höchsten Hochwassergefahr, hat sich die Lage dann zum Glück entspannt.

Seit 1999 ist der Ammerdamm in Weilheim um einen halben Meter erhöht worden. Diese Deichsanierung war goldwert. Das Wasser ist Richtung Ammersee abgelaufen. Dort stieg der Wasserspiegel im See gleich um einen halben Meter und hat in der Aidenrieder Bucht viel Schwemmholz hinterlassen.

Auch das Rückhaltebecken am Waitzacker-Bach in Weilheim hat sich bewährt. Es ist vollgelaufen und konnte das Wasser gedrosselt wieder abgeben.

Bei der Kläranlage in Weilheim haben sich die Dammtafeln (Spundwände) bezahlt gemacht und das Hochwasser abgehalten, „damit die Kläranlage durch den Rückstau nicht absaufen kann“, zeigt sich Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt zufrieden.

Auch in Penzberg tragen die Hochwasserschutzmaßnahmen längst Früchte. Dort verhindert ein Schöpfwerk an einem Nebengewässer der Loisach, dass Wasser bis in Wohngebiete vordringen kann. „Es war knapp“, bilanziert Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta die Hochwassergefahr im Landkreis. Dass der Regen nachgelassen und später ganz aufgehört hatte, sei „ein Glücksfall“ gewesen. „Flüsse und Bäche haben ganz schön Wasser gehabt.“ Vor allem in Penzberg habe nicht viel gefehlt und der Schwadergraben in der Innenstadt wäre übergelaufen.

Lob für die Feuerwehren

Genau Zahlen liegen noch nicht vor, aber Sobbotta schätzt, dass rund 150 Kräfte im Einsatz gewesen waren. Neben den Feuerwehren ware auch die Mitarbeiter lokaler Bauhöfe vor Ort, um sich gegen mögliche Fluten zu wappnen. Schwerpunkte waren neben Penzberg zudem Peißenberg, später auch Weilheim gewesen.

„Die Feuerwehren sind generell super organisiert“, sagt der Kreisbrandrat über seine Aktiven. Sobotta hebt generell die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt hervor. Und der bauliche Hochwasserschutz, der in den vergangenen Jahren realisiert wurde, habe „ganz bestimmt“ seinen Teil dazu beigetragen, dass die Situation nicht dramatischer wurde.

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